Heute hier, morgen dort …

Einmal Fettnäpfchen und zurück – typisch Sevi!

Natürlich stammt das Liedchen „Heute hier, morgen dort …“ von Hannes Wader und nicht wie von mir behauptet von Hermann van Veen. Sorry Hannes! Und Sorry Hermann, du hast andere schöne Lieder gemacht, dieses nicht! Shit happens! – und ich hoffe, mit dieser Entschuldigung noch mal alles raushauen und geradebiegen zu können. So was kommt von so was und meine Muddi würde jetzt sagen: kann ja mal passieren?!

War bei mir schon immer so! Schneller geredet als gedacht, dem Kopf einfach davongelaufen und schneller Schiet gemacht als man sich vorstellen konnte.

Mein Vater beantragte kurz vor meinem dreizigsten Geburtstag bei irgendeiner europäischen Kommission für Normen die Einführung einer neuen Norm. Dabei ging es um den durchschnittlichen Abstand zweier Fettnäpfchen – dieser sollte nach mir benannt werden: Um von einem Fettnapf zum anderen zu gelangen müsste man dann einen „Sevi“ zurücklegen. So war es geplant und wurde natürlich sehr humorvoll abgelehnt. Die Geschicke europäischer Nationen dürfen sich nicht an den Defiziten einzelner Personen orientieren, war die Begründung. Das entsprechende Schreiben erhielt ich als Geschenk zu meinem Dreizigsten – ich fand es damals gar nicht witzig!

Vattern kannte mich doch besser als ich damals wahrhaben wollte. Heute ist es nur noch Geschichte – tatsächlich einfach nur eine kleine Geschichte

Und dann ausgerechnet mit dem Hannes Wader muss mir das passieren, dessen ganze Musik mich an meine doch recht chaotische Jugend erinnert. Ausgerechnet mit dem muss mir so eine Panne pasieren! Damals auf dem Schulhof in der Raucherecke, alle in Nato-Parkern, beuligen Jeans und mit Anti-AKW-Stickern. Die mit den Legalize-it-Stickern waren die ganz harten und meine Kumpels von der Schülerzeitung. Lange Haare waren Pflicht, genauso wie die dicke Haarbürste vorne in einer der Parker-Brusttaschen. Und dann war da Conni – lange lockige Haare – schlacksige Gestalt, riesige Augen und einfach ein toller Typ!

Conni war damals unsere Stimme, denn er hatte eine Gitarre und er konnte singen. Ich war schon immer gerade so in der Lage, einen Schallplattenspieler anzuschmeißen und wieder auszumachen. Conni auch, aber er konnte eben auch ganz toll singen und seine eigene Musik dazu machen. „Heute hier, morgen dort…“ war einer seiner Lieblingstitel – wie viele andere von Hannes Wader und im Moment sitze ich irgendwo in der Vergangenheit in Connis Bude auf seiner Kuschelmatraze und höre ihm wie so oft damals einfach nur zu. Wie konnte ich das vergessen?

Ich weiß gar nicht mehr, ob er auch Lieder von Herrmann van Veen konnte – ich glaube, da musste ich damals doch eher meinen Plattenspieler bemühen.

Die nächsten Tage werde ich in den Keller krabbeln und nach den Kartons mit den alten Schallplatten suchen. Mal schauen, was nach meinen vielen Umzügen und Wanderschaften davon noch übrig geblieben ist! Am liebsten würde ich sofort loslegen, aber es ist schon wieder spät geworden bei uns. Luna und Milow wollen noch auf ein spätes Pipi-Gassi raus und morgen ist ja auch noch ein Tag! Lassen wir den Conni in der Vergangenheit und den Hannes einen guten Mann sein, der mir ganz sicher nicht böse sein wird für den Tritt ins Näpfchen!