Stadt der Hunde – neu

Vor langer Zeit haben sich die Vorfahren unserer Hunde den Menschen angeschlossen. Warum auch immer sie es taten, sie taten es freiwillig und ohne Zwang. Wahrscheinlich waren es etliche Reste von erlegten Tieren, die wärmenden Feuer oder irgendwelche anderen Annehmlichkeiten in der Nähe unserer Vorfahren. Auch die Menschen brauchten nicht lange, die Vorteile der Anwesenheit der Hundevorfahren zu bemerken und ein langer Prozess der Domestizierung und Haustierwerdung des Wolfes begann.
Nun sind aus ihnen Hunde geworden – unsere Haushunde – die besten Freunde des Menschen. Das haben sie nun davon!

Die Menschen bauten Ihre Erde immer weiter um, bis zum heutigen Tag. Immer weniger Natur, immer weniger Lebensumstände und Gefahren naturgewachsener Umgebungen und Landschaften. Immer mehr künstliche Gefahren und Barrieren wie Straßen, Autoverkehr, Lärm. Immer mehr asphaltierte Großflächen, immer weniger Wälder und Wiesen. Aber auch die von der Natur verbliebenen Reste, wie zum Beispiel Parkanlagen, Felder und Wiesen, wurden von der Lebenswirklichkeit der Menschen dominiert. Oft wurden und werden unsere besten Freunde von dort ausgeschlossen. Kein Zutritt für Hunde.

Wir erziehen unsere Hunde heute, damit sie leidlich unter Führung und Anleitung in dieser Welt klarkommen. Hunde müssen gehorchen und am Straßenrand wartend sitzen, weil ihnen ihre eigenen Verhaltensregeln keine Sicherheit im Straßenverkehr geben. Hunde müssen leinenführig sein und meistens angebunden neben Menschen herlaufen, weil sie von sich aus nicht in der Lage sind, die Gefahren einer menschengemachten Welt einzuschätzen.

Die Hunde mussten und müssen sich immer wieder anpassen. Die Menschen gestalten eine Welt, die nicht nur für sie selber ungesund ist, sondern auch für unsere Hunde und auch alle anderen Tiere, die sich in dieser übertechnisierten Welt zurechtfinden müssen. Das tun sie seit jahrzehntausenden, bis zum heutigen Tag. Und sie werden es immer weiter tun, wenn nicht irgendwann etwas entscheidendes passiert.

Es wird Zeit für Veränderungen.
Es wird Zeit für eine neue und bessere Welt.
Es wird Zeit für eine Welt, in der Hunde bestimmen und die Menschen sich anpassen müssen.
Es wird Zeit diese Wirklichkeit zu verlassen.
Es wird Zeit, unser Gehirn etwas mehr als üblich zu bemühen.

Lasst uns unsere ganze Phantasie zusammentragen und alles, was wir an Wissen und Können aus unseren Berufen mitbringen. Wir sind nicht nur Hundemenschen, wir sind nebenbei auch Leute vom Bau, Gastronomen, Kaufleute, Menschen mit Pflegeerfahrungen, Architekten, Ingenieure, Verwaltungsleute und Leute, die sich mit Geld auskennen und vielleicht auch Leute, die viel Geld haben. Und da gibt’s bestimmt noch tausend und mehr andere, die etwas ganz toll gut können oder wissen. Jeder kann was und jeder weiß was. Jeder kann zum Gesamten beitragen und sich einbringen. Wir haben die Schnute voll von dieser Welt, wie fangen jetzt an und bauen uns eine andere Welt.

Wir bauen uns eine Stadt für Hunde.
Wir brauchen eine Stadt.
Wir brauchen jede Menge hohen Zaun.
Wir brauchen jede Menge Landschaft, Wiesen, Wälder und Weiden.
Wir brauchen keine Autos.
Wir brauchen keinen Lärm.

Parkplätze gibt’s außerhalb der Stadt genug, Versorgungsstrecken verlaufen unterirdisch. Lebensmittelmärkte liegen zentral und sind von allen bequem zu erreichen. Hunde haben Vorfahrt. Es gibt keine Hundesteuer, sondern eine staatliche Entschädigung für Menschen mit Hund. Hunde entscheiden selber, bei wem sie wohnen. Hunde sind kein Besitz der Menschen, keine Sache vor dem Gesetz. Sachkunde über Hunde wird Schulpflichtfach. Wer Hunde nicht mag, muss die Stadt verlassen oder sich ein Baumhaus bauen.

Dann brauchen wir Menschen, die Pläne machen können.
Und wir brauchen Menschen, die rechnen können, weil wir ja auch wissen wollen, was unsere Verrücktheiten so kosten würden.
Wir brauchen Menschen, die Bilder malen können von unserer Stadt. Mit Bildern kann man sich vieles viel besser vorstellen. Bilder von riesigen Grünen Flächen, durchsetzt von lauter kleinen und flachen Häusern, weil Hunde Hochhäuser und Treppen meistens nicht mögen. Vielleicht bauen wir hochgelegte Wege wie Brücken quer durch die Stadt – für die Menschen, die es eilig haben und schnell sein wollen – damit wir die Hunde nicht gefährden.
Alles in dieser Stadt sollte mit dem Fahrrad oder zu Fuß bequem erreichbar sein.

Und wir brauchen Unterkünfte und Schlafplätze für die Hunde, die keine Lust auf die Gesellschaft von Menschen haben. Wir müssen eine frei zugängliche Wasser und Futterversorgung für die Hunde organisieren und sicherstellen. Wir brauchen ausgebildete Kräfte für die Hunde. Medizinleute, Ausbildungskräfte, etc. – vielleicht sogar vollberufliche Hundeanimateure und Berufsbespaßer für Hunde. Wir brauchen Hospitäler, Pflegeeinrichtungen und lauter geschulte Betreuungskräfte für unsere Hunde. Tiersitten soll eine sehr angesehene Tätigkeit werden. Wir brauchen so viel. Es soll Spaß machen, einfach mal den Verstand für unsere Hunde zu verlieren und mit dem Herzen zu denken. Lasst eure Phantasie spielen und macht mit

Wir könnten ja auch klein anfangen, mit einem kleinen verlassenen Dorf. Einem Dorf, wo noch keiner wohnt. Irgendwo auf der Welt wird es doch ein kleines verlassenes Dorf geben. Muss ja nicht in Deutschland sein. Irgendwo auf der Erdkugel. Sollte nicht zu heiß und auch nicht zu kalt sein – nicht gerade am Äquator oder am Südpol. Auch nicht am Nordpol. Wasser sollte in der Nähe sein – vielleicht ein kleiner Fluss oder Bach. Und die Umgegend sollte geeignet sein für Landwirtschaft. Und Wälder wären auch nicht schlecht. Wiesen uns Weiden für unserer Milchvieh sind Pflicht – weil bei uns wird nicht geschlachtet. Und weil Hühner und Gänse auch viel Platz brauchen, brauchen wir noch mehr grünes Land für uns alle.

Ein Lieferant für jede Menge Zaun sollte in der Nähe sein. Und vielleicht stehen in unserem Dorf ja schon alte Häuser oder Hütten rum, die wir wieder herrichten können. Für einen Anfang wäre das nicht schlecht. Den Rest bauen wir dann selber auf. Also, ein Baumarkt oder ähnliches in der Nähe wäre dann ja auch nicht schlecht. Haben wir auch Pferde? – die kommen zu den Kühen auf die Weiden – wenn das geht – da kenne ich mich nicht aus.

Wie leben wir? Jeder für sich – oder in Wohngemeinschaften? Das klassische Familienmodel? Oder für so Einsiedler wie mich auch kleine einzelne Hütten, wo man sich zurückziehen kann? Wie halten wir es mit der Vermehrung, den Folgen des Sex? Bei uns Menschen genauso wie bei den Hunden und den andren Tieren. Lassen wir uns alle kastrieren oder lassen wir es drauf ankommen? Blöd wäre, das wir dann auch bald aussterben werden – also her mit den Ideen – wie machen wir das? Wo lassen wir unsere Autos, die viele von uns mit Sicherheit haben und auch brauchen? In der Hundestadt haben Autos nichts zu suchen. Verlegen wir die Straßen unterirdisch, sozusagen eine zweite Ebene unter der Hundestadt. Und jedes Haus hat dann im Keller seinen Parkplatz? Oder bauen wir riesige Parkplätze vor die Stadt, dann bleiben alle Autos draußen. Neben den Parkplätzen oder auch Parkhäusern brauchen wir Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und ähnliche unmotorisierte Gefährte – park and ride sozusagen. Lassen wir Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu? Führen wir eine Höchstgeschwindigkeit von 7 km/h für die gesamte Stadt ein? – oder noch weniger? Alles andere wäre schon wieder eine Gefahr für Hunde. Haben wir so was wie Supermärkte in der Hundestadt? Wie kommen die Waren in diese Märkte und auch wieder raus in die Haushalt. Oder man kauft außerhalb der Stadt ein. Aber dann muss man alles ohne Auto bis nach Hause schleppen. Aber es gibt ja auch Fahrradanhänger.

Die Hundestadt darf nicht zu groß werden, die Wege nicht zu lang. Wann ist eine Stadt groß? Wann sind Wege lang? Sind wir außerhalb der Stadt im Tierschutz aktiv? Innerhalb werden wir keinen mehr brauchen. Haben wir Politiker? Mischen wir uns in Angelegenheiten außerhalb unserer Hundestadt überhaupt noch ein? Halten wir uns aus allem raus und wollen unsere Ruhe haben?
Endlich unsere Ruhe vor denen da draußen? Vielleicht machen wir aber auch Werbung für unser Lebensmodel – für unsere Art, mit unseren Hunden und für unsere Hunde und alle andren Tiere zu leben! Haben wir eine Regierung, ein Parlament? Oder lassen wir alles laufen und nehmen alles so wie es kommt? Brauchen wir Menschen mit Führungsqualitäten und Führungsansprüchen? Wollen die dann Geld oder Lebensmittel dafür haben? Sind wir alle gleich – oder sind einige andere wieder etwas gleicher. Wer entscheidet in besonderen Situationen, wenn zu Beispiel Streit geschlichtet werden muss? Wer entscheidet darüber, wer bei uns wohnt und wer nicht? Basisdemokratie? Wie kommt man überhaupt rein oder raus? Und was machen wir, wenn die Hunde keine Lust mehr auf uns Menschen haben und raus wollen – oder auch nur einzelne?

Fragen über Fragen! Eine Stadt wie unsere Hundestadt baut sich nicht von selber! Macht mit und habt Spaß daran, etwas verrückt zu sein und gemeinsam rumzuspinnen. Hier herrscht die Phantasie!