Lets speak Podengo!

Alles begann mit dem Anruf einer lieben Freundin: mach das doch mal als Buch, die Texte stehen doch, das werden so knappe 40 Seiten, ist nicht viel Arbeit, das wuppen wir aus der Hocke! Nö, ich hatte einfach keine Lust und auch ein wenig Schiss! Wir machen das als Demand-Book mit eigenem Layout, sagte Freundin, das kostet nicht viel und hält das Risiko klein. Da ich kleine Risiken sehr schätze und absolut nicht frei von Eitelkeiten bin, ließ ich mich dann doch überreden. Sie hatte ja recht, einfach mal über den berühmten Schatten springen, einfach mal anfangen und einfach mal ein Buch rausbringen. Alles ganz einfach – toll! Denkste Puppe! … einfach geht völlig anders! Ich hatte mir das so vorgestellt: Texte überarbeiten, schick zusammenbasteln, ein paar Bilder rein und ein Inhaltsverzeichnis am Anfang. Das ganze dann Manuskript nennen und ab zum Verlag. So habe ich es gemacht und war richtig stolz auf mich – fühlte mich fast schon berühmt! Dann kam die erste Mail von Verlag: Alles falsch gemacht – die Anzahl der Seiten eines Textblockes (so heißt ein Buch ohne Pappdeckel) muß immer durch vier teilbar sein. Aha und nie drüber nachgedacht – alles umformatiert, gestreckt und wieder gekürzt – alles nur, um aus 33 Seiten dann 36 Seiten zu machen. Alles wieder ab zum Verlag – immer fein per Schneckenpost, weil man auf Papier besser rumkritzeln kann als auf dem Bildschirm. Der Stolz der Autorin, jede Hürde zu meistern, wurde einige Tage später durch einen Anruf der Freundin empfindlich gestört: man wolle dann doch etwas mehr Bilder vom Hund, und zwar von dem, um den es geht! Und das ganze dann doch jetzt als PDF-Konvertierung per Mail, und zwar sofort und Zackzack – weil man wolle dann doch auch noch eine e-book Vermarktung. Eine fleißige Autorin freut sich über so was und rollt ganz selbstverständlich das gesamte Layout nochmals von vorne nach hinten auf. Mehr Bilder rein, Text wieder kürzen, weil soll ja durch vier teilbar sein und alles schnell mal auf Arbeit in einer PDF zusammengerührt und wieder ab zum Verlag. Alles mal eben so und nebenbei. Die folgenden Fragen waren dann relativ einfach beantwortet: die Maße des Buches, die Papierqualität und die Papierfarbe, ob gebunden oder geheftet, ob als Paperback oder gebunden mit Umschlag, ob farbige oder s/w Fotos, etc.. Alles ganz einfache Fragen und alles kein Problem, wenn man es weiß und vorher dran denkt. Gut, man macht alles zum ersten mal, Augen zu und durch. Haben wir alles irgendwie hinbekommen! Gerade, als sich wieder der erste Stolz bei mir einschlich, kamen die nächsten Mails – zwei gleichzeitig aus zwei Abteilungen des Verlages: Die einen fragten nach der ISBN Nummer, damit das Buch überhaupt gekauft werden kann – die anderen wiesen mich darauf hin, dass ich noch einen Strichcode hinten auf das Buch tun muss, damit es an den Kassen des deutschen Buchhandels dann auch bezahlt werden kann! Das regte mich gar nicht auf, denn mitlerweile war ich ja etwas abgehärtet. Die ISBN solle ins Impressum und hinten auf den Buchdeckel – und ich erhielt präzise Vorgaben zur Angabe der Verlagsdaten. Also, alles wieder in Müll, PDF wegwerfen und her mit dem alten doc-Layout. Alles wieder neu, Seitenzahl beachten und … Stopp, den Strichcode nicht vergessen! Wo um Himmels willen bekommt man in dieser Welt einen Strichcode her, ich habe persönlich noch nie einen gebraucht. Recherchiert, und siehe da: es gibt sie wirklich, sogenannte Strichcodegeneratoren. Strichcode bestellt, eingebaut und alles sollte am nächsten Tag auf Arbeit wieder zur PDF konvertiert werden. Am folgenden Tag sitze ich auf meinem geliebten Arbeitsplatz vor dem PC und irgendwie ist alles anders – über Nacht wurde der Server konfiguriert und Akrobat ist verschwunden. Brauchen wir nicht mehr, sagt Chefin, geht jetzt alles komplett über die Druckerei. Was dann wirklich nervte, war der Anruf vom Verlag, der auf das Manuscript warten würde – und außerdem könne man die ISBN nicht so lange für mich reservieren. Ich schwöre, ich blieb vollkommen gelassen! Schiet mal wieder und ich bat spontan im Internet um Hilfe und Unterstützung. Hilfe nahte schnell und eine Freundin hilft mir nun heute noch bei der PDF-Konvertierung. Morgen geht’s dann hoffentlich ein letztes mal zum Verlag, denn ich habe mitlerweile jegliche Lust an diesem Projekt verloren. Das Ding ist jetzt fertig! Entweder die nehmen es jetzt so und bringen es raus oder ich werfe das ganze Projekt in die Tonne. Vorher telefoniere ich aber noch mal mit meiner lieben Freundin bezüglich ’aus der Hocke wuppen’ und ‚machen wir mal eben’ – vor allem wegen dem ‚wir’ in diesen Satzteilen. Jede Menge Arbeit war das, vor allem nachts. Alles für ein kleines und laienhaft gestaltetes Booklet von 36 Seiten, dass mit bescheidenen Bordmitteln auf einem alten Rechner zusammengeschustert wurde, nur um die Kosten gering zu halten. Mal sehen, wie es jetzt weitergeht – das alles musste jetzt mal raus. Dankeschön fürs Lesen und auch für Euer Mitgefühl und Verständnis: Ja, ich bin eine kleine Heldin! … aber so richtig dran glauben tu ich im Moment nicht!

2 Gedanken zu “Lets speak Podengo!

  1. Hallo Severine,
    ich habe mir dein Buch (s. o.) unbedingt kaufen müssen, nachdem wir aus dem Tierschutz einen Podengo portuguese pequeno adoptiert hatten. Es ist soviel Wahres geschrieben, dass ich schon dachte, du schreibst über unser kleines Juwel;-)
    Liebe Grüße vom Rhein
    Steffi

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  2. Test der Kommentarfunktion !!!!! … wie Ihr sehen könnt, kann man hier auch ohne Blog-Logging Kommentare posten. Ihr müsst als Referenz nur irgendeine Email-Adresse angeben, die für alle anderen außer meiner Wenigkeit unsichtbar bleibt! „Viala Kitara“ ist der Name meiner Testuserin, bitte nicht wundern.

    lg
    Severine

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Na, dann mal ran an die Tasten und einen Pfotenabdruck dagelassen!

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