Luna und der rote Ball

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Alle Hunde der Welt sind tolle Hunde, aber die tollsten Hunde der Welt sind natürlich meine Hunde. Welche denn auch sonst? Luna zum Beispiel ist das Beste, was mir je passiert ist! Sie ist der Sonnenschein in meinem Herzen und ich verdanke ihr mein Leben. Unsere Seelen sind zusammengewachsen und ich kann ohne sie nicht mehr sein.

Heute ist ein guter Tag für ein Liebeslied!

Als die Kleine damals zu uns kam, wurde sie von meiner alten Tiffany sofort adoptiert. Tiffi war immer die Nummer Eins. So sehr Nummer Eins, wie nur ein Hund sein kann, mit dem man schon 12 Jahre zusammenlebt. Luna kam dazu und war die Nummer Zwei, was ganz schön viel ist, weil bei uns Zwei gleich nach Eins kommt. Ich ging mit Tiffi auf Abenteuertour und Luna nahmen wir mit. So war das immer und es war immer toll, die kleine Maus mit dabei zu haben!

Als Tiffany fast 14 Jahre alt war, ging sie von uns und Klein Luna wurde über Nacht zur Nummer Eins. Der Abschiedsschmerz von Tiffi war sehr groß und sollte unser Leben noch lange Zeit begleiten. Klein Luna war der Engel, der mir half, meine Gedanken von der Vergangenheit zu lösen und wieder nach vorne zu schauen. Sie war so anders als mein altes Mädchen, nicht nur viel kleiner, sondern einfach nur anders. Niemals versuchte sie, in Tiffis Fußstapfen zu treten. Sie wollte lieber eigene hinterlassen und das schaffte sie ausgesprochen gut.

Es dauerte nicht lange und sie fing an, ihre Wünsche deutlich zu reklamieren. Luna war auch damals schon ein Flitzehund und ich entdeckte das Fahrradfahren mit Hund völlig neu für uns beide. Radfahren mit Luna war schon immer anders als ich es von meinen Schäferhunden bisher kannte, denn die wollten am liebsten langsam traben. Luna wollte Rennen und Flitzen. Vollgas in die Pedale und, wenn ich schon längst aus dem letzten Loch pfiff, dann wurde die Rennmaus erst richtig warm. Sechs Kilometer am Stück und dann eine halbe Stunde Päuschen zum Toben, Trinken und Mäuse jagen. Auf dem Rückweg wieder flitzen, bis ich völlig aus der Puste war. So war das vom ersten Tag an: Eine Riesengaudi und so es ist bis heute geblieben.

Einzigartig ist der Blick, den sie mir beim Rennen manchmal zuwirft. So ganz von unten schräg nach oben, direkt in die Augen, als wenn sie sagen wollte: Juchu, das macht Spaß mit dir zusammen und jetzt mal richtig Gas geben, los geht’s, juchu! Stolz wie Bolle bin ich dann jedes mal auf meine kleine Maus. Vor allem dann, wenn wir mal wieder andere und größere Hunde ganz locker abgehängt und weit hinter uns zurückgelassen haben.

Steigerungsfähig ist sie nur noch, wenn wir mit ihrem roten Ball spielen. Es muss der Rote sein und er muss schon ein paar Tage älter sein. Mindestens zehn mal im Graben gelandete und von anderen Hunden richtig schön durchgekaut – stinkend und vollgesabbert, dann ist er erst richtig gut. Ich habe immer einen Vorrat an roten Bällen zu Hause und wenn der alte mal abhanden gekommen ist, dauert es immer eine Weile, bis der neue wieder was taugt.

Lunas roter Ball ist der beste Ball der Welt und sie lässt ihn niemals aus den Augen. Wenn ich ihn werfe, dann flitzt sie so schnell, dass sie ihn im Flug noch überholt. Hat sie ihren Ball wieder, kommt sie damit zurückgeflitzt – aber nicht, um ihn mir zu bringen, sondern, um ihn in irgendeiner Ecke des Platzes erst mal ordentlich durchzuknautschen. Danach muss ich versuchen, ihr den Ball abzujagen, um ihn dann anschließend gegen ein Leckerli abzutauschen. Danach darf ich dann endlich wieder werfen und Luna darf wieder flitzen. So hat mein Mädchen mir das beigebracht und im Laufe der Jahre bin ich richtig gut geworden damit, meinte Luna neulich mal. Auf dem Heimweg trägt sie ihren Ball grundsätzlich selber, darauf legt sie allergrößten Wert. Bis in unsere Wohnung schleppt sie ihn mit sich herum und sie bewacht ihn, bis es endlich Abendbrot gibt.

Und dann kamen die Tage, an denen sie mir das Leben rettete. Es ist noch kein Jahr her und ich war nach dem Tod meines Mannes noch nicht wieder richtig im Leben zurück. Ich hatte immer noch oft das Gefühl, dass die Erde sich ohne mich weiterdreht und ich völlig nutzlos übriggeblieben war. Einzig meine kleine Prinzessin war der Grund, warum ich morgens überhaupt noch aus dem Bett krabbelte. Ihre pure Lust am Leben und ihre Liebe zu mir gaben mir jeden Tag immer wieder kleine Lichtblicke. Wenn ich draußen mit Luna unterwegs war, hatte ich das Gefühl, ein Teil dieser Welt zu sein, nur dann – und wir waren oft draußen zu dieser Zeit!

Luna war mein einziger Anker in dieser Welt und sie war mein kleiner Sonnenschein, zu dem ich immer konnte, wenn es mir schlecht ging. Luna war immer da, meistens auf meinem Schoß oder im Schlafzimmer – das ist heute noch ihr Reich. Meist lag sie dort friedlich schlafend, geschafft vom letzten FlitzeAbenteuer und den vielen Leckerli danach. Ein kleiner Kringel von Hund, der bequem in jedem Brotkorb einen Schlafplatz finden würde, mitten in unserem großen und leeren Bett.

Und dann kam der Tag, an dem Luna der Meinung war, dass es an der Zeit wäre, unsere kleine Familie zu vergrößern. Das war der Abend auf der Hundewiese an dem wir den Milow trafen und es war ein toller Abend, der sehr viel in unserem Leben verändern sollte. Luna hatte einen neuen Kumpel, ich hatte einen zweiten Hund und darüber hinaus hatten wir eine liebe Freundin gefunden. Ein neuer Lebensabschnitt mit vielen weiteren Veränderungen begann und ich hatte über Nacht einfach wieder Bock auf das Leben. Ich fing an, unsere kleinen Geschichten aufzuschreiben und ich mache das bis zum heutigen Tag mit wachsender Begeisterung. Ohne meinen kleinen Sonnenschein wäre das alles gar nicht passiert – ohne sie hätte ich das alles nicht geschafft!

Ich gehe nirgendwo hin, wo Luna nicht auch mit hin darf, und wenn ich es trotzdem tue, dann tut es weh. Bei dem Milow ist das anders, der scheint manchmal sogar recht froh zu sein, wenn ich auch mal weg bin und er seine Ruhe haben kann. Mit Luna ist es fast so, als wenn uns ein Gummiband verbindet, und je weiter ich mich von ihr entferne, desto mehr zieht mich dieses Band zurück. Wenn ich morgens das Haus verlasse, verabschiede ich mich zig mal von ihr und vergewissere mich genauso oft, dass ihr auch ganz bestimmt nichts passieren kann, während ich weg bin. Die Heimkehr ist jedesmal ein kleines Freudenfest, fast so, als wenn wir uns jahrelang nicht gesehen hätten. Den Milow dagegen muss ich manchmal wecken, damit er überhaupt mitbekommt, dass ich wieder da bin – aber das ist eine andere Geschichte.

Ich kann nachts nicht Schlafen, wenn Luna sich nicht unter der Bettdecke an mich ankuschelt und dabei die seltsamsten Grunzgeräusche produziert. Jedenfalls glaube ich das, denn bisher ist das nicht vorgekommen, dass sie nicht da war. Der Milow ist da anders, so wie Kerle halt oft sind. Der Hakunke schläft am liebsten am Fußende, bewacht uns und die Futtertonne und will in erster Linie seine Ruhe haben. Luna steht mit auf, wenn ich nachts mal aufs Klo muss und morgens brauche ich ihren Schlafgeruch, sonst werde ich gar nicht richtig wach. Sie hat einen guten Schlafgeruch, vor allen an den Füßen und ich liebe das. Milow riecht morgens immer, als wenn er heimlich ein Deo benutzt. Das ist auch ganz toll, aber nicht so toll wie Lunas Füße.

Auf unseren Abenteuerreisen kann ich den Rest der Welt vergessen. Wenn wir unterwegs sind und den Milow mitnehmen ist nichts mehr wichtig, außer dem, was wir gerade tun: Flitzen, Toben und alles andere, was Hunde gerne und mit Hingabe tun. Ich Glückspilz darf dann dabei sein, an der Seite meiner beiden Hunde. Welcher Mensch läuft schon bei Schietwetter stundenlang quer über irgendwelche Äcker, außer man hat Hunde dabei. Nur dann machen solche Dinge Spaß und nur dann kommt man überhaupt auf solche Ideen! Dem Milow haben wir zu verdanken, dass wir mitlerweile jede Mäusewohnung in der Gegend hier kennen und ich weiß durch ihn ganz genau, an wie vielen Laternenpfählen wir auf dem Weg zur Hundewiese vorbeikommen.

Laternenpfähle sind meiner Prinzessin egal, außer wenn Milow dran gepullert hat, dann sind die toll. Luna schiebt sich dann rückwärts mit dem Hintern an dem Pfahl nach oben, um es ihm dann möglichst weit oben gleichzutun. Warum habe ich das eigentlich noch nie geknippst?

Mein kleines Mädchen wiegt keine sieben Kilo und sie ist auf unserem Hundeplatz mit Abstand die zweitkleinste, aber sie hat eine riesengroße Seele, die in keine Waagschale passt. Von dem kleinen Häufchen Elend, der damals zu uns kam, ist überhaupt nichts mehr zu spüren. Luna ist ein wunderbarer Kumpel, meine beste Freundin und der tollste Hund der Welt! Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht den Hut ziehe vor dem, was sie in ihrem Leben alles schon gemeistert hat.

Sie ist das Beste, was mir je passiert ist!


Luna & MilowMoin Moin!

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Yeah! und schön, dass Ihr uns hier besucht habt. Wir freuen uns auf ein Wiederlesen! … Luni Luninata und der Milow H. Halunke.

3 Gedanken zu “Luna und der rote Ball

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