Testament eines Hundes

Wenn Menschen sterben,
machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben
denen zu hinterlassen,
die sie lieben.

Ich würde auch solch ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.
Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf,
mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen,
mein Spielzeug
und
den so geliebten Schoß, die sanft streichelnde Hand, die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe,
die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im tröstenden Arm.

Und, wenn ich einmal sterbe,
dann sage bitte nicht:
‚Nie wieder werde ich einen Hund haben, der Verlust tut viel zu weh!‘
Suche Dir
einen einsamen und ungeliebten Hund aus
und
gib ihm meinen Platz.

Das ist mein Erbe !!

Die Liebe, die ich zurücklasse, ist alles, was ich geben kann.

(unbekannter Verfasser)

 

Aus: Clarissa v. Reinhard, Anders Hallgren, ‚Abschied für länger‘, Animal Learn Verlag, 978-3-936188-54-7


Seelenhunde: Geschichten und Gedanken über die Liebe zu unseren Hunden

Severine Martens
TwentySix, 1. Auflage (15. März 2016)
ISBN 978-3-95544-005-3
19,90 Euro
Gebundene Ausgabe, 308 Seiten