Der gerettete Hund

Der verschenkte Hund


Und es ist doch ein Modetrend! Der sogenannte Straßenhund ist ein Modehund geworden. Der aus der Tötung oder vor dem Hungertod gerettete liegt in den Charts ganz oben. Aber auch das Elend, im Leben ohne einen ‚eigenen‘ Menschen auskommen zu müssen, findet scheinbar enormen Zuspruch. Was ist das für ein Leben? Aus der Freiheit gerettet und oftmals zu einem Dasein in Wohnung und kleinem Garten verdonnert. Dreimal täglich Gassi einmal um den Block – Auslauf, soweit es die Rolle der Flexleine hergibt. Lebenslange Haft für den Preis eines regelmäßig gefüllten Futternapfes. Ein neues Leben, vollgestopft mit neuen und bisher vollkommen unbekannten Regeln. Zum Problemhund gemacht, weil Gehorsam wenig mit Eigenständigkeit und Selbstversorgung zu tun hat und wir Hunde mit verkümmerter Problemlösungsfähigkeit bevorzugen. Zum Angsthund erklärt, weil ‚Flucht‘ auf der Straße, wie auch in freier Wildbahn, ein völlig natürliches und lebensrettendes Verhalten ist. Als aggressiv oft wieder abgegeben, weil sie gelernt haben, sich zu verteidigen, wenn man schon nicht mehr flüchten kann – und als schwer erziehbar, weil ihnen der an menschengeprägten Hunden so geschätzte ‚will to please‘ schlicht und ergreifend fehlt.

Ich bin bei der Suche nach sinnvollen Informationen über das Wesen, das Leben und die Eigenheiten von freilebenden und sich selbst versorgenden Haushunden gescheitert. Ich laufe gegen eine Wand unzählbarer Auslandshundeorganisationen und Straßenhundevermittlern. Die Informationen, die ich finde, reduzieren sich im Allgemeinen auf die dringende Notwendigkeit, aus einem Leben ohne kuscheliges Zuhause und ohne regelmäßigem Fressen erlöst zu werden. Unterstrichen werden die allermeisten Appelle mit grauenvollen Bildern halb verhungerter oder misshandelter Hunde. Die Vermittlungstiere hingegen erscheinen in der Regel wohlgenährt und werden nicht selten als so richtig tolle Familienhunde angepriesen. Die Lücken füllen halb-esoterische Versprechungen vieler Hundetrainer, -coaches und -psychologen: Man spezialisiert sich auf Angsthunde und die Therapie von Freiheitsentzug. Man findet alles, außer sinnvolle Informationen über das Leben dieser Hunde, bevor sie eingefangen wurden.

Ich habe nichts gegen den Tierschutz im Ausland oder den sogenannten Auslandstierschutz. Tierschutz ist immer und überall sinnvoll, vor allem dann, wenn hilflose Tiere leiden und Schutz brauchen. Seit gut einem Dreivierteljahr teilen Klein Luna und ich unser Leben mit dem tollsten Halunken der Welt. Der Milow überlebte ungefähr zwei Jahre in Portugal auf der Straße und vermutlich wurde er auch dort geboren. Er wurde eingefangen, weil er Menschen im Weg war. Und später wurde ihm ein besseres Leben in einem anderen Land versprochen. Er wurde eingesperrt, herumgereicht und er wurde nie gefragt! Und das ist dann auch schon alles, was wir von dem Halunken seinem alten Leben wissen. Einmal eingefangen geht es dann wohl immer sehr schnell – das Internet und die Nachfrage im fernen Land machen es möglich. Für die frühere Lebenssituation der Hunde scheint sich tatsächlich niemand zu interessieren – Hauptsache gerettet! Vor was oder vor wem gerettet? Was ist so schlecht am Leben auf der Straße und was begründet das Einfangen, Inhaftieren und Deportieren in die Fremde?

Ist die deutsche Ottonormalhundehaltung tatsächlich die bessere Alternative zum selbstbestimmten Leben in Freiheit? Ich möchte wissen, wie mein Milow sich entschieden hätte, wenn er die Chance und die Möglichkeit gehabt hätte. Erfahren werde ich es wohl nie. Es wird wohl Zeit, die rosarote Brille der deutschen Wohlstands-Haustierhaltung absetzen und in Sachen ‚Straßenhund‘ nicht nur über die Tränendrüse zu argumentieren – das ist nicht nur populistisch sondern auch gefährlich für Hund und Mensch.

Mal angenommen, Hunde könnten entscheiden:

Was sind denn der tatsächliche Bedarf und die Bedürfnisse der Hunde, die überall auf der Welt ‚verwildert‘ leben? Mit Sicherheit nicht die Sehnsucht nach einem Zuhause oder dem so oft erwähnten ‚eigenen‘ Menschen. In der Regel wird es wohl das Fehlen geeigneter Nahrungsquellen und Wasserstellen sein und/oder, dass diese nur unter Gefahren für die Hunde zu erreichen sind. Dadurch entstehen Belästigungen für den Menschen und die Gefahr der Kranksheitsübertragung auf den Menschen. Die Not und der Hunger treiben die Hunde in die Nähe menschlicher Siedlungen, denn wenn irgendwie möglich, werden diese wie die Pest gemieden.In der Folge werden die Hunde vertrieben, eingefangen oder eben auch getötet. Das Kernproblem sind aber anscheinend die nicht vorhandenen oder nur bedingt zu erreichenden Nahrungsressourcen – und damit gesundheitliche und soziale Probleme für Hund und Mensch.

Wäre es nicht ein Ziel und einige Gedanken wert, diese Idee weiter zu verfolgen? Mit Blick auf die Streunerkatzen in Deutschland ist das auch nicht gerade neu. Einfangen, kastrieren (Rüden sterilisieren), wieder freilassen – und ganz entscheidend: kontrollierte Nahrungsquellen einrichten, wie zum Beispiel Wildkatzen- und Freigängerhäuser. Hat diese Idee schon mal jemand auf das Problem der Straßenhunde übertragen? Wären gesicherte und überwachte Habitate für wildlebende Hunde nicht eine tolle Alternative zum Auslandsdeport? Sicher ist das nur eine Idee und sehr weit weg von der Wirklichkeit der Straßenhunde, aber es ist eine Idee! Warum finde ich nirgendwo auch nur einen Ansatz solch eines Vorhabens, den Straßenhunden ein artgerechtes Wildleben zu ermöglichen? Es gibt so viele Tierbefreiungsbewegungen weltweit, nur nicht für Hunde – denen wird der Wunsch nach Freiheit und Freiraum abgesprochen.

Straßenhund ist auch nicht Straßenhund. Der ausgesetzte Hund wird ganz andere Bedürfnisse in Bezug auf den Menschen haben, als einer, der auf der Straße aufgewachsen ist. Ganz anders wieder die Hunde, die schon seit mehreren Generationen auf der Straße leben. Diese werden wahrscheinlich schon deshalb wesentlich ‚überlebensfähiger‘ und robuster sein, als die neu Hinzugekommen. Sicher spielt es dann auch noch eine Rolle, ob die Hunde eher im ländlichen Raum leben, oder im Zentrum einer Großstadt – ob sie gelernt haben, sich ihre Beute selber zu erlegen und/oder überhaupt eine Chance dazu hatten. Rassedispositionen werden eine große Rolle im Überlebenskampf auf der Straße spielen, genauso wie der Gesundheitszustand der Tiere. Nicht jeder ausgesetzte Hund wird die Fähigkeit haben, in einem wildlebenden Rudel überleben zu können – aber auch nicht jeder wird daran scheitern.

Es gibt viel unbeschreibliches Elend auf den Straßen Europas – auch unter Straßenhunden! Aber alleine der Umstand, dass ein Hund ohne menschlichen Bezug aufwächst und lebt, ist kein Grund, diesen aus seinem vertrauten Lebensraum zu entreißen. Schon gar nicht, um eine trendgeprägte Nachfrage zu befriedigen und die Taschen von Hundehandel & Co. mit Geld zu füllen. Fast ein Viertel der Vermittlungshunde aus mir bekannten deutschen Tierheimen stammen mitlerweile aus dem europäischen Ausland. Modetrends sind nie von langer Dauer und haben ein kurzes Gedächtnis.

Dieser Text ist kein Plädoyer gegen den Auslandstierschutz, sondern nur gegen die Art und Weise, wie er vor meinem Erlebnishorizont betrieben wird – insbesondere im Rahmen bekannter Social-Medias. Die Vermittlung von Nothunden nach Deutschland, denen andersweitig nicht geholfen werden kann, ist gut und sinnvoll. Sie ist aber nicht die Lösung des Problems der Straßenhunde und verlagert die Problematik nur von einem Land in das nächste – jedenfalls, wenn sie maßlos und ohne Alternativen betrieben wird.


Luna & MilowMoin Moin!

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Seelenhunde: Geschichten und Gedanken über die Liebe zu unseren Hunden

Severine Martens
TwentySix, 15. März 2016
ISBN 978-3-95544-005-3
19,90 Euro

81 Gedanken zu “Der gerettete Hund

  1. Ich gebe dir recht, dass viele Hunde aus der „Tötungsstation“ so manchem Besitzer einen Heiligenschein aufsetzen.
    Ich gebe dir nicht recht, dass es den Straßenhunden besser geht wenn sie frei sind.
    Arbeite aktiv in Südspanien im Tierschutz mit.

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  2. Wir haben ein spanisches Überraschungsei bekommen. Unser Hund leidet an einer Pankreasinsuffizienz und hatte, als wir ihn holten auch noch eine Dickdarmentzündung. Er konnte das Gefressen nicht verwerten und hatte permanent extremen Durchfall. Hätten wir ihn nicht genommen hätte ihn sicher jemand anderer adoptiert.
    Der Punkt ist ohne Hilfe und die Diagnose seiner Krankheit hätte er nicht überlebt.

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      • Bei allem Respekt, aber einfach mal den ganzen Text lesen und versuchen alles zu verstehen. Und selbstverständlich ist Tierschutz im Allgemeinen eine Einstellungssache, was aber nicht ausschließt, dass das Einfangen und Importieren von Auslandshunden immer noch ein Trend ist. Derzeit mehr denn je, denn der Text hier ist mithin schon drei jahre alt! Wenn Du den ganzen Text gelesen und verstanden hast, wirst Du sehen, dass es mir ausschließlich um eine differenzierte Sicht der Dinge geht und nicht um irgendwelche dumme Statements auf Facebook-Niveau …

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  3. Mir wird immer ein wenig mulmig, wenn ich solche Artikel lese. Warst du schon einmal lange Zeit in einem der Länder, in der es die scheinbaren Straßenhunde gibt? Ich meine keinen normalen Urlaub, sondern wirklich über längere Zeit. Ich lebe seit über 14 Jahren in Südspanien und habe bisher einmal eine Mutterhündin mit ihrem Nachwuchs gesehen, die frei und scheinbar zufrieden in der Natur lebten. Die hat auch niemand eingefangen – allerdings sind sie irgendwann nicht mehr aufgetaucht. Vielleicht erschossen? Das wäre sehr gut möglich.

    Ansonsten sind die sogenannten Straßenhunde Hunde, die irgendwer nicht mehr wollte und auf die Straße (oder in die Mülltonne oder an den Strand usw. ) gesetzt hat. Diesen Hunden geht es nicht nur um Futter und Wasser.

    Meine Hündin habe ich vor ca. 3 Jahren an einer unbebauten Küste gefunden. Ihr Alter wurde damals vom Tierarzt auf maximal 6 Wochen geschätzt. Sie hätte garantiert nicht überlebt, in der vermeintlich schönen Freiheit. Und meine Hündin ist kein Einzelfall. Hier werden jedes Jahr zahlreiche Welpen entsorgt – wenn diese Welpen Glück haben, werden sie auf die Straße gesetzt, wo sie noch jemand finden kann. Oft landen sie lebendig im Müllcontainer.

    Du kannst auch gerne mal zum Tierschutzverein kommen, bei dem ich ein bisschen helfe. Die Hunde nehmen natürlich gerne ein Leckerli an, aber das schlucken sie runter und betteln förmlich nach Streicheleinheiten. Das sind ganz unterschiedliche Hunde und manche kommen sehr ängstlich bei uns an. Viele sind abgemagert, obwohl sie auf der Straße genug zu fressen finden könnten. Die Jagdhunde (z.B. Podencos oder Galgos) könnten sich im Grunde auch ihre Nahrung erjagen und dennoch laufen gerade diese Hunde als wandelnde Skeletts durch die Gegend. Du glaubst nicht, wie sehr diese Hunde aufblühen, wenn sich ein Mensch mit ihnen beschäftigt.

    Es mag in irgendwelchen Ländern noch wirklich wilde Hunde geben. Die dürften aber rar gesät sein und diese Hunde würde auch ich nicht einfangen und vermitteln. Die sogenannten Straßenhunde Spaniens muss man in der Regel nicht einfangen und die Hunde, die eingefangen werden, sind schlicht und ergreifend ängstlich, weil sie schlechte Erfahrungen mit Menschen machten. Darunter sind ängstliche Hunde, die nur in Angsthund erfahrene Hände gehören und ängstliche Hunde, die schnell wieder Vertrauen aufbauen.

    Was ich mir wünsche ist: Ehrlichkeit seitens der Tierschutzvereine und gutes Nachdenken seitens der neuen Halter. Ich mag es gar nicht, wenn Tierschutzvereine nicht über die „Macken“ der Hunde aufklären und somit der neue Halter ein falsches Bild vom Hund bekommt. Und der neue Halter sollte sich gut überlegen, ob er den Hund wirklich möchte oder nur aus Mitleid auswählt.

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    • Es tut mir leid, wenn ich bei Dir den Eindruck von Ahnungslosigkeit erweckt habe. Ich bin meine halbes Leben durch Europa getingelt und deshalb möchte ich Dir eine Gegenfrage stellen: Welche europäische Region außer Südspanien ist Dir in diesem Zusammenhang bekannt? Und noch einen: Du schreibst doch gar nichts anderes als ich selber. Ist Dir das gar nicht aufgefallen? LG Severine

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      • Nein, das ist mir nicht aufgefallen. Im Artikel werden Straßenhunde über einen Kamm geschert. Vom Tingeln kenne ich auch andere Länder, aber dadurch lernt man ein Land nicht wirklich kennen. Länder wir Rumänien und Co. kenne ich nicht. Ich war zwar als Jugendliche in Rumänien, aber dort in einem Ferienort. Da gabs keine Straßenhunde. Dort gibt es tatsächlich noch wilde Hundegruppen, wie ich von jemandem weiß, der dort lebt. Wie schon gesagt würde ich solche Hunde auch nicht vermitteln.

        Du schreibst: „Es gibt viel unbeschreibliches Elend auf den Straßen Europas – auch unter Straßenhunden! Aber alleine der Umstand, dass ein Hund ohne menschlichen Bezug aufwächst und lebt, ist kein Grund, diesen aus seinem vertrauten Lebensraum zu entreißen. Schon gar nicht, um eine trendgeprägte Nachfrage zu befriedigen und die Taschen von Hundehandel & Co. mit Geld zu füllen. Fast ein Viertel der Vermittlungshunde aus mir bekannten deutschen Tierheimen stammen mitlerweile aus dem europäischen Ausland. Modetrends sind nie von langer Dauer und haben ein kurzes Gedächtnis.“

        Welche vertraute Umgebung meinst du? Die Straße, auf die sie ausgesetzt wurden?

        Weiter oben schreibst du: „Der ausgesetzte Hund wird ganz andere Bedürfnisse in Bezug auf den Menschen haben, als einer, der auf der Straße aufgewachsen ist. Ganz anders wieder die Hunde, die schon seit mehreren Generationen auf der Straße leben.“

        In manchen Ländern mag es Hunde geben, die auf der Straße (oder im Wald usw) aufgewachsen sind. Nun glaube ich nicht, dass diese eingefangen werden, um Geld damit zu scheffeln. Länder wie Rumänien sammeln die Hunde ein, um sie schließlich zu töten – wenn die Hunde nicht ewig im Zwinger hocken müssen. Es ist immer wieder die Sprache vom Hundehandel mit Straßenhunden. Wer macht sich denn damit die Taschen voll? Die Frage ist ehrlich gemeint.

        Das, was ich weiß, sind die Hundefänger, die Geld für die Hunde bekommen und auch Hunde wieder freilassen, um sie nochmal einzufangen. Das bringt dann Geld.

        Aber ein Tierschutzverein, der die Hunde aufnimmt, medizinisch versorgt, impfen lässt usw., der verdient in der Regel nichts an den Hunden.

        Die Vermittlung von Hunden aus dem Ausland ist natürlich keine langfristige Lösung. Sie ist eine Lösung für den einzelnen Hund. In Ländern wie Spanien müssten die Gesetzgeber mitziehen, aber die interessiert das reichlich wenig. In der spanischen Bevölkerung gibt es aber einen Wandel. Besonders junge Menschen denken mittlerweile anders über Tiere und den Umgang damit. Es gibt mittlerweile auch viele spanische Tierschutzorganisationen. Auf der anderen Seite gibt es leider immer noch zu viele Menschen, die im Tier einen emotionslosen Gebrauchsgegenstand sehen. Diese Menschen sind – meiner Meinung nach – auch nicht zu ändern. Und genau diese Menschen machen es aber schwer, dass sich an der Situation schneller etwas zum Positiven ändert.

        Kastration der Straßenhunde wäre vielleicht eine Lösung. Nur, wer trägt die Kosten? Das Problem der Vermehrung betrifft in erster Linie noch nicht einmal die Straßenhunde. Entweder empfinden es Spanier als unnatürlich, einen Hund zu kastrieren (dann wird der Nachwuchs lieber ertränkt oder in den Müllcontainer geworfen) oder sie sagen, sie hätten kein Geld für eine Kastration. Die Würfe, die jedes Jahr gefunden werden, stammen zum größten Teil von Hunden, die irgendjemanden gehören.

        Ach ja, ein Thema, das man endlos diskutieren könnte. Glaube mir, ich wäre froh, wenn ich hier keinem „Straßenhund“ mehr begegnen würde. Das wäre super toll. Da dieser Idealzustand aber nicht besteht, freue ich mich für jeden Hund, den ich hier kennenlerne, wenn er ein neues Zuhause bekommt.

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      • Nachhilfe: „Straßenhund ist auch nicht Straßenhund. Der ausgesetzte Hund wird ganz andere Bedürfnisse in Bezug auf den Menschen haben, als einer, der auf der Straße aufgewachsen ist. Ganz anders wieder die Hunde, die schon seit mehreren Generationen auf der Straße leben. Diese werden wahrscheinlich schon deshalb wesentlich überlebensfähiger und robuster sein, als die neu Hinzugekommen. Sicher spielt es dann auch noch eine Rolle, ob die Hunde eher im ländlichen Raum leben, oder im Zentrum einer Großstadt – ob sie gelernt haben, sich ihre Beute selber zu erlegen und/oder überhaupt eine Chance dazu hatten. Rassedispositionen werden eine große Rolle im Überlebenskampf auf der Straße spielen, genauso wie der Gesundheitszustand der Tiere. Nicht jeder ausgesetzte Hund wird die Fähigkeit haben, in einem wildlebenden Rudel überleben zu können – aber auch nicht jeder wird daran scheitern.“

        Was schere ich über einen Kamm?

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  4. Hier in Spanien gibt es ein Gesetz, dass Streuner von der Strasse geholt und mindestens 10 Tage artgerecht untergebracht werden müssen. In der Praxis sieht das so aus, das die Hunde eingefangen, in Tötungsstationen „aufbewahrt“ (oft ohne Futter, Wasser und ärztliche Betreuung) werden und nach einer kurzen Frist getötet werden. Die Straßenhunde leben deshalb oft im Wald oder verstecken sich in den Feldern. Sie verlassen ihre Verstecke nur nachts, um diesen Einfangaktionen zu entgehen. Sieht so ein glückliches Leben in Freiheit aus?

    Spanien ist leider immer noch das Land in Europa, wo die meisten Hunde ausgesetzt werden. Diese würden ohne Hilfe von Tierschutzorganisationen das oben geschilderte Schicksal erleiden. Ich finde es deshalb absolut legitim, wenn diese Organisationen versuchen, so viele Hunde wie möglich, auch ins europäische Ausland, zu vermitteln. Die mit der Vermittlung erhobene Schutzgebühr (für die Kosten von Kastration, Impfungen, Verpflegung, ärztliche Betreuung etc.) ermöglicht es den Organisationen, auch vor Ort helfen zu können!!

    Ich denke, hier haben Strassenhunde oder Streuner, wie immer man sie nennen mag, keine Chance auf ein glückliches Leben in Freiheit. Dazu müsste erst ein gewaltiger Umdenk-Prozeß stattfinden, der zwar begonnen hat, aber leider nur sehr langsam voran geht. Bis dieser Prozeß beendet ist, ist es, meiner Meinung nach, für jeden Strassenhund die bessere Alternative, sicher in einer Familie zu leben, in der er Zuwendung und, ohne darum kämpfen zu müssen, seine Verpflegung bekommt und mit Artgenossen spielen zu können.

    Jedes Lebewesen hat Anspruch auf ein Leben in Würde !

    In diesem Sinne liebe Grüße aus Spanien
    Monika

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    • Da schreibst Du viel Wahres, aber dennoch denke ich, dass man Straßenhunde nicht über einen Kamm scheren kann. Viele werden in der Lage sein, in den ‚Wäldern‘ ein artgerechtes leben zu führen … und viele andere nicht! Nur weil es für unsere Augen schlecht scheint, muss es für die Hunde nicht auch zwangsläufig schlecht sein. Freiheit ist ein hohes Gut und ein wesentlicher Teil artgerechten und würdevollen Lebens. … der volle Napf und ein Leben an der Leine und im Vorgarten allerdings nicht!

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  5. Vielen Dank für diesen Artikel. Ich habe ihn geteilt als Diskussionsgrundlage…auch wenn ich so gar nicht wirklich Deiner Meinung bin.

    Ich gebe hier einfach mal meinen „Senf“ exakt so dazu, wie ich den Artikel geteilt habe:

    Erstmal möchte Frauchen der XXX danken, fürs teilen dieses Beitrages. Da stehen einige gute und diskussionswürdige Ansätze drin. Viele (aus unserer Erfahrung) heraus werden aber auch gar nicht bedacht.

    Dennoch ist es wert, den Beitrag mal differenziert zu betrachten.

    Ja, der „gerettete“ Hund ist ein Modetrend.
    Ja, sehr viele Menschen hätten sich besser einen kleinen kuscheligen Welpen…oder besser noch ein Stofftier geholt.
    Ja, die Vermittlung aus dem Ausland lässt häufig zu wünschen übrig.
    Ja, man bekommt ein Überraschungsei.
    Ja, Auslandshunde sind anders.
    Ja, viele Adoptanten sind sich weder bewusst was auf sie zukommt, noch sind sie bereit sich mit ihrem Hund zu entwickeln.

    Nein, die wenigsten Auslandshunde sind „echte“ Straßenhunde. Auch Hiro und Elli nicht. Hiro wurde als Welpe weggeworfen…sie stammt vermutlich eher von einem Bauernhof. Elli wurde auch im Mülleimer gefunden. Das sind so erstmal keine Straßenhunde, sondern Hunde, die dort wo sie leben (und das gibt es auch bei uns zigfach, aber nicht in diesem Ausmaß) einfach achtlos entsorgt wurden.

    Hier im Haus leben noch zwei weitere Auslandshunde, die zumindest zuweilen echte Straßenhunde waren. Der eine war aber wohl zumindest mal ein Hofhund.
    Beide wurden nicht von der Straße eingesammelt weil es für sie ja besser ist, sondern weil entweder akute Lebensgefahr für sie bestand (Rumänien) oder weil sie von den örtlichen Behörden eingesammelt wurden (was auch wieder akute Lebensgefahr bedeutet)

    Der eine kann tatsächlich nicht frei laufen, ob seines Jagdtriebes (ein echter Selbstversorger) – ist aber sonst ein begeisterter Hofhund der sich über jeden Hausbewohner freut, der nach Hause kommt. Das ist nämlich sein neuer Job… Aufmerksamkeit und Liebe einsammeln. Gut…die Katzen im Garten haben jetzt echt schlechte Karten „tongue“-Emoticon (sind aber meist schneller). Der andere liebt seine Gassigänge. Da er aber viel lieber in bebautem Gebiet läuft, als in Wald und Feld bekommt er extra Runden und darf ein stückweit, wie früher um die Häuser ziehen.

    Hier passt aber auch das Frauchen, die jedes Überraschungsei annehmen kann, erkennt was der Hund braucht. Ihn in Bahnen lenkt, dass er möglichst konfliktfrei durch unsere Welt kommt und dennoch ein gutes Stück Eigenheiten behalten darf.
    Und so sollte ein Adoptant eigentlich aussehen.

    Ein Kommentar schüttelt mich wirklich bei dem Artikel:
    „Noch ein gewagter Gedanke: Jedes dieser Tiere, die zweifelhaft glücklich werden, nimmt hier im Deutschland einem Hund den Platz weg, der von ernsthaften also wirklich seriösen Züchtern in Familien gegeben werden könnte. Diese hören mit der Zucht dann auf, und schon vermehren sich die Straßenhunde noch mehr—Bedarf ist ja da! Schon mal nachgedacht darüber? Ich züchte keine Hunde aber bevorzuge einen Hund aus einem seriösen Umfeld. Bin immer(!) gut damit gefahren, und hatte nie Probleme mit diesen Hunden, denn die zugesicherten Eigenschaften waren vorhanden. Das aber erfordert ja mehr finanziellen Einsatz und auch der Züchter muss gefunden werden.“

    Ich sehe in unserer Straße: Den Jagdhundezüchter der faulerweise seinen Hund aus dem fahrenden Auto führt…..
    Ich sehe den „Züchterausschuß“ (Zahnfehler) von einem Schäferhundezüchter (Leistungszucht), bei einem Rentner, der zweimal am Tag 10 Minuten mit dem Hund „läuft“
    Ich sehe…den Pudelzüchter, mit mehr als 6 Hunden, die eigentlich außer Garten nur ein paar mal die Woche auf den Trainingsplatz kommen zum Laufen….
    Ich sehe das Problem gar nicht so bei den Hunden…ich sehe das Problem, egal in welchem Bereich bei den Menschen.

    Ich würde mich jederzeit wieder für den Hund entscheiden, der mir zusagt…ob das jetzt ein deutscher Hund aus einem deutschen Tierheim ist, oder wie bisher immer eher aus Zufall ein Hund aus anderen EU-Ländern…. Es muss passen von den Ansprüchen (Größe, lebhaftigkeit), ich bin bereit mit allen meinen Hunden zu arbeiten…ob das jetzt im Sport ist, oder an der Sozialisierung ist mir schnuppe….Ich bin flexibel (und Hundeführer) genug ich auf meinen Hund einzustellen….

    Daran mangelt es. Aber das liegt nicht daran, dass der Auslandshund in Mode kommt, sondern, dass Hinz und Kunz heute einen Hund hat.

    Hinz und Kunz begegnen mir übrigens ständig. Muss ein weit verbreiteter Name sein… Viele davon haben übrigens Labradore…oder in den letzten Jahren auch gerne Ridgebacks oder Viszlas…. (Übrigens natürlich vom Züchter)…manche davon haben tatsächlich Auslandshunde. Bei dem ein oder anderen hab ich mir auch schon gedacht…gut, wäre für uns alle besser, der Hund wäre da geblieben wo er herkam…..Manche davon sind wirklich von der „Retter“ Fraktion. Viel häufiger aber, sind die Hundehalter, die ich treffe, die wirklich mit ihrem Hund gewachsen sind und sich Kompetenz angeeignet haben (oder schon hatten).

    Das Hinz und Kunz Phänomen macht mir viel mehr Sorgen.

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    • Sehr gute Denkansätze. Auch mir macht Hinz und Kunz mehr Sorgen und die mangelnde Bereitschaft, sich wirklich auf seinen Hund einzulassen und ihm das zu geben, was er benötigt an Führung, Klarheit, Konsequenz und sozialer Zuwendung, gleich ob man ihn aus dem In- oder dem Ausland hat, ob vom Züchter oder aus dem Tierheim etc.

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  6. Ich finde, es ist ein Artikel, der die Sache sehr gut trifft. Vor allem, weil er nicht in Anspruch nimmt, dass es so und nicht anders ist, sondern eben nur Gedanken zu dem Thema zusammenfasst. Ich selbst bin des öfteren mit diesem Thema konfrontiert worden, allerdings in Bezug auf Katzen, die ja noch um einiges freiheitsliebender und selbständiger sind. Ich hatte Fotos bei Facebook von griechischen Streunerkatzen gepostet, die ich dort auch gefüttert habe. Da kommt vielfach die Frage, ob ich denn wenigstens eine davon mitnehmen würde. Sie sind ja alle so süß – und so arm. Und jeder Mensch muss die doch einfach retten wollen. Will ich ja auch, aber wenn ich dann darüber nachdenke … Mal abgesehen davon, dass die Formalitäten, um ein Tier LEGAL einzuführen, während eines Urlaubs von zwei Wochen nicht zu schaffen wäre – und mal abgesehen davon, dass ich es für nicht gerade einfach halte, einen Tierarzt auf einer griechischen Insel zu finden, der u.a. nach EU-Norm chippt – glaube ich nicht, dass ich eine solche Katze im Haus glücklich wäre. Ein Bekannter hätte auch angeboten, einen kleinen Kater, den er am Bild gesehen hatte, bei sich aufzunehmen. Ich könnte so was aber nicht verantworten, einen Streuner in Wohnungshaltung zu geben. Auch um des frischgebackenen Besitzers Willen. Man muss auch bedenken, dass gerade junge Katzen sehr zerstörerisch sein können, wenn sie bislang immer nur draußen waren und vor allem: Sie haben kein normales Fressverhalten. Zunächst wird einmal alles gefressen, was annähernd essbar ist, also beispielsweise auch Brot (klar, für Menschen okay, aber bei einer Katze rechnet man nicht damit, dass man auch das wegschließen muss) und es wird gefressen, solange da ist. Auch bis zum Erbrechen. Und zehn Minuten später wird schon wieder lautstark um Futter gebettelt. Es ist also unmöglich, ihnen einfach Trockenfutter zur Selbstbedienung hinzustellen, wenn man mal länger weg ist und das ist ja wohl jeder mal. (Allein schon wegen Beruf/Ausbildung. Oder weil man nachts schläft, da gibt es halt ein bisschen was zum Knabbern, um die Zeit bis zum Frühstück zu überbrücken.) Ich könnte mir nicht vorstellen, so eine Katze drinnen zu halten. Die einzige halbwegs akzeptable Möglichkeit wäre meiner Ansicht nach im Garten mit Zugang zu einem geschützten Platz wie einer Gartenhütte. Nur ist es aber so, dass gerade für solche Katzen die Tierheime hierzulande auch händeringend solche Plätze suchen. Ich war in einem Tierheim und es ist leider so, dass viele der Katzen scheu sind und deshalb auch gar nicht als normale Haustiere vermittelt werden, weil man dort ja auch um die Probleme weiß. Man wäre aber sehr dankbar, wenn jemand so eine Katze beispielsweise in einem Reitstall unterbringen und eben einfach täglich Futter hinstellen könnte. Es gibt aber auch eine ganze Reihe sehr zutraulicher, gepflegter, gesunder Katzen, die auch nicht so einfach ein zu Hause finden, vor allem, wenn sie keine Babys mehr sind. Dabei sind viele trotzdem noch jung, aber halt schon ausgewachsen. Da frage ich mich dann auch, warum man unbedingt eine aus irgendeinem Mittelmeerland von der Straße fassen muss. Und bei Hunden ist es wohl auch gar nicht so anders. Vielleicht sollte man einfach mal hierzulande ein Tierheim besuchen, da kann man auch ein Tier “retten”. Nur ist es halt weniger spektakulär, weil die Tiere halt nicht vom Hungertod bedroht sind.

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  7. Keine neue Idee und dazu noch eine, die von vielen Tierschutzorganisationen im Ausland bereits verfolgt wird. Leider oft mit zweifelhaften Ergebnissen, denn Fakt ist nun einmal das gerade im Ausland sehr viele Einheimische scheinbar sogar Spaß an Tierquälereien, Vergiftungsaktionen, Verstümmelungen oder „Schießübungen“ haben und wenig Interesse den Tieren irgendwelche „Reservate“ zu gönnen. Wer sich da ernsthaft fragt, ob sich die Tiere diese „wunderbare Freiheit“ unter den herrschenden Umständen aussuchen würden, sollte mal einige Monate in diesen Ländern leben und sich das Elend anschauen. Es ist oftmals kaum zu ertragen, schon für den „Zuschauer“ nicht so denn er wirklich tierlieb ist.

    Der „verwegene“ Gedanke von irgendwelchen Plätzen, die hier Zuchthunden verloren gehen, schüttelt mich geradezu. Ebenso die Behauptung nur so zu einem „gut sozialisierten“ Hund zu kommen – das genaue Gegenteil scheint mir eher der Fall zu sein, wenn ich diesen wunderbar sozialisierten??? Hunden auf meinen Spaziergängen begegne. Wer meint, er müsse einen Rassehund haben wird sich ohnehin einen kaufen – geizige Käufer allerdings eher bei Schwarzzüchtern und damit bestens für weiteres Tierleid sorgen …. und das sogar großteils IM Ausland, woher die Welpen kommen.

    Keiner dieser Hunde „nimmt einem anderen hier einen Platz weg“!
    Langzeitinsassen in unseren Tierheimen sind oftmals große oder Anlagehunde mit besonderen Auflagen, während selbst unsere Tierheime kleinere Hunde gerne aus dem ausländischen Tierschutz übernehmen und vermitteln, weil da die Vermittlungsrate gut ist und teils sogar mehr Nachfrage als hier vorhanden ist.
    Mal ganz davon abgesehen, das die Vermittlung oder Nichtvermittlung unserer Tierschützer hier manchmal sehr fragwürdig ist und man fast den Eindruck bekommen könnte, sie möchten bloß nicht zuviele Hunde vermitteln. Vielleicht würde es mehr Sinn machen, sich mal darum zu kümmern als gebeutelten Tieren aus dem Ausland den Platz nicht zu gönnen.

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    • „Der “verwegene” Gedanke von irgendwelchen Plätzen, die hier Zuchthunden verloren gehen, schüttelt mich geradezu. Ebenso die Behauptung nur so zu einem “gut sozialisierten” Hund zu kommen“ … wo schreibe ich das?

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  8. Also ich finde, man sollte auch den Verbleib der Hunde auf der Straße nicht als pauschal besser ansehen. Ob es so toll ist, sie einzufangen, zu kastrieren und dann mit kaum verheilter Bauchwunde und Hormonchaos wieder auszusetzen, weiß ich nicht. Von den Leuten, die so etwas tun, wird oft die Freiheit, die sich die Hunde angeblich wünschen, als Argument gebraucht. Aber möchten diese Hunde das wirklich? Oder ist der glückliche freie Straßenhund auch nur so ein gefühlsduseliges Trugbild wie das von dem „geretteten“ Straßenhund?

    Ich kenne so einige ehemalige Straßenhunde aus dem Süden, die sich hier bestens als Familienhunde eingelebt haben. Sie sind weder unglücklich noch übermäßig gestresst.
    Hunde sind Haustiere und nicht für das Überleben in der sogenannten Freiheit gemacht (abgesehen von einigen usprünglichen Rassen). Also kann es immer nur ein Notbehelf sein, sie auf der Straße zu füttern, um ihnen das Überleben zu ermölglichen.
    Ich weiß für diese Probleme auch keine Lösung. Vielleicht müsste man mehr darauf hin arbeiten, die Einstellung der Menschen in den entsprechenden Ländern langfristig zu ändern.

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  9. Noch ein gewagter Gedanke: Jedes dieser Tiere, die zweifelhaft glücklich werden, nimmt hier im Deutschland einem Hund den Platz weg, der von ernsthaften also wirklich seriösen Züchtern in Familien gegeben werden könnte. Diese hören mit der Zucht dann auf, und schon vermehren sich die Straßenhunde noch mehr—Bedarf ist ja da! Schon mal nachgedacht darüber? Ich züchte keine Hunde aber bevorzuge einen Hund aus einem seriösen Umfeld. Bin immer(!) gut damit gefahren, und hatte nie Probleme mit diesen Hunden, denn die zugesicherten Eigenschaften waren vorhanden. Das aber erfordert ja mehr finanziellen Einsatz und auch der Züchter muss gefunden werden. Er ist auch vielleicht nicht so „dankbar“ wenn man einen seiner Hunde erwirbt, wie ein Tierheim, dass einen Straßenhund vermitteln konnte. Vor Jahrzehnten habe wir das Alles schon mit den Pferde durch nach der Ostöffnung, als sie in Qualtransporten zu uns gekarrt wurden. Das hat der guten Pferdezucht damals einen großen Schaden zugefügt, weil wertvolle Zuchtiere aus der Zucht genommen werden mussten… Das kommt jetzt bei den Hunden auch! Garantiert.

    Grüße Marion Eckardt-Grefermann

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    • Sorry, das ist wirklich ein unglaublich kurzsichtige Behauptung … wieviele angebliche „Züchter“ sind nichts anderes als kommerzielle Vermehrer, deren Welpen mehr Krankheiten und Anomalien aufweisen als 10 Straßenhunde zusammen.
      Ein Aspekt bei den Auslands-„Tierschutzorganisationen“ kommt gar nicht zur Sprache, nämlich die Frage nach dem Kommerz: Die 200€, die wir hier für die Rettung eines Straßenhundes bezahlen sind in Rumänien und Bulgarien wirklich eine MENGE Geld. Dort liegen die Einkommen, wenn die Menschen überhaupt einen Job haben, selten über 600€ im Monat …

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  10. Wir haben völlig überraschend einen Tierheimhund adoptiert. Noch dazu einen Herdenschutzhund, der jetzt in der Stadt in einer Wohnung mit kleinem Garten lebt. Also völlig unnatürlich, möchte man meinen. Dennoch will er bei Ausgängen immer so rasch wie möglich wieder nach Hause. Der Grund: Durch sein vorheriges Leben hat er einen immens hohen Grundstresspegel. Das zwang mich, mein Denken vollkommen umzustellen. Seit der Zeit weiß ich, dass wir Menschen endlich begreifen müssen, dass Hunde mindestens so individuell sind wie wir Menschen. Das Kategorisieren ist der falsche Weg. Darum befürworte ich die Meinung des Artikels voll und ganz. Lernen wir endlich, die Dinge aus der Sicht der Hunde und nicht aus unserer Sicht zu sehen. Diese wird durch Gutmenschendenken oft genug verfälscht und zur Meinungsdiktatur. Meine Idealwelt: Straßenhunde dürfen ihre Freiheit leben und werden von uns bei Bedarf gesundheitlich versorgt (Parasiten, Tollwut, Wasser, Unterstände etc.). Nur die, die auf der Straße nicht überlebensfähig wären, kommen zur Vermittlung. Es gäbe dann immer noch genug zu tun.

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    • Etwas anderes habe ich doch aber auch gar nicht geschrieben. Letztlich schreibe ich ja vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit meinem ehem. Straßenhund Milow und bei dem stelle ich mir noch heute die Frage, ob seine ‚Rettung‘ wirklich so eine tolle Sache für ihn war. Aber seis drum, er ist nun mal hier und wir werden nach wie vor das Beste draus machen.

      „Lernen wir endlich, die Dinge aus der Sicht der Hunde und nicht aus unserer Sicht zu sehen“, ein ganz wichtiger Satz!

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  11. Vieles ist mir aus der Seele geschrieben! Man wird ja teilweise schon „angefeindet“, weil man einen Hund vom Züchter hat und keine arme Seele gerettet hat. Ja, es ist ein Trend in meinen Augen. Dadurch machen sich viele Leute zum vermeintlichen „Gutmenschen“. Ich vertrete schon immer die Meinung, dass es nicht jedem exportierten Hund schlecht ging. Sie hatten in vielerlei Hinsicht ein besseres Leben. Ich meine nicht die misshandelten, an Ketten gehaltenen Hunde oder die Hunde, die in südlichen Ländern bei hohen Temperaturen auf Dächern oder sonstwo gehalten werden und ein wirklich besch….. Leben haben. Sondern die vielen Hunde, die durch die Gegend ziehen und frei sind. Die in Rudeln leben, sich ihre Nahrung beschaffen und das tun, was ein Hund gerne tut. Frei sein und durch die Gegend ziehen. Ich persönlich kenne einige dieser Hunde, die hier in meinen Augen kein schönes Leben haben. Sie leben warm und trocken, Futter gibts reichlich. Punkt, das wars auch schon. Weil „Gutmensch“ hat ja schon genug gemacht, indem er diesen Hund „gerettet“ hat. Da wird nicht weiter reininvestiert. Da wird weder mit den Hunden gearbeitet, sie werden nicht artgerecht beschäftigt, die „Macken“ werden mit der ach-so-bösen Vergangenheit schulterzuckend entschuldigt, man ist ja eh machtlos.

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  12. ich engagiere mich für strassentiere in der türkei. wir kastrieren die tiere und sie gehen wieder zurück auf die strasse. wir suchen leute, die die tiere füttern (dafür bekommen sie von uns futter). es gibt aber auch tiere die kommen in unser tierheim weil sie ausgesetzt wurden und das strassenleben nicht kennen. auf der strasse ist das leben hart und nur die starken überleben. wir haben im übrigen grosse probleme unsere hunde zu vermitteln da die tiere bevor sie ausreisen dürfen aus der türkei mindestens 7 monate sein müssen. und ich glaube nicht, dass es „in“ ist ein strassentier zu haben. die meisten leute wollen junge tiere

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Na, dann mal ran an die Tasten und einen Pfotenabdruck dagelassen!

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