Hudengo oder Podensky?

Nachdem nun klar ist, dass der Milow ein Halunke und gar kein Podengo ist, wird es Zeit, mal etwas tiefer in die Theorie seiner rassetypischen Herkunft einzusteigen. Trotz des lauten Protestes von Milows Seite müssen einige grundsätzlich Dinge mal klar gestellt werden. Der Auslöser war eine an uns vorbeigehende Passantin vom Typ Hundeauskennerin und Immerrechthaberin. Da sei doch sicher ein Husky mit drin, jubelte sie mir entgegen und  mein kurzes ‚Nö‘ wurde mit einem selbstsicheren ‚Doch Doch Ganz sicher!‘ quittiert.

Ganz plötzlich war er wieder da, dieser Moment, wo man einfach sprachlos ist und einem hinterher einfällt, was man alles noch hätte sagen können. Milow zischelte so vor sich rum und übersetzt könnte es heissen: Podengo bitte, einfach nur Podengo, denn Huskys würden im Gegensatz zu ihm niemals frieren. Außerdem wären die dick und plüschig, wie der Oskar von der Hundewiese, und den könne er sowieso nicht leider. Podengos frieren im Winter, Milow friert im Winter und wer das nicht logisch fände, könne ihn mal kennenlernen!

Wir gingen zügig weiter, ich mit einem Fragezeichen über dem Kopf und der Milow mit einem Blick, der nur sagte: Nein Nein , das kann nicht sein, auf gar keinen Fall! Aber die Frage blieb in meinem Kopf und zu Hause angekommen, musste ich dann wirklich mal in Ruhe überlegen. Mitlerweile schließe ich mich Milows Protest an, entgegen Lunas feixendem Grinsen und ihrer Schadenfreude. Husky kommt uns nicht in die Tüte, da doch schon eher so ein dösiger Labrador. An diesen Gedanken hatten wir uns doch schon richtig gewöhnt und so soll es in Zukunft auch bleiben.

Wer will schon ein Hundego sein? Womöglich noch ein Sibigisiescher Hudengo. Spaßvögel würden womöglich noch einen Portubirieschen Podensky draus machen, auf seine Kosten. Nein, Labradengo klingt da noch um Längen besser! Wenn Mama oder Papa ein Labrador waren, ginge das in Ordnung. Solange er nicht Paul heissen und braun sein muss, wie fast jeder Labrador hier bei uns im Eck. Aber wehe es kommt mal einer, der ihn auch nur einmal Popodor nennen, dem würde er aber so richtig Bescheid sagen. Er besteht nunmal auf seinen Portugisieschen Podengo –  mit wahrscheinlich einem Labrador drin, aber auch nur ein klitzekleines bisschen, mehr nicht!

Bleiben wir also bei Portugisieschem Labradengo, lassen die kynologische Kirche im Dorf und ignorieren weiterhin erfolgreich alle anderslautenden Behauptungen – wir hier sind uns jedenfalls sicher und auch der Halunke kann wieder ruhig schlafen, jawoll!

Wald Milow