Me, myself and I

Ob ich nicht mal wieder etwas über mich schreiben wolle? Ich könne das ja wieder so machen, das ich alles ihnen in die Schuhe schiebe, aber jeder merke, dass es in Wirklichkeit um mich gehe. Letztendlich wollten unsere LeserInnen ja auch mal wissen, mit wem sie hier zu tun hätten! Zwei braune und zwei gelbe Augen schauen mich durchdringend an und für einen kleinen Augenblick blitzt in ihnen etwas auf, was ich gar nicht richtig deuten kann.

Mein Einwand, dass es sich hier um einen Hundegeschichten-Blog handele, wird von Milow nur kurz mir einem Grunzen kommentiert – wobei er mich nicht aus den Augen lässt. Klein Luna hingegen dreht sich einfach nur um, springt auf das Sofa und lässt sich mit einem großen Plumps demonstrativ auf die Seite fallen. Es würde ja sowieso wie immer kommen und wenn ich alle gut gemeinten Hinweise von ihnen von mir abprallen lassen würde – meine Schuld, alleine meine Schuld! Ich solle mich hinterher nicht beschweren, wenn unsere LeserInnen motzen würden.

Hundegeschichten-Blog? Pah! Ich hätte ja auch schon über Schildkröten geschrieben und über Katzen. Sogar über Kaninchen, Hühner und einen sogenannten Schweinehund wäre etwas in Vorbereitung. Eine kleine Geschichte über mich würde da doch echt gut reinpassen, prustet der Halunke plötzlich raus. Und nicht immer alles, was ich im Leben höchstpersönlich versemmelt hätte, anderen unterschieben und selber als Heilige daneben stehen. Mein Einwand, dass diese Semmeln aber ganz schön groß wären, überhören die beiden einfach und wenn ich es nicht besser wüsste, lache sie mich gerade aus.

Ich müsse ja nicht gleich mein ganzes Leben über andere ausschütten, das wolle bestimmt keiner haben. Über meine Befähigung zur Hundeerziehung könne ich ja mal wieder was schreiben, oder über Hundeverhalten im Allgemeinen – das würde wenigstens mal was Lustiges werden. Nicht immer über so ernste Themen wie Tod, Trauer und diese seltsame Regenbogenbrücke. Schon mal überlegt, wie diese für rot-grün-blinde Hunde aussehen würde, muss ich mich fragen lassen. Oder diese neue Marotte von mir, sich selber als Scheffin zu bezeichnen – als wenn ich das nicht schon immer gewesen wäre. Mehr oder (eher) weniger! Ich muss schlucken und der Kloß in meinem Hals wird immer größer.

Soll ich? Soll ich wirklich? Ich stehe einfach nicht gerne im Mittelpunkt – an dieser Stelle, wo alle einen sehen können. „Management by human relations“ nannten wir das früher: Im Mittelpunkt steht der Mensch und damit allem im Wege! Was ist das Gegenteil von einer Rampensau? Hallo Ihr Lieben, genau so etwas bin ich! Das war immer so, früher in der Schule schon: Ich bin eigentlich niemals zu spät zum Unterricht gekommen, denn wenn ich mal zu spät war, bin ich gar nicht gekommen. Diesen Moment, wenn man die Klasse betritt und alle einen anschauen. Dieses Gefühl, so klein zu sein, dass man aufrecht unter dem Bodenbelag duchlaufen kann – nein danke, da bin ich dann gleich ganz weggeblieben. Leider passierte mir das des öfteren, vor allem mit Beginn der Pubertät – das zu spät und dann gar nicht mehr kommen meine ich! Das darauf folgende Sitzenbleiben war aber auch doof!

Der Milow strahlt und auch klein Luna scheint sich richtig zu freuen. Das wäre ja schon mal ein Anfang und ich solle ruhig mal weiter machen! Das wäre lustig und so etwas würden unsere LeserInnen von Frau Blogger-Autorin hören wollen. Hunde-Geschichten seien doch total out und Autorinnen-Gschichten total hipp. Vor allem Geschichten über völlig verpeilte und abgedrehte Figuren  hätten ein außerordentlich großes Erfolgspotential und da kämen Hunde ja verständlicherweise überhaupt nicht in Frage. Hundegeschichtenautorinnen-Geschichten, das wäre doch der Bringer! Langweilige Texte, Artikel, Kolumnen, Bücher oder sonstwas über Wuff, WauWau und KläffKläff fände man doch mitlerweile hinter jedem dritten Internet-Link.

Was ist hier heute nur los? Ich weiss nicht, was ich davon halten soll! Die beiden beiden verschwinden im Schlafzimmer und ich möchte allzu gerne glauben, dass die Sehnsucht nach dem kuscheligen Stinke-Bett sie antreibt. Vielleicht wollen sie sich aber auch nur in Ruhe vor Lachen ausschütten – ich habe da so ein seltsames Gefühl. Was ist das heute nur für ein Tag, eigentlich wollte ich doch nur eine kleine Geschichte über Hunde schreiben. Ohne Diplom-Auskennerei, ohne Hundeahnungshabersprechblasen und ohne moralischem Stinkefinger. Ich glaube, ich gehe auch erstmal ins Bett – Nachdenken und Hundegeschichten von anderen lesen. Und morgen werde ich dann wieder selber welche schreiben, über Luna und Milow, jawoll. Sollen die doch reden was sie wollen! Ich schreibe es dann wieder auf, so wie es mir in den Kopf kommt – einfach so wie immer!

Es ist so wie es ist und es kommt so wie es kommt. Und das ist auch gut so, finde ich!

Luna, die Stinkmorchel

Ein Gedanke zu “Me, myself and I

  1. Du hast schon über Katzen geschrieben. 😉

    Aber der Blogposttitel gefällt mir. 1989, De La Soul. Die haben darüber mal ein Lied gemacht.

    Hab jetzt 5 Minuten drüber nachgedacht, ob ich dir das verlinke, weil das schon arg offtopic ist und auch ein wenig „way back in time“ (und auch viele andere das wohl lesen werden).
    Meine persönlicher Favorit ist die „wrapped edition“:

    Aber du kannst dir natürl. auch den kulturellen Schock aussetzen, dann nehm das YT-Dingens:
    https://www.youtube.com/watch?v=swKFu9WOseE 😀 😀

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