Der Wald: Ein Nachruf!

„Hätten Bäume Knopfaugen und eine Stupsnase,‭ ‬so würde ein öffentlicher Sturm der Entrüstung‭  ‬ob der Zustände in unseren Wäldern losbrechen.‭“ (‬Peter Wohlleben‭)

Ich laufe mit Luna und Milow mal wieder durch den Wald,‭ ‬irgendwie sind wir hier ja zuhause,‭ ‬und ich sehe auf einmal alles mit anderen Augen.‭ ‬Ich habe etwas gegoogelt und ich kann jetzt Tannen von Fichten unterscheiden,‭ ‬und Douglasien von beiden.‭ ‬Aber hauptsächlich stehen hier Kiefern herum,‭ ‬die ich auch vorher schon kannte,‭ ‬und dazwischen jede Menge Birken,‭ ‬Erlen und ab und zu mal eine Eiche oder Buche.‭ ‬Die beiden letzten eher vereinzelt an Wald-‭ ‬und Wegrändern oder irgendwo ganz alleine mitten auf dem Feld.‭ ‬Meist haben sie dicke kurze Stämme und in alle Richtungen wild gewachsene Kronen.‭ ‬Schöne Bäume,‭ ‬dachte ich bisher,‭ ‬aber mittlerweile weiß ich es besser:‭ ‬Verkrüppelt sind sie,‭ ‬schutzlos Wind und Wetter ausgesetzt und ohne die Gesellschaft ihrer Kollegen‭ ‬-‭ ‬dem Laubwald.‭ ‬Sie stehen auf von der Land-‭ ‬und Forstwirtschaft ausgelaugten,‭ ‬überdüngten und unterhalb der Oberfläche völlig verdichteter Böden.‭ ‬Die standhafte alte Eiche,‭ ‬von unzähligen Unwettern zerpflückt,‭ ‬ständig im Überlebenskampf und spätestens seit Caspar David Friedrichs Bilder ein romantisch verzerrtes Sinnbild unserer Sehnsucht nach Natur.‭ ‬Was für ein Zynismus,‭ ‬aber wir kennen es ja nicht mehr anders‭!

Wir lesen das Buch‭ „‬Der Wald:‭ ‬Ein Nachruf‭“ ‬von Peter Wohlleben,‭ ‬einem Naturschützer und Förster in Tateinheit.‭ ‬Ein pragmatisch denkender Mann,‭ ‬dem klar ist,‭ ‬dass ein nicht unerheblicher Teil unseres Landes von der Holzwirtschaft lebt.‭  ‬Er kennt sich aus in Deutschlands Wäldern und weiß aufgrund seiner Liebe zu Bäumen und seiner langjährigen Erfahrung als Förster viel zu berichten:‭ ‬In ständigen Engagement für nachhaltige,‭ ‬ökologische und sanfte Forstwirtschaft,‭ ‬was er in seinem eigenen Forst beeindruckend unter Beweis stellt.‭ ‬Der Autor gibt das Versprechen,‭ ‬man würde den Wald nach dem Lesen mit anderen Augen sehen‭ ‬-‭ ‬er hat es eingehalten,‭ ‬eindeutig‭!

„Gibt es in Mitteleuropa nicht viele schöne Wälder‭? ‬Nein.‭ ‬Es fällt nur kaum jemandem auf,‭ ‬wie kaputt diese Ökosysteme sind.‭ ‬Und das hängt mit dem Gewöhnungseffekt zusammen.‭ [‬…‭] ‬Nadelhölzer auf großer Fläche,‭ ‬eine enorme Artenverarmung und keinerlei Urwald mehr,‭ ‬daran haben wir uns seit Generationen gewöhnt.‭ ‬Protestieren würden wir nur,‭ ‬wenn diese Plantagen verschwinden würden.‭ ‬Was wir wirklich verloren haben,‭ ‬was es noch zu retten oder wiederherzustellen gilt,‭ ‬wissen wir gar nicht mehr.‭ ‬Wer hat schon einmal einen europäischen Urwald gesehen,‭ ‬Bäume,‭ ‬die in Würde altern dürfen und eine Baumjugend,‭ ‬die sich mit dem Wachstum noch Zeit nehmen darf‭? ‬Und ohne diesen Vergleich ist es schwer,‭ ‬die Missstände in unsren Kunstforsten wahrzunehmen.‭ [‬…‭] ‬Unsere Waldwirtschaft wird tatsächlich auf dem Niveau eines Entwicklungslandes betrieben,‭ ‬nur besser verbrämt.‭“ (‬Peter Wohlleben‭)

Dabei war früher ganz Mitteleuropa von ihnen bedeckt,‭ ‬ein einziger gigantischer Buchen-Urwald mit einzelnen Eichen und anderen Baumgesellen.‭ ‬Bis zum mittleren Mittelalter war das so,‭ ‬denn danach begannen die Menschen die Wälder nach und nach zu roden‭ ‬-‭ ‬bis kaum noch was übrig war.‭ ‬Mitteleuropa glich‭ ‬-‭ ‬wie noch heute in vielen Gegenden‭ ‬-‭ ‬einer Steppe und nur hier und da standen noch einzelne Eichen-‭ ‬und Buchenwäldchen,‭ ‬die man für die Schweinemast übrig ließ.‭ ‬Das Mittelalter wird nicht umsonst auch das‭ ‬hölzerne Zeitalter genannt.‭ ‬Erst zum Anfang des‭ ‬19ten Jahrhunderts besann sich den Mensch und begann die Wälder wieder aufzuforsten,‭ ‬allerdings nicht aus Gründen des Naturschutzes,‭ ‬sondern weil das Holz schlicht alle war‭! ‬Holz war immer noch ein großer Wirtschaftsfaktor und weil das alles schnell und sicher gehen musste‭ ‬-‭ ‬z.B.‭ ‬ohne Verbiss durch Rehe und Hirsche‭ ‬-‭ ‬entschied man sich meistenteils für die Wiederbewaldung mit Nadelbäumen.‭ ‬So kam die Fichte nach Deutschland,‭ ‬die eigentlich in Sibirien zuhause ist,‭ ‬und mit ihr die systematisch angelegten Baumplantagen der neuzeitlichen Forstwirtschaft.

Dabei führen Bäume,‭ ‬allen voran die hier vormals heimischen Buchen,‭ ‬ein beeindruckendes Sozialleben:‭ ‬Sie kommunizieren bei Schädlingsbefall über Duftstoffe und warnen somit ihre Artgenossen vor,‭ ‬damit diese vorbereitet sind.‭ ‬Sie verbinden ihre Wurzelgeflechte und tauschen auf diesem Weg Nährstoffe aus,‭ ‬was sie oft nutzen,‭ ‬um kranken Zeitgenossen und ihren Kindern zu helfen.‭ ‬Ja‭! ‬Bäume haben auch Kinder und Peter Wohlleben weiß liebevoll über viele Beispiele zu berichten.‭ ‬So am Beispiel der Buchen,‭ ‬deren Nachwuchs über zig Jahre im Schatten‭ (‬und Schutz‭) ‬der Elternbäume heranwächst,‭ ‬um dann später den Platz der abgestorbenen Eltern im Wald einzunehmen.‭ ‬Mit ihrem Blattwerk schaffen sie sich ihren eigenen Boden,‭ ‬den sie aufsuchen würden,‭ ‬wenn sie laufen könnten.Und das wichtigste Tier des Waldes ist die klitzekleine Hornmilbe,‭ ‬die ursächlich dafür zuständig ist,‭ ‬dass aus dem Laub der so wichtige Humus wird.‭ ‬Alles könnte so schön sein,‭ ‬wenn der Mensch den Wald mit etwas mehr Hirn betrachten und rücksichtsvoller mit ihm umgehen würde.

Aber leider ist das nicht so:‭ ‬Unsere Wälder bestehen zum allergrößten Teil aus Bäumen,‭ ‬die hier überhaupt nicht her gehören,‭ ‬z.B.‭ ‬Fichten und Douglasien.‭ ‬Sie stehen stramm in Reihe und Glied auf nach Pflanzjahren eingeteilten Flächen und werden sobald sie ihre sogenannte Erntegröße erreicht haben gnadenlos abgeholzt‭ ‬-‭ ‬per Kahlschlag,‭ ‬flächenweise‭! ‬Unsere Wälder sind nichts weiter als Plantagen für die Holzgewinnung,‭ ‬angelegt nach wirtschaftlichen Standpunkten und für die Befahrung mit Großgeräten wie z.B.‭ ‬Harvester,‭ ‬Traktoren,‭ ‬Planierraupen und Sattelschleppern.‭ ‬Das Ergebnis sind kaputte und ohne‭  ‬Ende verdichtete Böden,‭ ‬deren restliche Nährstoffe ohne den Schutz durch die Bäume in den nächsten Graben oder Bach gespült werden.‭ ‬Was dann wieder angepflanzt wird ist der gleiche Turbowald wie vorher,‭ ‬der wieder komplett abgeholzt wird,‭ ‬wenn er erntereif ist.‭ ‬Natürlicher Nachwuchs wird ausradiert und die sich überall ansiedelnden Birken und Erlen‭ ‬-‭ ‬beides sogenannte Pionierpflanzen die überall wachsen‭ ‬-‭ ‬täuschen oft einen Mischwald vor.‭ ‬Kaputte Böden machen schwache Bäume und schwache Bäume sind anfällig für Schädlinge aller Art.‭ ‬Die Folge ist ein massiver Einsatz von Pestiziden,‭ ‬welche dann noch dem allerletzten Getier in den Böden den Garaus machen.‭

Auch die Waidmänner,‭ ‬die Jäger,‭ ‬bekommen bei Peter Wohlleben ihr Fett weg,‭ ‬eigentlich das gesamte deutsche Jagdwesen.‭ ‬Der Jäger will Beute machen und neuzeitlich seinen Kollegen mit möglichst großen Trophäen‭ ‬-‭ ‬Geweihen‭ ‬-‭ ‬imponieren.‭ ‬Zu diesem Zweck wird in den deutschen Wäldern regelrecht eine Zucht und Selektion auf große Geweihe durchgeführt,‭ ‬geregelt durch Schonzeiten,‭ ‬die sich an der Geweihbildung des Wildes orientieren,‭ ‬und durch eine massive Wildfütterung.‭ ‬In‭ ‬2009‭ ‬wurde so nach Aussagen der Zeitschrift‭ ‬Ökojagd dreimal mehr Futter in die Wälder gekippt als die Fleischindustrie in der Massentierhaltung verbrauchte.‭ ‬Die
Folge sind erhebliche Wildbestände,‭ ‬die eine Wiederbewaldung unmöglich und/oder teuer machen,‭ ‬denn Rehe und Hirsche leben von den Knospen,‭ ‬Trieben und Blätter fast aller Laubbäume.‭ ‬Bis zu fünfzig Rehe kommen heutzutage auf einen Quadratkilometer,‭ ‬wo gerade ein Reh auf natürlichem Weg seine Nahrung finden würde,‭ ‬ohne dem Baumbestand zu schaden.‭ ‬Diese Wildzucht macht natürliche Laubwälder schier unmöglich und Plantagen mit Nadelbäumen,‭ ‬an die das Wild kaum geht,‭ ‬einfach wirtschaftlicher.‭ ‬Aber letztendlich ist es nicht das Reh,‭ ‬das unsere Wälder kaputt frisst:‭ ‬Es sind die unzähligen hirnlosen Jäger,‭ ‬die aus purer Eitelkeit,‭ ‬Trophäensucht und fernab jedes Naturschutzgedankens‭ ‬-‭ ‬den sie doch so gerne für sich reklamieren‭ ‬-‭ ‬unsere Wälder und seinen ökologischen Zusammenhalt zerstören.‭ ‬Die Krone erreicht diese Zerstörung durch die‭ (‬widerrechtliche‭) ‬Ansiedlung neuer Wildtierarten wie z.B dem Damhirschen,‭ ‬der ursprünglich in unseren Regionen gar nicht vorkommt. Der ‚fehlende‘ Fressfeind Wolf tut dann sein übriges dazu und ganz nebenbei hat das irrwitzige deutsche Jagdwesen sich selbst seine Existenzbereichtrung geschaffen!

Wald geht anders und das führt Peter Wohlleben in seinem‭ ‬eigenen Wald vor.‭ ‬Hier stehen noch viele Laubbäume und deren nachwachsende Kinder und Jugendliche werden geschützt.‭ ‬Seine sanfte Forstwirtschaft setzt auf sanfte Methoden,‭ ‬die die Bäume und den Boden schonen.‭ ‬Das alte Rückepferd hat hier ein großes Comeback und macht den Einsatz vieler Großmaschinen unnötig.‭ ‬Im Wald stehen wieder Bäume vieler Generationen und die Erntebäume für die Sägewerke werden gezielt herausgesucht,‭ ‬gefällt und abtransportiert‭ ‬-‭ ‬es findet kein Kahlschlag statt und die jungen Bäume füllen die entstanden Lücken auf natürlichem Weg.‭ ‬Der Boden wird geschont und durch möglichst weit voneinander entfernte Rückewege nur minimal verdichtet.‭ ‬Insektizide werden überhaupt nicht eingesetzt,‭ ‬die so wichtigen Hornmilben können ungestört ihre Arbeit tun und auf Nachforstungen mit Nadelbäumen wird verzichtet.‭ ‬Der einzige Wermutstropfen sind die künstlich hohen Wildbestände,‭ ‬weil keine Wildtierfütterung mehr stattfindet.‭ ‬Hier seien sogar‭ (‬oder besonders‭) ‬im Rahmen einer ökologischen Waldwirtschaft höhere Abschüsse erforderlich,‭ ‬um die Bestände wieder auf eine für den Wald unschädliche Norm zu regulieren.

Unser Wald ist krank und das liegt nicht am vielzitierten Klimawandel bzw.‭ ‬der globalen Erderwärmung,‭ ‬meint Peter Wohlleben,‭ ‬und auch der saure Regen,‭ ‬den es gar nicht mehr gibt,‭ ‬sei nicht schuld daran.‭ ‬Einzig verantwortlich ist die von geschätzten‭ ‬95‭ ‬Prozent aller Forstwirte betriebene Kahlschlag-Forstwirtschaft,‭ ‬der Einsatz von Großmaschinen und die Bevorzugung von Nadelbäumen bei der Aufforstung.‭ ‬Umdenken ist nötig,‭ ‬denn:

„‬Wald kommt der Ursprünglichkeit unzerstörter Natur noch am nächsten.‭ ‬Der Lärm und die Hektik des Alltags scheinen in ihm zu verhallen.Wenn der Wind durch die Wipfel rauscht,‭ ‬die Vögel singen und das Grün der Blätter harmonisch in das Blau des Himmels übergeht,‭ ‬können wir tief durchatmen und entspannen.‭ ‬Das Wissen,‭ ‬dass Wälder nebenbei auch unverzichtbar für reines Trinkwasser,‭ ‬gesunde Luft und die Artenvielfalt sind,‭ ‬verstärkt die positiven Gefühle.‭ [‬…‭] ‬Noch gibt es sie,‭ ‬die grünen Inseln mit intakten Lebensgemeinschaften.‭ ‬Selbst wenn es keine Urwälder mehr sind,‭ ‬sondern eher wilde Kulturwälder,‭ ‬so kann man hier das Sozialleben der Bäume beobachten,‭ ‬neue Tierarten im kaum erforschten Boden entdecken oder einfach nur spüren,‭ ‬wie sich ein echter Wald anfühlt.‭“ (‬Peter Wohlleben‭)

Peter Wohlleben hat ein tolles Buch geschrieben und es hat unseren Blick auf den deutschen Wald tatsächlich nachhaltig verändert.‭ ‬Jeden Waldfreund und Naturfreak möchten wir es wärmstens empfehlen und der Folgeband‭ „‬Das geheime Leben der Bäume‭“ ‬steht schon auf unserem Wunschzettel.‭ ‬Auch in diesem Buch sind die Quellenangaben wieder ein wahrer Fundus für alle Menschen,‭ ‬die sich gerne weiter kritisch mit der deutschen Holz-‭ ‬und Forstwirtschaft,‭ ‬einschließlich dem Jagdwesen,‭  ‬auseinandersetzten möchten.‭ ‬Im Anschluss‭ – ‬nach dem Foto‭ – ‬findet Ihr noch einige persönliche Anmerkungen von uns:

Entsetzt hat mich die Information,‭ ‬dass unsere Regierungen in den siebziger Jahren großflächigen Entlaubungen mit dem Mittel‭ ‬Tormona zustimmten,‭ ‬einem Abkömmling von‭ ‬Agent Orange,‭ ‬das im Vietnamkrieg ganze Urwälder zum Absterben brachte.‭ ‬Von der Öffentlichkeit unbemerkt wurden in Deutschland so mehrere tausend Quadratkilometer Wald entlaubt,‭ ‬für die schnelle Wiederaufforstung mit ausländischen Nadelgehölzen,‭ ‬den sogenannten Turbowäldern,‭ ‬und dem großen Profit der Holzwirtschaft‭ ‬-‭ ‬mitten in Deutschland‭!

Nachdenklich machte mich folgende Rechnung:‭ ‬Ein durchschnittlicher‭ ‬160jähriger Baum bringt ungefähr einen Raummeter Nutzholz ein.‭ ‬Dessen Heizwert entspricht ca.‭ ‬180‭ ‬Litern Heizöl und man kann daraus etwa‭ ‬300‭ ‬Kilo Papier machen,‭ ‬was wiederum etwa‭ ‬1500‭ ‬Tageszeitungen entspricht‭! ‬Diese Zahlen haben mich umgehauen,‭ ‬alleine wenn man hochrechnet,‭ ‬wie viele Bäume alleine für unsere tägliche Tageszeitung fallen,‭ ‬die wir doch nie ganz lesen‭ ‬-‭ ‬oder‭?

Seltsam fand ich einige Mythen rund um den Wald:‭ ‬Fichten und Kiefern bilden Tellerwurzel aus,‭ ‬baruchen keine tiefen Böden und kippen deshalb bei Sturm so oft um.‭ ‬Alles Lüge,‭ ‬denn sie würden gerne tiefer wurzeln und nicht andauernd umfallen‭ ‬-‭ ‬sie können es nur nicht mehr,‭ ‬weil die meisten Waldböden durch den Einsatz von schweren Großmaschinen viel zu sehr verdichtet ist.‭ ‬Schmetterlinge,‭ ‬Grasflächen und bunte Blumen sind im Laubwald eine unnatürliche Erscheinung,‭ ‬denn da erreicht viel zu wenig Licht die Böden.‭ ‬Ameisen sind Einwanderer,‭ ‬die mit den Fichten zu uns kamen in unseren Breitengraden gar nicht beheimatet sind.‭ ‬Wir kennen es nur nicht mehr anders‭!

Sehr interessant fand ich die Feststellung,‭ ‬dass Holzfeuerung nicht wie so gerne angenommen CO2-neutral ist.‭ ‬Die Holz-‭ ‬und Forstwirtschaft belastet das Klima wesentlich stärker als Öl oder Kohle.‭ ‬Der Irrtum der Klimaneutralität von Holzfeuerung beruht auf die Annahme,‭ ‬dass ein Baum während seines Lebens genau so viel CO2‭ ‬bindet und verbraucht,‭ ‬wie er beim späteren Zersetzen‭ (‬oder eben dem Verbrennen‭) ‬wieder abgibt.‭ ‬Laut einer neueren Studie sind Wälder aber keine Kohlenstoffkreisläufe von ewigem Werden und Vergehen,‭ ‬denn bei der natürlichen Verrottung reichert sich auch viel Kohlenstoff im Boden an‭ ‬-‭ ‬der nach Jahrmillionen dann zur Kohle wird.‭ ‬Das funktioniert aber nur,‭ ‬wenn der Mensch nicht dazwischenpfuscht,‭ ‬denn durch die Kahlschläge und der damit verbundenen Bodenerwärmung setzt sich viel von dem gebundenen CO2‭ ‬wieder frei.‭ ‬Die Bilanz von dem was rein-‭ ‬und dem was rausgeht,‭ ‬ist nicht ausgeglichen‭ ‬-‭ ‬nicht im System unserer traditionellen Fortwirtschaft‭!