Das Freudenfenster – von Anke Jobi

Anke Jobi – Tierhomöopathin und Hundeernährungsberaterin bei Lucies Hundefutterblog – schreibt in unserer Reihe Beschreibungen eines Gefühls heute über ihre Hündin Lucy und die Bedeutung eines ganz besonderen Fensters! … habt viel Freude beim Lesen!

Wenn man aus unserem Küchenfenster schaut, blickt man genau auf den Parkplatz, wo wir immer unser Auto parken. Wenn ich mit dem Auto unterwegs war und zurück kehre, geht mein erster Blick bei der Ankunft auf dem Parkplatz zu diesem Fenster und jedes Mal zaubert mir der Anblick ein Lächeln ins Gesicht:

2Der Grund für dieses Lächeln der Freude ist ein brauner, hin und her wackelnder Hundekopf, der dann in der rechten unteren Ecke des Fensters erscheint. Der Kopf meiner Hündin Lucy, die vor Freude über meine Rückkehr nicht einfach nur mit ihrem Schwanz, nein, quasi mit ihrem ganzen Körper wedelt, was sich im Fenster als wackelnder Hundekopf zeigt. Die Freude, die ich dabei empfinde, ist auch eine Art Vorfreude auf das, was gleich kommt. Oft, wenn ich mich der Haustür dann nähere, höre ich einen „Gesang“, der meiner Begrüßung dient. Und während ich den Schlüssel in das Schloss der Haustür stecke, wird mein Lächeln noch breiter, quasi zu einem Strahlen. Dann trete ich ein in den Flur, der vom Rest der Wohnung durch eine Zwischentür mit einer Milchglasscheibe getrennt ist. Der Gesang wird lauter, ein hohes Huuuuuuuu wechselt sich ab mit einem tiefen Wuff-Wuff. Und durch die Milchglasscheibe sehe ich, wie sich hinter der Tür etwas bewegt. Der Gesang wird immer aufgeregter und ich beeile mich, hänge den Schlüssel auf und öffne endlich die Zwischentür.

Und bin immer wieder überrascht und geradezu fassungslos, angesichts der Freude über meine Heimkehr, die mir entgegen schlägt.

Während ich nun meine beiden, auf höchste erfreuten Hunde begrüße, indem ich mit ihnen spreche und sie knuddel, ertönt hinter mir eine Stimme: „Hi Mutter“, begrüßt mich mein Sohn mit emotionsloser Stimme, während er sich an mir vorbei quetscht, „was haste denn eingekauft?“. Ausdruck der Freude über meine Rückkehr? Nicht wirklich.

1Und immer wieder aufs Neue stelle ich mir die Frage: Was habe ich getan, um alleine durch meine Anwesenheit bei meinen Hunden eine solche Freude auszulösen? Welche besondere Tat hatte es zur Folge, dass meine Hunde mich scheinbar vergöttern? Die Antwort ist jedes Mal wieder erstaunlich: Nichts. Ich habe nichts getan, was eine solche überschäumende Freude rechtfertigen würde. Es sind ja nur ganz einfache Dinge, die ich für meine Hunde tue. Sie bekommen Futter, ein warmes Plätzchen, ein paar Streicheleinheiten, Auslauf. Und das tue ich ja nicht mal umsonst. Sie bezahlen ja sogar dafür, z. B. mit einem Mehrwert, der meiner Gesundheit zugutekommt, alleine schon durch die täglichen Spaziergänge.

Eigentlich finde ich sogar, Hundehaltung müsste von der Krankenkasse honoriert werden. Denn es ist ja längst erwiesen, dass diese sich sehr positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Szenenwechsel: Ich sitze mal wieder am Schreibtisch und arbeite am Computer. Es ist ruhig in der Wohnung, wie immer, wenn ich arbeite. Die Hunde haben sich auf ihre Schlafplätze zurück gezogen und halten dort ihr Tagesschläfchen. Das machen sie immer, wenn ich arbeite. Keine Spur von Ungeduld oder Mauligkeit, weil ich ihnen keine Aufmerksamkeit schenke. Nein, geduldig nehmen sie es hin, dass ich jetzt beschäftigt bin und dösen vor sich hin. Plötzlich aber kommt „Leben in die Bude“. Hundekrallen machen ein tapsendes Geräusch auf den Fliesen, ein Klopfen ertönt aus der Nähe der Flurtür. Die Botschaft ist klar für mich: mein Mann kehrt heim. Ich habe keinerlei Geräusch von draußen vernommen. Nicht mal ein Motorengeräusch des sich nähernden Autos. Aber die Hunde, die wissen Bescheid und obwohl sie vor einer Sekunde noch dösten, sind sie sofort putzmunter. Lucies wedelnder Schwanz schlägt gegen die Wand und verursacht damit das Klopfgeräusch. Und wieder: eine unglaubliche Welle der Freude schlägt meinem Mann entgegen, als er endlich die Tür öffnet. Dabei hat auch er keine weltverändernde Tat vollbracht, um Anlass für eine solche Freude zu geben.

4Wie auch immer man es nennen mag. Ob es nun als Liebe bezeichnet wird, oder einfach als Loyalität, was Hunde uns entgegen bringen. Es ist, in seinem Ausmaß betrachtet, einfach unglaublich, ja geradezu ein Wunder. Niemals im Leben werden wir einen Menschen treffen, der sich so unumstößlich an uns bindet, der uns so kompromisslos akzeptiert, wie ein Hund das tut. Der keinen einzigen, auch noch so kurzen Blick auf unsere Schwächen wirft, ja, dem geradezu egal ist, dass wir Schwächen haben. Der uns so treu ergeben ist, (s)ein Leben lang. Kaum jemand kann sich das vorstellen, der sein Leben niemals mit einem Hund geteilt hat. Dabei ist es genau das, was sich jeder wünscht.

Ob es nun als Liebe bezeichnet wird, oder einfach als Loyalität, was Hunde uns entgegen bringen. Es ist, in seinem Ausmaß betrachtet, einfach unglaublich, ja geradezu ein Wunder.

Das Freudenfenster ist für mich ein Symbol für die bedingungslose Liebe, Treue, Loyalität, die meine Hunde mir Tag für Tag entgegnen bringen und für die ich immer dankbar sein werde. Ich wünsche jedem Menschen so ein „Freudenfenster“ und ich bin mir sicher: je mehr Menschen in der Welt ein solches haben, desto besser wird unsere Welt werden. Hunde machen unsere Welt zu einer besseren Welt.

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Lucy – Blog-Autorin und Seelenhund

„Hunde machen unsere Welt zu einer besseren Welt.“ … wie wahr! Vielen lieben Dank an Anke und Lucy für diesen tollen und lesenswerten Artikel.

Morgen schreibt für uns Thomas Riepe – Hundepsychologe und Buchautor – über seinen Freund und Kumpel Puzzel, der leider vor zwei Tagen den großen Schritt über die Regenbogenbrücke ins Anderland gemacht hat. Wir lesen von einer riesengroßen Liebe und Seelenverbundenheit …

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(Dieser Text wurde vor dem Umzug zur Domain ‘fabelschmiede.org’ fb 17  mal geteilt!)

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