Seelenfreund – von Johanna Pelz

Johanna Pelz – Coach für Mensch-Hund-Teams und Bloggerin – beschreibt heute in unserer Artikel-Reihe Beschreibungen eines Gefühls was ihr die Liebe zu ihren Hunden bedeutet und welche Fragen sie damit verbindet. … und auch heute wünschen wir Euch wieder eine gute Unterhaltung und viele neue Inspirationen!


1Worte sind unzulänglich, wenn man Liebe beschreiben möchte. Sie können nur grob umreißen, was tief im Herzen verankert ist, sich dort ausbreitet wir eine wohlig warme Decke, unter die man sich auf ewig zurückziehen möchte.

Es gibt den Spruch „Ein Hund ist der einzige Freund, den man sich für Geld kaufen kann.“ (Fritz Herdi)

Ich finde den Spruch nicht richtig. Man kann sich die Freundschaft eines Hundes nicht kaufen. Zum Glück nicht, denn keine erkaufte Freundschaft ist wahre Verbundenheit. Gerade deswegen ist die Freundschaft mit einem Hund so einzigartig und ehrlich. Er ist bereit sie Dir zu schenken, wenn Du ihn gut behandelst. Wenn Du Dich auf ihn einlässt. Dann schenkt er Dir seine Zuneigung, seine Liebe. Einfach so!

Er schenkt Dir das, wonach wir alle streben: Er nimmt Dich an, wie Du bist.

Er tröstet Dich, wenn Du traurig bist. Trocknet Deine Tränen. Heitert Dich auf.

Er wärmt Dir Deine kalten Füße im Winter, wenn er sich vor Deinen Beinen zusammenrollt.

Er sieht Dich voller Liebe an, an Tagen, an denen Du selbst nicht in den Spiegel schauen möchtest.

Er verzeiht Dir Deine Fehler. Er sieht Dir Deine Launen nach.

Du musst Dich vor ihm für nichts schämen, weil Du für ihn perfekt bist.

Er weckt das innere Kind in Dir, wenn Du Dich mit ihm auf dem Boden kugelst im wilden Spiel.

Er durchschaut Dich mit einem Blick durch seine Murmelaugen. Du kannst ihn nicht täuschen, weil er spürt, wie es Dir geht. Fernab von Worten.

Er nimmt Dir Deine Einsamkeit, wenn Du auf den Telefonanruf eines Menschen wartest.

Selbst ein regennasser Tag wird hell, wenn Du mit ihm zusammen auf der Couch liegst.

Er ist bereit, zu vergessen, was mal war und sich immer wieder neu auf Dich einzulassen.

Er ist ein treuer Freund auf vier Pfoten, der Dich nicht belügt. Stets ehrlich ist, Dir vertraut, Dir folgt.

Er schenkt Dir alles, was er hat und fordert dabei so wenig.

Er bringt uns der Natur näher und lehrt uns Respekt vor anderen Lebewesen.

Er hat Eigenschaften, die wir an vielen Menschen vermissen und stellt uns so vor die Frage, warum der Mensch sich für die Krone der Schöpfung hält.

2Wie kann man so ein Lebewesen nicht lieben?, frage ich mich. Wie kann man sich von so einem freundlichen Wesen nicht berühren lassen, tief im Herzen? Wie kann man glauben, Hunde seien nur Reiz-Reaktions-Roboter, die Sitz, Platz, Fuß absolvieren und perfekt funktionieren müssen? Wie kann man bereit sein, diese Wesen umzubringen? Sie zu vernachlässigen? Sie zu quälen? Zu erwarten, dass sie uns verstehen, ohne dass wir bereit sind, sie zu verstehen? Ohne ihre Bedürfnisse zu sehen oder ihre Sprache zu erlernen?

Es bricht mein Herz zu sehen, wie oft sie missverstanden werden. Wie oft sie schlecht behandelt werden. Der Mensch hat sich den Hund als treuen Freund herangezogen. Sie sind einen Pakt eingegangen, dass sie einander helfen und unterstützen. Der Hund hält sich stets daran. Der Mensch nicht. Das unterscheidet Hund von Mensch. Und das ist der Grund, warum ich meinem Hund bedingungslos vertraue, dass er für mich da ist – sein Leben lang. Einen Menschen zu finden, dem Du so vertrauen kann – das ist eine Seltenheit.

Einen Menschen zu finden, der Dich annimmt, wie Du bist, der für Dich da ist, Dich umsorgt, Deine wahren Gefühle außerhalb von Worten wahrnimmt – das ist rar. Ein jeder Hund ist aber bereit, das zu tun.

3Ich glaube, Menschen, die Hunde nicht mögen, sind mit sich selbst nicht im Reinen. Vielleicht können sie nicht glauben, dass sich ihnen ein Wesen vorbehaltlos nähert. Sie einfach annimmt, wie sie sind. Ohne, dass sie eine Gegenleistung bringen müssen. Vielleicht haben sie Angst vor einem fremden Wesen, das sie mit einem Blick durchschaut, ihre Fehler sieht und sie dennoch liebt.

Ich wünschte mir, es müssten keine Texte geschrieben werde, um die Liebe zu einem Hund zu beschreiben – weil ein jeder wüsste, was diese bedingungslose Liebe bedeutet. Es würde die Welt zu einer besseren machen!

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Vielen lieben Dank an Johanna Pelz für diesen wunderbaren Einblick in die Seele der Hunde und was sie Dir bedeutet.

Morgen lesen wir von Martina Züngel-Hein warum in ihrem Leben ohne ihre Bären gar nichts geht. Sie ist Betreiberin von HundeReisenMehr – dem Blog um Hunde, Reisen und mehr – unserem Lieblings-Reiseblog, mindestens! … Ihr dürft gespannt sein, wie immer!


Seelenhunde: Geschichten und Gedanken über die Liebe zu unseren Hunden

Severine Martens
TwentySix, 15. März 2016
ISBN 978-3-95544-005-3
19,90 Euro
© Severine Martens und TwentySix