Hommage an den Schalk im Nacken – von Mara Djalayer

Heute lesen wir in unserer Reihe Beschreibungen eines Gefühls von Mara Djalayer, einer Bloggerin und Zeichnerin, die gemeinsam mit ihrer Hündin Abra  das Kunstblog Aram und Abra betreibt – mit Zeichnungen, Radiergummikrümeln und Erlebnissen mit und ohne Hund. … Freut Euch auf das ‘Piratenkobold-Mara-Gespann’!

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1Ich bin ein Hundemensch. Irgendwie immer schon gewesen. Mit einem noch nicht zwei Jahre alten Dobermädchen an meiner Seite. Manchmal auch etliche Meter vor meiner Seite. Oder dahinter, den Kopf in einem köstlichen Berg von gammeligem, abgemähtem Gras steckend. Aber was die Seitensache angeht geben wir uns beide Mühe. Und eigentlich ist Abra ohnehin eine Kreuzung aus Kobold und Pirat, das Dobermannfell trägt sie nur zur Tarnung.

Es wurden ja schon viele Gefühle beschrieben. Liebe, Dankbarkeit und Treue sind nur drei von der emotionalen Palette, die eine Mensch-Hund-Beziehung ausmachen können. Ich möchte über das schreiben, was ein großer Bestandteil unseres Piratenkobold-Mara-Gespannes ist: die Ausgelassenheit.

Jeder, der schon mal einen jungen Hund um sich herum hatte, wird wissen was ich meine. Vielleicht auch Diejenigen, die ein besonders koboldiges Exemplar eines schon älteren Hundes haben:

Wer wagt den ersten Schritt? Wer jagt wen? …

2Als Besitzer eines Dobermannes bekommt man oft von Mitmenschen mit Ratgeberites (schlimme Krankheit unter Hundehaltern) Kommentare zu hören, wie: „Der braucht ’ne harte Hand, sonst wird der immer versuchen Sie zu dominieren!“ und „So ein Hund muss hören, Disziplin und Gehorsam muss da rauf solange der jung is‘, jawohl!“. Sogar unsere Trainerin ermahnt uns manchmal zu mehr Ernst. Nicht „allzu drollig“ sollten wir werden. Aber manchmal wollen wir doch drollig sein!

Für solche Ausgelassenheiten brauchen wir kein Spielzeug, keine Kekse und kein eingezäuntes Gebiet …

3Wenn aus Abras Augen die Partylaune blitzt und sie mich mit Blicken fragt, ob wir nicht unser beider Albernheit freien Lauf lassen wollten. Und die Freude, die dann in wilden Bocksprüngen explodiert, wenn ich tatsächlich darauf eingehe und sie zum Spiel auffordere. Wenn sie von einem Schlappohr bis zum anderen breit grinsend auf der Wiese steht und wir uns gegenseitig belauern. Wer wagt den ersten Schritt? Wer jagt wen? Für solche Ausgelassenheiten brauchen wir kein Spielzeug, keine Kekse und kein eingezäuntes Gebiet. Manch ein Spaziergänger mag einen Schrecken bekommen – da wird doch wohl nicht gerade eine junge Frau von so einem gefährlichen großen Hund angefallen?! Nein, nein, wir feiern nur unsere gute Laune.

Grund zur Sorge bestünde lediglich, wenn man diese herzliche Ausgelassenheit, die sowohl in Hunden als auch in Menschen steckt, wegtrainieren und -diskutieren würde. Zu Tode debattieren mit Argumenten der Dominanztheorie oder rassespezifischen Vorurteilen.



Vielen lieben Dank an Mara für diese schönen Worte, vor allem für das tolle Bild (Aquarell, Tusche und Buntstift) von der Piratenkoboldin Abra.

Morgen schreibt für uns Sabine Ilk eine kleine Geschichte in der ihr Hund Chiru uns berichtet wie es zwischen den beiden zu Freundschaft und Liebe gekommen ist. Sabine betreibt das Hundeblog „its about DOGS and Chiru“ mit vielen Informationen für Hundenarren – u.a. zu Erziehung&Verhalten, Hundefotografie, Rassebeschreibungen, Tierschutz und noch vielem mehr. … Freut Euch auf eine tolle Geschichte und wer mag geht jetzt schon mal schnüstern!

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