Liebesbrief an Emmi – von Katja Krause

Heute lesen wir in unserer Reihe Beschreibungen eines Gefühls von Katja Krause und ihrer Seelenhündin Emmi … und über einen ganz wichtigen Aspekt der Liebe: Die Angst, sie verlieren zu können. Katja bezeichnet sich selber als Halbtagsbloggerin und betreibt gemeinsam mit ihren Hunden Emmi und Sopa das immer wieder lesenswerte Blog Serendipity is Life. … Freut Euch auf einen tollen Artikel der direkt unter die Haut geht!


EmmiEs ist der 21.09.2014, es ist ein Samstag und es liegen schlaflose Nächte hinter mir. Ich stehe auf dem Gehweg vor meinem Haus mit einer Gießkanne in der Hand. Ich schütte das Wasser auf die Gehwegplatten. Mein blau-weiß gestreiftes Shirt ist rot, meine Hose auch. Von den Platten kann ich das Blut weg spülen, meine Sachen werde ich im Müll vergraben und weiß schon, während ich dort mitten in der Nacht stehe, dass ich diese Sachen nie wieder anziehen möchte. Ich habe große Angst. Die Sorgen um meine kleine Seelenhündin Emmi zerreißt mich förmlich. Gerade habe ich sie in die Tierklinik gebracht und weiß nicht, ob ich sie je wiedersehen kann. Sie hat einen schlimmen Magen-Darm-Infekt und die Ärzte können mir keine Prognose gegen, mich nicht beruhigen.

Ich stehe dort, mit der Gießkanne in der Hand, Tränen im Gesicht und einem Herz, das fast zerspringt.

SopaIch klettere die Treppe zu meiner Dachgeschosswohnung hoch und öffne die Wohnungstür. Sopa kommt mir entgegen gerannt. Ich falle einfach auf meinen Teppich, weine und weiß nicht weiter. Sopa weiß mehr. Sie leckt unermüdlich, sanft und so liebevoll und tröstend mein Gesicht. Ich schaue sie an und glaube, dass sie meine Sorgen fühlen kann. Ihre großen Knopfaugen sagen mir „Alles wird gut. Versprochen.“. Den gesamten kommenden Tag verbringe ich vor dem Telefon, in der Hoffnung, dass endlich ein erlösender Anruf kommt. Es klingelt. Mein Herz rast. Lebt sie noch? Emmi geht es besser. Sopa sitzt neben mir und schaut mich die ganze Zeit an. Sie wusste es.

Das alles ist über ein Jahr her. Es war die schlimmste Nacht meines ganzen Lebens und auch wenn ich es vorher schon wusste, so wurde mir damals erst wirklich bewusst, wie groß die Liebe zu meiner Emmi wirklich ist.

Sie ist unbeschreiblich groß. Sie füllt mich aus, lässt mich ankommen, Zuhause fühlen, Ruhe finden. Ein Leben ohne diesen kleinen Witzbold, ist kaum mehr vorstellbar. Die lustige vorstehende Zahnleiste, die immer die unteren Zähnchen zeigt, wenn sie zu mir aufblickt. Die großen Knopfaugen, die immer ein Lächeln auf meine Lippen zaubern. Die viel zu großen Segelohren, die mit einem Knick links immer die Windrichtung anzeigen. Der kleine kahle Bauch mit den bunten Kuhflecken, der zu gern gestreichelt wird. Das das alles so plötzlich aus meinem Leben verschwinden sollte, ist heute noch unvorstellbar. Und sollte auch nicht sein.

4Sie ist da. Und die Liebe wächst täglich, stündlich, einfach immer.

Egal was wir gemeinsam erleben, ob wir zusammen durch den Garten toben, ich sie zu ein paar Schwimmstunden überrede, sie einem Hasen nachjagt und mir dadurch noch mehr graue Haare wachsen. Ich liebe sie. Und ich danke ihr. Ich danke ihr für mein Leben. Das würde nicht so aussehen, wenn sie nicht vor drei Jahren in dieses gekommen wäre. Sie musste kommen, das ist mir ganz klar. Durch Emmi habe ich so viel entdeckt, was noch immer verborgen wäre. Natur, Wind, Regen, Sommer, Gummistiefel, Wälder, Wiesen, Dickicht, Schnee, Stürme und Liebe. Alles in einem Maß, was ich vorher so nie erlebt habe.

Ich habe ein Häuschen mit Garten, nur wegen der Hunde. Ich lebe auf dem Lande, wegen der Hunde. Und ich liebe es.

E3mmi ist mein Seelenhund. Sopa ist meine Herausforderung. Sie ist der Hund, der Mut fordert. Und so hat mir auch Sopa vieles gezeigt, was ich vorher nicht in mir gesehen habe. Die Liebe zu meinen beiden Hunden ist das schönste Geschenk. Es ist die tollste Überraschung, die jeden Tag auf’s Neue auf mich wartet.

Sie sind einfach meine Schätze. Danke, dass es Euch gibt!

 

Dankeschön an Katja Krause und Emmi für die schönen und bewegenden Worte … mitten ins Herz!

Morgen lesen wir in dieser Reihe von Inka Burow die der Frage nachgeht, ob Hunde Kinderersatz sein sollten bzw. dürfen. Sie ist Hundetrainerin, Buchautorin und Bloggerin bei An der Leine – Hundeleben in Hannover, einem sehr lesenswerten Hundeblog. … Wir freuen uns auf einen interessanten Artikel für Herz und Hirn!