Fellkind? Plüschkumpel! – von Inka Burow

In unserer Reihe Beschreibungen eines Gefühls gibt die Autorin, Bloggerin und Hundetrainerin Inka Burow heute ihre Antwort auf die Frage, ob ein Hund ein Kindersatz sein kann, bzw. sein darf. … Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen dieses interessanten Artikels!

Ein junges Pärchen in Australien war es leid, ständig gefragt zu werden, wie es denn um die Familienplanung stehe. Also haben Matt und Abby ein Babyfotoshooting organisiert – mit Humphry, ihrem Etwas-zu-plüschig-um-ein-Baby-zu-sein-Familienzuwachs. Humphry ist ein Groodle, ein Mix aus Golden Retriever und Pudel (engl. Poodle). Auf den wunderschönen Bildern von den dreien, die im Bored-Panda-Portal veröffentlicht worden sind, sehen alle glücklich aus.

Fotografin Karin Götting -GrappamausTaugt ein Hund also als Kindersatz? Sind meine Hunde meine Fellkinder? Severine hat sich von mir gewünscht, dass ich das Gefühl beschreibe, das ich für meine Hunde empfinde. Als ich kurz danach im Netz die Fotos von Matt und Abby mit Humphry entdeckt habe, habe ich mich gefragt:

Habe ich Muttergefühle für meine Hunde?

Nun, da ich selbst keine Kinder habe, fehlt mir der Vergleich. Trotzdem bin ich ziemlich sicher, dass ich keine Muttergefühle entwickele gegenüber (meinen) Hunden. Andererseits: Im letzten Lebensjahr meiner ersten Border-Collie-Hündin Grappa habe ich einen Instinkt entwickelt, von dem ich vermute, dass er dem ähnelt, den Mütter haben. In den letzten Lebensmonaten meiner Maus war die Zahl der Krampfanfälle gestiegen.

Und so konnten mich in dieser Zeit zwar weder Blitz und Donner noch der Krach des Müllautos wecken, doch das leiseste Kratzgeräusch einer Hundepfote riss mich aus jedem Tiefschlaf. Es hätte ja ein neuer Anfall sein können …

Inka GrappamausGrappa ist inzwischen seit zwei Jahren tot, ich schlafe nachts wieder durch. Also zurück zu den vermeintlichen Muttergefühlen für die vermeintlichen Fellkinder: Ich füttere meine Hunde täglich. Ich ziehe ihnen die Geschirre an und im Winter vielleicht auch einen Mantel. Ich wische ihnen nicht den Hintern ab, lasse aber immerhin ihre Hinterlassenschaften in Tüten verschwinden. Meine Hunde sind von mir abhängig, denn ich stelle die Regeln auf. Das alles mag dem Tun einer Mutter ähneln.

FitzAber: Wenn ich das Gefühl beschreiben soll, dass ich für meine Hunde empfinde, dann ist das keine Mutterliebe, sondern die tiefe Zuneigung, die ich für meine sehr wenigen sehr guten Freunde habe. Dabei meine ich „Freund“ nicht in der Definition der Generation Facebook, die Freundschaften mit einem Klick beginnt und beendet.

Ich meine mit „Freund“ eine Person beziehungsweise ein Lebewesen, mit der ich eine gegenseitige vertrauensvolle Beziehung habe.

Skipper

Meine Hunde bringen mir bedingungslose Zuneigung entgegen. Sie zu erwidern ist gar nicht immer einfach. Denn so sehr geliebt zu werden tut mitunter weh an Tagen, an denen ich mich selbst gar nicht so großartig finde. Ich spüre auch Verantwortung. Doch sie zu tragen machen meine Hunde mir leicht. Das über alles dominierende Gefühl ist Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass meine Hunde mein Leben bereichern. Jeden einzelnen Moment.

Ich bin dankbar dafür, dass sie mir vieles beibringen und dabei das Wichtigste im Leben nie vergessen: Carpe diem. Genieße das Jetzt.

Fotografin Catharina CordesDabei ersetzen Hunde gar nichts. Kein Mensch kann einen anderen Menschen ersetzen, kein Hund einen anderen Hund, und kein Hund ersetzt ein Kind. Ich mag den negativen Beigeschmack nicht, wenn Hunde als „Fellkinder“ bezeichnet werden. Jeder meiner Hunde ist für mich einfach der beste Plüschkumpel (gewesen), den ich mir vorstellen kann.

Dieser Superlativ erscheint unmöglich, aber im Alltag meines Lebens klappt das wunderbar. Es heißt: Der Hund ist der beste Freund des Menschen.

Das bedeutet: jeder Hund. Punkt. Kein Ersatz für irgendwas oder irgendwen.

(Foto oben links © Karin Götting; Foto unten links © Catharina Cordes; Alle Rechte  am Text und den anderen Fotos bei der Autorin Inka Burow)

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Vielen lieben Dank an Inka für Deine interessanten Gedanken zum Thema ‚Hundeliebe‘ die einen wichtigen Aspekt der ‚Hundeliebe‘ beleuchten.

Morgen schreibt für uns Michaela Seul – Schriftstellerin und Ghostwriterin – über ihre Liebe zum Hund, die sie zu einem besseren Menschen gemacht hat. Sie hat viele Bücher geschrieben in denen Hunde eine Rolle spielen und als Bloggerin betreibt sie das Hundeblog Flipper privat – Hundeblog und Bücherhütte in einem. … Wir freuen uns erneut auf einen liebenswerten und interessanten Artikel!

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(Dieser Text wurde vor dem Umzug zur Domain ‘fabelschmiede.org’ fb 119  mal geteilt!)

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