Ein Laboraffe erzählt!

Wie funktioniert die Seele? Wer wollte nicht wissen, wie seine beziehungsweise ihre Seele funktioniert? Wie kommt es, dass wir denken können, dass wir etwas schön finden können oder nicht lecker, dass wir ein inneres Licht haben, das uns Dinge sehen lässt, die nicht mehr da sind. Träume haben zu können, Erinnerungen, ist das nicht großartig? Willst Du dann nicht wissen, wie das möglich ist, wie das funktioniert? Ich schon, das muss ich zugeben. Und es stimmt zweifellos auch, dass man dafür ins Hirn schauen muss. Schon die alten Ägypter wussten das. Aber muss dieses Hinschauen denn so wörtlich vonstatten gehen, indem man haardünne, aber bös lange Nadeln in die Gehirne von Affen steckt wie mir? Was lässt sich daraus noch lernen, was nicht auf andere, affenfreundlichere Weise möglich wäre? (Haruki – Japanischer Makake)

Der Roman Monkey Business von Jan Lauwereyns erzählt die letzten acht Stunden im Leben eines Affen, der in einem Hirnforschungslabor „lebt“. Haruki, ein Japanischer Makake, erzählt seine Geschichte selber und erinnert sich in seinem Laborkäfig an sein gesamtes Leben als Versuchstier. Währenddessen wartet er, wie er es nennt, auf sein letztes großes Experiment – seine Einschläferung. Und er schaut zurück auf sein Leben, das er, seit er als junges Tier eingefangen wurde, unter Experimenten an seinem Hirn verbracht hat.

Der Roman wirft ein Licht auf ein grundlegendes und höchst problematisches Paradox von Wissenschaft und Ethik: Wir benutzen Affen und andere Tiere, weil sie uns aus biologischer Sicht so ähnlich sind und ihre Hirne und kognitiven Prozesse den unseren entsprechen. Gleichzeitig benutzen wir Affen und andere Tiere, weil sie uns eben nicht ähnlich sind – weil sie keine Menschen sind und  wir aus ethischer Sicht Dinge mit ihnen anstellen dürfen, die nur Psychopathen Menschen antun.

Monkey Business ist ein beinhartes Buch, über ganze Strecken sogar ein recht brutales Buch. Schonungslos lässt Jan Lauwereyns, der selber Neurowissenschaftler ist, seinen Haruki das Geschehen im Tierversuchslabor beim Namen nennen und  dem Leser wird die gesamte Brutalität menschlicher Ignoranz gegenüber andersartigen Lebewesen mehr als deutlich:

Ohne Zweifel wird er in Kürze derjenige sein, der mit einer scharfen Klinge meinen Brustkorb öffnen und einen Infusionsschlauch in meine linke Herzkammer schieben wird. Nach einigem Gestocher im Brei unter meinen Rippen wird er die absteigende Aorta finden und abklemmen. Dann wird er Formalin in mein Herz pumpen, das dank der Klemme nach oben fließen wird, in mein Gehirn. Irgendwann während dieses Prozesses werde ich technisch für tot erklärt werden können, noch bevor mein Kopf, um es förmlich auszudrücken, von meinem Rumpf getrennt werden wird. (Haruki – Japanischer Makake)

Das Buch Monkey Business ist aber weit mehr als ein außergewöhnliches Plädoyer gegen die Forschung an Affen und anderen lebenden Tieren. Es ist ist ein Werk von hohen literarischen Gnaden, das seine Wurzel in Büchern wie Ich der Kater (Nasume Sosekis), Animal Farm (George Orwell) und Ein Bericht für eine Akademie (Franz Kafka) hat. Genau wie diese literarischen Vorgänger ist Jan Lauwereyns Werk mehr als nur ein Buch: Es ist ein Mahnmal in einer Welt, die von verkümmerten ethischen Grundsätzen geprägt ist, und für mich jetzt schon ein Teil des Weltgewissens.

Der Axel Dielmann Verlag hat auf YouTube einige Clips mit Leseauszügen aus Monkey Business eingestellt. Schaut sie Euch mal an, es lohnt sich wirklich. Mit den Tierschutzorganisationen Ärzte gegen Tierversuche e.V. und Animal Equality Deutschland e.V. hat der Verlag Kooperationen in der Arbeit gegen Tierversuche eingerichtet.

ae1Wir begleiten den Makaken Haruki in den letzten Stunden seines Lebens in einer japanischen Tierversuchsanstalt. Aus seinen Erinnerungen erfahren wir von seinem Alltag im Käfig und von qualvollen Experimenten. Der Roman vermittelt eindringlich die Realität von Versuchstieren und Forschern und geht tief unter die Haut. Wissenschaftlich fundiert und gefühlvoll geschrieben ist der Roman die perfekte Lektüre für alle mit Herz und Verstand. Autor Jan Lauwereyns ist angesehener Neuro-Wissenschaftler und multilingualer Dichter und Schriftsteller, der selbst in einem Tierversuchsinstitut forschte. Auf Druck der Branche wurde das Buch kurz nach Veröffentlichung in den Niederlanden wieder vom Markt genommen, ist nun aber endlich auch in Deutschland erhältlich. (Stefanie Lenz – Animal Equality)

ae2Animal Equality verlost übrigens an diesem Wochenende (28./29.11.2015) zwei Exemplare des Buches Monkey  Business. Den Weg dahin findet Ihr mit ‚Klick‘ auf das kleine Schweinchen! … oder HIER!

Wir können Euch dieses wunderbare  Buch uneingeschränkt empfehlen! Noch Platz auf dem Weihnachtswunschzettel? Ja? Dann mal los und ab zu Verlosung bei Animal Equality und wenn’s dort nicht klappt, einfach im nächsten Buchladen bestellen oder oben auf das Buchcover klicken …