Zwischen Hektik und Besinnlichkeit … von Nina Dany

Kein Weihnachten ohne Hund! Aber wir brauchen dazu jede Menge Organisationstalent, starke Nerven und sehr gute Reflexe. Sie erinnern uns daran, was im Leben wirklich wichtig ist, besonders zu Weihnachten. Warum das so ist und wieso wir Hundemenschen das nicht anders wollen beschreibt heute für uns Nina Dany vom Hundemagazin Planet Hund. Sie öffnet damit das vierte Türle von Fabelschmiedes Adventskalender Wauzige Wuffnacht 2015.

12318474_900043813397195_1146683747_oEs war Heiligabend. Barney, seines Zeichens Border Collie mit Plüschepopo, war gerade mal zarte 6 Monate alt und befand sich in seiner ersten Fremdelphase. Dinge die vorher eigentlich immer in Ordnung waren und neugierig betrachtet wurden, lösten jetzt plötzlich Angst und Unsicherheit aus. Im heimeligen Wohnzimmer brannten Kerzen, die Familie saß zusammen und betrachtete den beleuchteten, geschmackvoll geschmückten Weihnachtsbaum. Es herrschte eine wunderbare, entspannte Stimmung und Barney hätte das sicher auch so gefunden, wenn er kein 6 Monate alter Hund, und die Front zum Garten hin nicht auch noch völlig verglast, gewesen wäre. Barney lief freudig zwischen den Menschen umher, blickte sich um und erschrak: Da war ein Monster im Fenster! Und es sah ihn direkt an. Nach einem kurzen Sprung nach hinten stellte er sich todesmutig der Gefahr und bellte was das kleine Kehlchen hergab. Und die Familie? Die brach in schallendes Gelächter aus – das Monster im Fenster war schließlich Barney selbst. Er hatte sich vor seinem eigenen Spiegelbild erschrocken. „Ach das ist doch nichts, da musst du doch keine Angst haben“, sprach der Mann des Hauses und – klopfte – ja er klopfte tatsächlich gegen das Glas, weil er meinte, das würde den Hund beruhigen. Barney reagierte folgerichtig: Er erschrak furchtbar, pinkelte auf den sauteuren Teppich und rannte weg. Das Lachen hörte auf. Stattdessen wurde sich geärgert, während man verzweifelte Versuche unternahm, den Teppich zu retten.

Hunde und Weihnachten passen eigentlich nicht wirklich gut zusammen. An den Feiertagen kommt die ganze Familie zusammen und die wenigsten haben das Glück, dass alle das Hobby Hund teilen. Im Gegenteil sind die meisten nicht hundeaffin, und da kann das ganz normale Hundeverhalten plötzlich in Stress ausarten.

Während man zusammen sitzt, klaut der Hund vom Weihnachtsteller Spekulatius. Natürlich muss man den Rest auch weg schmeißen, weil die Familie angeekelt die Nase rümpft. Danach sitzt man zusammen, lässt sich einen köstlichen Braten schmecken, während der Hund die Folge seiner Missetat lautlos in die Luft abgibt…

Und auch wenn sich die Familie über die Hunde freut, gibt es diese Momente wo das genau kontraproduktiv ist. Ich bin in diesen Tagen durch meine Hundehaltung eine begnadete ‚dazwischen Springerin‘ geworden mit extrem guten Reflexen. Wenn der aufgeregte Husky-Mix neben dem übergroßen Tannenbaum mit den antiken Christbaumkugeln steht und freudig mit dem Schwanz wedelt, muss man sehr, sehr, sehr gute Reflexe haben…

Zeichnung Julia Singer - Nina1

(c) Julia Singer

Aber nicht nur am Weihnachtsabend können Hunde die besinnliche Stimmung stören. Auch in der Vorweihnachtszeit ist es schwierig. Wenn man sich zur arbeitenden Bevölkerung zählt, wird der Geschenkekauf schnell eine logistische Herausforderung. Wer dann auch noch einen Hund sein eigen nennt, kommt schnell an seine Grenzen. Der Hund war 6 Stunden alleine – jetzt noch 4 Stunden durch die Stadt bummeln geht nicht. Den Hund mitnehmen in die Masse, die sich dicht gedrängt von Geschäft zu Geschäft schiebt, geht ebenfalls nicht. Also muss man entweder am Wochenende in die überfüllte Stadt oder erledigt direkt alles online. Gemütliches Geschenke-kaufen mit anschließendem Weihnachtsmarktbesuch mit Freunden, ist dann passe.

 

Zeichnung Julia Singer - Nina2

(c) Julia Singer

Wäre Weihnachten ohne Hund also schöner? Nein! Weihnachten ohne Hund wäre undenkbar.

 

So ist es zumindest für mich und ich denke, die meisten meiner Mithundehalter würden dem auch zustimmen. Grade in dieser hektischen Zeit in der man schnell mal vergisst, warum wir dieses Fest feiern, und stattdessen gestresst durch Konsumtempel hechtet, sind unsere Hunde diejenigen die uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist.

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Ich liebe es, wenn sich mein schwarz weißer Plüschepopo während des gemütlichen beisammen-Sitzens zusammengerollt auf meine Füße legt. Ich liebe es, wenn mein Husky-Mix sich über die Familie freut und begeistert anfängt zu heulen. Dafür nehme ich die blauen Flecken meiner Hechtsprünge sehr gerne in Kauf.

Besonders nach einem stressigen Tag gibt es nichts Schöneres als nach Hause zu kommen, begrüßt zu werden und dann die Schuhe zu schnüren, um raus zu gehen. Wenn Schnee liegt und es bereits dunkel ist, ist die Stimmung eine ganz besondere. Die Geräusche des Alltags verschwinden, lediglich die Schritte auf dem knatschenden Schnee sind zu hören. Und während man die tobenden Hunde beobachtet, die sich über die weiße Pracht ganz besonders freuen, kommt man zur Ruhe. Durchatmen. Nichts ist wichtig, nur das hier. Das ist wahre Besinnlichkeit.

Am deutlichsten wird es, wenn plötzlich einer fehlt. In unserer Familie wird dieses Jahr ein Körbchen leer bleiben. Und da wird es einem sehr schmerzlich bewusst: Es fehlt nicht nur ein Hund. Es fehlt ein Familienmitglied. Zu Weihnachten kommt die Familie zusammen. Dieses Jahr wird ein Mitglied fehlen und uns von oben zusehen.

12333898_900043633397213_315056571_oWeihnachten und Hunde passen nur auf den ersten Blick nicht zusammen. In Wirklichkeit bringen Hunde uns dem Geist der Weihnacht viel näher, als es Lichterketten, Kerzen und Plätzchen jemals könnten.

Eine Weihnacht ohne Hund wäre schlicht unvollständig. Sie gehören zu unserem Leben dazu und leben uns tagtäglich die Werte vor, auf die wir uns in dieser Zeit besinnen. Streng genommen sind es unsere Hunde, die uns den Geist der Weihnacht so näher bringen. Wärme, wenn sie zu unseren Füßen schlafen; Gemeinsamkeit, wenn sie bei uns sind; Besinnlichkeit, wenn sie uns aus unserem Alltagsstress holen; Vergebung, wenn sie es uns nicht krumm nehmen, wenn wir mal einen schlechten Tag haben; Liebe, wenn sie ihre Nase sanft in unsere Armbeuge pressen und in diesem intimen Moment verharren.

Weihnachten ohne Hund? Unmöglich!

Ich wünsche euch allen eine friedliche und besinnliche Weihnachtszeit, zusammen mit euren Liebsten und selbstverständlich auch und ganz besonders mit euren Hunden.

(Alle Rechte am Text und an den Fotos liegen bei Nina Dany)

Vielen lieben Dank an Nina Dany und ihren Hunden für diese weihnachtlichen Zeilen.

Morgen öffnet Sabine Ilk vom Hundeblog „It’s about DOGS and Chiru“ das fünfte Türchen von Fabelschmiedes Adventskalender. Wie bereits in unserer letzten Artikelreihe schreibt sie für uns eine wunderbare kleine Geschichte über eine schicksalhafte Begegnung.

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2 Gedanken zu “Zwischen Hektik und Besinnlichkeit … von Nina Dany

Na, dann mal ran an die Tasten und einen Pfotenabdruck dagelassen!

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