Hündische Weihnachten … von Rosa Hackl

Rosa Hackl vom Hundemagazin WuffDOGnews öffnet für uns das achte Türchen unseres Adventskalenders Wauzige Wuffnacht 2015. Wir lesen heute einen sehr inspirierenden Artikel über den eigentlichen Sinn von Weihnachten: Das Fest der Liebe … und um diese zu finden muss man nur tief genug in die Augen unserer Hunde schauen!

Weihnachten, die besinnliche Zeit, die dunklen Monate, die Zeit wo man in sich schauen sollte. Weihnachten, die Zeit der bunten Lichterketten, der überfüllten Christkindlmärkte, die nach Punsch dampfen, der unzähligen Kaufempfehlungen, Termine und Hektik. Irgendwo zwischen diesen „beiden Weihnachten“ liegt das Weihnachten des Hundemenschen, angesiedelt näher der besinnlichen Variante.

010Hunde mögen keine überfüllten Weihnachtsmärkte, sie müssen auch keine Geschenke kaufen und der Mann mit dem weißen Bart, im roten Strampelanzug, der ist ihnen eher suspekt, Punsch, dieses süße Kopfschmerzgetränk aus Indien, das trinken sie im Allgemeinen auch nicht. Der Dezember ist für sie ein Monat wie jeder andere, denn sie müssen sich, im Gegensatz zu ihren Zweibeinern, nicht besinnen, sie sind eigentlich immer bei sich und bei dem, was sie eben gerade tun.

Gerade im zwölften Monat des Jahres kann man viel von seinem pelzigen Begleiter lernen, wenn man mit ihm in die Natur geht. Denn diese ist still zu dieser Zeit, selbst in der Großstadt kann man dann Orte finden die ohne Lichterketten auskommen, Plätze wo sich keine Menschen drängen und man kann dann in dieser Stille sich besinnen, so wie es die Hunde jeden Tag tun.

Tina1

Finn & Jeanny von Martina Bosic

Selbst die Natur ist leise zu dieser Zeit, manchmal liegt Schnee, meistens aber nur Reif und Nebel schränkt die Sicht ein. Diese Einschränkung, die ist gut, sie lenkt den Blick von der Ferne auf das Nahe, auf das was rundherum ist. Manchmal ist es besser wenn der Horizont nicht weit ist und die Welt rundherum still. Hunde wollen in die Natur, auch im Advent, sie halten wenig von der weihnachtlichen Betriebsamkeit ihrer Zweibeiner. Man muss nur auf einen Christkindelmarkt gehen, da kann man große ängstliche Hundeaugen und eingeklemmte Ruten sehen und platt getretene Pfoten. Die Natur ist also vorzuziehen wenn man einen Hund hat. Eingefleischte Hundehalter wissen das.

Was tut man nun, wenn man abseits der Lichterketten vor sich hinstapft?

Man tut das wofür Weihnachten eigentlich gedacht ist, man besinnt sich und kommt zur Ruhe, man denkt nach und empfindet still die schläfrige Natur rundherum. Die Tage sind kurz, es ist die Zeit um die Wintersonnwende, jedenfalls dann, wenn man auf der nördlichen Halbkugel lebt, diese findet zwischen 21. oder 22.Dezember statt. Dann werden die Tage zaghaft länger.

027Lange bevor es den Weihnachtsmann gab haben Menschen diese Zeit schon als besondere Zeit wahrgenommen. Diese dunklen Monate, wo sie mangels Elektrizität viel Zeit für sich hatten, haben sie genutzt um die spirituellen Aspekte des Lebens zu pflegen, auch immer etwas in der Angst, dass die Sonne nicht wiederkehren würde. Der Monat den wir seit der Schaffung des gregorianischen Kalenders „Dezember“ nennen, war immer eine magische Zeit, jene wo die Geister, jene der Natur und die der Toten, dem Menschen nahe waren. Heute sind unsere Städte hell, bunte Lichterketten und Straßenbeleuchtung verdrängen die Dunkelheit. Statt Stille ist es laut, statt Ruhe herrscht Hektik. Weihnachten hat sich gewandelt, es ist ein buntes, lautes Lichterfest geworden, jedenfalls auf der nördlichen Halbkugel.

Hundemenschen erleben das anders, sie steigen aus, aus dieser vorweihnachtlichen Hektik.

Ihr Vierbeiner muss in die Natur. Hunde spüren den Rhythmus der Jahreszeiten, sie spüren, dass Weihnachten und die Vorbereitungszeit, der Advent, der Sommer der Seele sind. Die Weihnachtszeit ist für das Jahr, was der Sonntag für die Woche ist: Eine Zeit für spirituelle Reflexion und Regeneration. Es wird gesagt, dass die Nacht die Tageszeit der Seele ist. Das Gleiche gilt auch für den jährlichen Zyklus. Die Winterzeit ist der Sommer der Seele. Der Winter ist die Zeit der geistigen Aktivität, der Sommer die Zeit der körperlichen Aktivität. Durch den Rummel um Weihnachten haben wir das fast schon vergessen, gut wenn man dann einen Hund hat, der einen daran erinnert.

Tina2

Finn und Jeanny von Martina Bosic

Spaziergänge in der Natur relativieren den Weihnachtsrummel sehr schnell. Mensch hat dann die Chance sich daran zu erinnern dass unsere, vom Konsum und Party geprägte Weihnachtszeit, nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Und wenn man so durch die still gewordene Natur stapft, gemeinsam mit seinem Hund, dann, in dieser Stille, findet man, vielleicht, die Ruhe darüber nachzudenken, dass diese Zeit des Jahres von jeder Kultur anders gefeiert wird.

Bei den alten Römern zum Beispiel, fanden vom 17.-22.Dezember die Saturnalien statt – ein Opferfest des Heroskönigs, des Saturn, der als Herrscher des urzeitlichen goldenen Zeitalters galt, der in die Unterwelt gesandt wurde, um dort mit seinem göttlichen Ebenbild eins zu werden. Dies steht für das tiefe Eintauchen mittels der Meditation in unseren Geist, um jenseits aller unterbewussten Eindrücke unser Selbst zu erkennen, sich selbst wieder einmal zu begegnen. Bei den Juden dagegen wird Hanukkah gefeiert, dieses Jahr zwischen dem 6.und 14.Dezember. Es erinnert an den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem durch die Makkabaeer. Dabei geschah ein Wunder, nämlich dass eine kleine Menge Öl 8 Tage lang Licht gab. Ein Symbol dafür, dass wir in uns selbst ein Licht entzünden sollen. In Indien fand Diwali, das Lichterfest, vor ein paar Wochen statt. Dieses feiert die Rückkehr Ramas in die Hauptstadt Ayodhya nach 12 Jahren Exil. 12 Jahre lang hatten die Bewohner von Ayodhya auf Feuer und Licht verzichtet. Als Rama wieder zurückkehrte, wurden überall Freudenfeuer entzündet. Ein Symbol dafür, dass es erst Freude gibt, wenn der „göttliche Funke“ wieder einkehrt.

All das steht für die Idee, dass, wenn es draußen dunkel und still wird, im Inneren das Licht aufgeht.

Am Punschstand wird diese Erleuchtung nicht kommen, in der Ruhe der vorweihnachtlichen Natur dagegen schon eher. Also sollten wir unseren Vierbeinern dankbar sein, dass sie uns zu dieser Zeit jeden Tag mehrere Stunden in der Natur verordnen. Es mag kalt, vielleicht auch windig, etwas ungemütlich also, sein – aber es lohnt sich mit seinem Hund hinaus zu gehen und auszusteigen aus dem Rummel.

042Und selbst wenn man nicht spirituell unterwegs ist, wenn man vielleicht noch nicht das Bedürfnis hat in sich einzukehren, dann kann es schön sein, diese Zeit mit seinem Vierbeiner in der Natur zu verbringen. Denn nun sind wenige Zweibeiner unterwegs und auch Vierbeiner sieht man viel seltener als im Sommer. Die Schönwetterhunde kommen in dieser Zeit vermutlich wenig in den Genuss, sich die Winterluft um die Schnauze wehen zu lassen. Die Wiesen sind frei zum Toben, die Waldwege einsam und windstill.

Liluu und Kuba haben heute viel getobt und selbst Bertie war sehr zufrieden. Als alte Dame war sie mit Hundemantel unterwegs. Senioren sollten nicht frieren, der kleine Nachteil am Winter, wenn man sich nicht bewegt, wird der Hintern schnell kalt. Junge Fratzen haben damit kein Problem, sie rennen als ob es kein Morgen gäbe, das hält warm.

Vierbeiner mögen den Winter, es ist die Zeit wo man unendlich spielen kann ohne dass die Zunge bis zum Boden hängt. Und in der feuchten Luft sind die Gerüche des Waldes, die Spuren der Rehe und Hasen viel präsenter als im trockenen Sommer, ein Spaziergang ist also auch stets spannend für die Nase. Auch das nach Hause Kommen ist im Winter viel schöner. Die Couch ist nicht nur weich, sie ist auch mollig warm. Und als Zweibeiner hat man den Vorteil, dass ein Spaziergang im Winter den Schnupfen vertreibt. Es hält fit und gesund, der Spaziergang zu dieser Jahreszeit.

Weihnachten ist also eine gute Zeit um mit den Hunden das Leben zu genießen und wenn man davon noch nicht genug hat, dann kann man ja anschließend noch Hundekekse backen und auch den guten alten Adventkranz anzünden, während glückliche, erschöpfte Hunde auf der mollig warmen Couch von dem aufregenden Spaziergang träumen.

Naja und zu guter Letzt – Weihnachten ist das Fest der Liebe. Um diese zu finden muss man nur tief in die Hundeaugen schauen und ich bin mir sicher, man spürt sie dann, wie sie ganz langsam aufsteigt und sich ausbreitet im ganzen Körper, bis man nicht anders kann, als zu lächeln und selber glücklich zu sein. Ein glücklicher Mensch ist selten griesgrämig, im Gegenteil, er verbreitet diese Stimmung und gerade zur Weihnachtszeit sollte man Glück schenken. Also was kann es Besseres geben als es, dieses Glück, bei seinen Hunden zu tanken und dann in die ganze Welt zu verteilen, die Welt braucht glückliche Menschen, nicht nur zu Weihnachten, aber da vielleicht ganz besonders.

(Alle Rechte am Text und an den Fotos, wenn nicht anders gekennzeichnet, bei Rosa Hackl)

Vielen lieben Dank an Rosa Hackl für diesen weihnachtlichen und inspirierenden  Artikel. Martina Bosic danke ich für die schönen Fotos von Finn  & Jeanny.

Morgen lesen wir von Johanna Pelz, Hundecoach bei Miteinander Lernen, über Gedanken die wir Hundler uns so zu Weihnachten machen. Was schenke ich nur meinem Hund?

Lunas Weihnachtsgeschichten gibt es jetzt auch als E-Book (mit ‚Klick‘ auf’s Cover) und bis Heiligabend 2015 zum Aktionspreis von 1,99 Euro! … Lest bitte auch unsere Buchankündigung in der Fabelschmiede!

Na, dann mal ran an die Tasten und einen Pfotenabdruck dagelassen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s