Was schenke ich meinem Hund? … von Johanna Pelz

Das neunte Türchen unseres Adventskalenders Wauzige Wuffnacht 2015 wird heute von Johanna Pelz, Coach für Mensch-Hund-Teams bei Miteinander Lernen, geöffnet. Sie macht sich darüber Gedanken was ihren Hunden wirklich wichtig ist … insbesondere zu Weihnachten.

Geschenke gehören zu Weihnachten. Und weil unsere Hunde zu uns gehören wie Familienmitglieder, möchten wir sie am Fest natürlich auch reich beschenken. Dazu machen wir uns zahlreiche Gedanken, was sie denn wohl noch gebrauchen könnten, unsere lieben Fellnasen. Vielleicht noch eine weitere Leine? Ein neues Halsband? Einen besonders leckeren Kauknochen? Einen neuen pinken Maulkorb für die kleine Prinzessin?

Rudelfoto_ohne_PiperIch denke und überlege, hin und her. Irgendwie haben meine vier Vierbeiner ja schon alles. Natürlich könnte ich ihnen etwas Neues schenken, ein neues Körbchen kann immer her. Und eine alte Leine kann auch mal ausgetauscht werden. Aber so wirklich notwendig sind die Neuanschaffungen nicht.

Und wem mache ich damit eigentlich wirklich eine Freude?, überlege ich weiter. Ob es meine Hunde interessiert, ob da eine neue Schnur an ihrem Halsband eingehakt wird? Wohl eher nicht. Mich würde es natürlich freuen, weil neue Accessoires hübsch anzuschauen sind. Aber um meine Geschenke geht es ja eigentlich nicht…

Vierer_RudelNun – was aber würde meinen Vierbeinern eine wirkliche Freude machen, am Besten auch noch längerfristiger als ein Kauknochen, der in einer halben Stunde verknuspert ist? Was ist ihnen wirklich wichtig?

Ich gehe sie in Gedanken durch:

Anna ist ein mein hibbeliger Schäferhund. Sie klebt an mir, möchte immer bei mir sein und spürt sofort meine Launen. Mein Gemütszustand überträgt sich zuverlässig auf sie. Bin ich hektisch, wird sie es auch. Manchmal maßregle ich sie zu unrecht, obwohl ich es bin, die mehr Ruhe bräuchte.

Cookie ist mein sturköpfiger, verspielter Senfhund-Terrier, der sich am liebsten mit meinen Socken vergnügt und sein Bestes gibt, mich zum Spielen zu animieren – und sehr enttäuscht durch seine Murmelaugen guckt, wenn es nicht klappt, weil ich keine Zeit habe und der Socken stattdessen in die Wäschebox wandert.

Häschen ist meine genügsame Bordeauxdogge. Er ist zufrieden, wenn er kleine Runden geht, sein Fressen bekommt und ihm jemand seinen dicken Bauch streichelt. Er ist sanft und fordert wenig.

Piper ist mein Neuzugang, mein Knallerbsen-Mali. Sie beißt Fremde, und wen sie nicht töten kann, den liebt sie. So auch mich. Am liebsten säße sie den ganzen Tag auf meinem Schoß und würde mich ablecken. Drinnen ist die Welt in Ordnung, draußen ist sie gruselig – voller fremder Menschen, voller Geräusche und Reize, die sie nicht einschätzen kann.

Das sind sie. Meine vier Hunde, die mich jeden Tag mit ihrem Dasein bereichern, die ich niemals missen und denen ich deswegen etwas Besonderes schenken möchte.

Was aber ist etwas wirklich besonderes? Nichts, das ich in einem Laden kaufen könnte. Oder bei Amazon. Wirklich besondere, einzigartige Geschenke müssen nicht materieller Art sein. Und schon gar nicht für unsere Hunde. Sie werden auf einer Ebene geschenkt, die Hunde verstehen, viel besser als wir: Auf einer Herzensebene.

Anna_SchneeDenn Weihnachten ist nicht primär das Fest der Geschenke, auch, wenn es manchmal so wirkt. Es ist das Fest der Liebe. Man sollte es mit den Lebewesen verbringen, die man liebt. Geschenke gehören dazu, vor allem aber deswegen, weil man damit diesen geliebten Wesen Wertschätzung und Zuneigung zeigt. Und so sollte man nicht irgendetwas schenken, nur um des Schenkens willen, sondern etwas finden, das ihnen wirkliche, echte Freude bringt.

Ich fasse einen Entschluss:

Anna werde ich etwas schenken, das ihr besonders gut tut, und mir besonders schwer fällt: Ich schenke ihr mehr Ruhe und Gelassenheit von mir, weil ich weiß, dass dann auch sie ruhiger wird.

Cookie schenke ich jeden Tag ein bisschen Spielzeit mit mir. Und dafür bekommt er sogar Socken von mir, die er zerlegen darf.

Häschen schenke ich Zeit zum Bauch streicheln. Ich schenke ihm mein Versprechen, seine Bedürfnisse nicht zu übersehen, nur, weil er sie nicht vehement einfordert.

Piper schenke ich neue, schöne Erfahrungen in dieser Welt, so dass sie lernt, dass man ohne Beißen viel besser zurecht kommt – und fremde Menschen durchaus auch nett sein können.

So schenke ich ihnen etwas, das wirklich wertvoll ist – meine Zeit, meine Zuneigung, meine Ruhe, meine Verrücktheit im gemeinsame Spiel. Weil ich weiß, dass es sie glücklich macht. Den pinken Maulkorb kaufe ich natürlich trotzdem. Ebenso wie eine neue Hunddecke. Aber wirklich wichtig ist das nicht.

Während ich schreibe, schnarchen meine Hunde um mich herum. Hunde brauchen kein Weihnachten. Sie müssen auch nicht überlegen, was sie uns schenken. Sie zelebrieren das Fest der Liebe tagtäglich. Sie haben nichts und geben alles bedingungslos.

Wenn wir das nur in Ansätzen von uns sagen können, dann ist wirklich Weihnachten. Fangen wir damit heute an!

(Alle Rechte am Text und an den Fotos bei Johanna Pelz)

Vielen lieben Dank an Johanna Pelz für diese wirklich guten Geschenkideen. Da können wir alle uns eine kleine Scheibe von abschneiden …

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