Der erste Schnee … von Katharina Knobloch

Logo - HofloveKaum hat sich das zehnte Türle unseres Adventskalenders Wauzige Wuffnacht 2015 geöffnet, fliegen uns auch schon die Schneebälle entgegen und Hündin Chili nimmt uns ganz entzückt mit in ihre weiße Flitzewelt. Ansonsten betreibt sie gemeinsam mit ihrem Fraule Katharina Knobloch das  Blog Hoflove mit Themen rund um Vintage, skandinavischen Chic, einem Bauernhof, Menschen und einen Hund. Freut Euch auf einen schönen und unterhaltsamen Artikel.

Die Geschichte von Chili’s erstem Schnee, die so oder so ähnlich gewesen ist:

Es ist noch dunkel. So dunkel, dass Hund nicht mal die kohlrabenschwarze Nase vor Augen sehen kann. Und eigentlich ist alles wie immer. Der Wecker klingelt, Herrchen und Frauchen seufzen leise, kurz verändert sich ihre Atmung, um dann wieder ruhig und gleichmäßig zu werden. Hund streckt ihre Beine aus, schmatzt genüsslich und rollt sich auf die andere Seite. Die große Matratze ist weich und bequem und liegt direkt unter dem Fenster im Arbeitszimmer.

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Eigentlich kann Hund von hier aus immer direkt in den Himmel blicken und manchmal beobachten, wie die Vögel über den Hof hinweg fliegen, sich laut piepsend streiten und in der Luft waghalsige Kunststücke vollführen. Manchmal laufen die kleinen Meisen auf dem Dachfenster herum und picken vorsichtig gegen das Glas. Heute aber ist alles anders. Hund kann nicht durch das Fenster sehen, kein Licht dringt in das Zimmer und draußen ist es seltsam still, wie gedämpft, die Geräusche sind in Watte gepackt.

Langsam steht sie auf, blickt noch einmal zum dunklen Fenster und hüpft dann von der Matratze.

Sie tapst schnell in das Schlafzimmer, wirft einen prüfenden Blick zum Bett und geht dann langsam die Holztreppe nach unten, an dem großen grünen Tannenbaum vorbei, den die Zweibeiner erst gestern mit Lichtern und glänzenden runden Bällen behängt haben. Als Hund aus dem großen Fenster in den Garten blickt, stutzt sie kurz. Im Mondlicht glitzert der Garten, alles ist weiß und obwohl es noch früh am Morgen ist, sieht es ein bisschen so aus, als würde die Sonne scheinen – nur von unten. Die Erde leuchtet!

Hund schnüffelt und zögert kurz. Die Luft, die durch den Spalt unter der Terrassentür hineinweht, riecht anders als sonst. 
(c) Julia Singer

(c) Julia Singer

Klarer, reiner, ein bisschen wie sauber gewaschen. Das ist eindeutig nicht normal. Sie beschließt, das zu melden. Ein kurzes Wuff gen Garten und auf schnellen Pfoten wieder die Stufen hoch, direkt hinein ins Schlafzimmer. Herrchen dreht sich vorsorglich mit dem Gesicht in Richtung Bettmitte, aber Frauchen ist nicht so aufmerksam. Schnell die Nase unter die Decke, Zunge raus und einen richtig feuchten Weckkuss später streckt Frauchen die Hand unter der Decke hervor, um Hund den Kopf zu kraueln. Gut erzogen, aber heute reicht das nicht. Heute müssen sie aufstehen, beide! Fiepsend hechtet Hund um das Bett herum, springt mit den Vorderpfoten auf das Herrchen und beginnt alarmierend zu singen. Aufstehen! Und endlich bewegen sie sich, machen die Augen auf und schauen Hund verschlafen an. Sie verstehen noch nicht, wie wichtig es ist, irgendetwas stimmt nicht. Hund fiepst noch einmal und bellt hell. Erst dann setzt Frauchen sich auf, schwingt die Beine aus dem Bett, schnappt sich ihren dicken Pullover und steht endlich auf. Noch verschlafen will sie ins Bad gehen, bleibt dann aber wie angewurzelt stehen. Sie wirft einen Blick zum Fenster und scheint nun auch endlich das zu sehen, was Hund schon lange weiß; irgendetwas geht vor sich.

„Schnee!“, ruft sie, läuft zum Fenster und reißt es auf.

Kühle Luft strömt in das Zimmer, vereinzelte nasse Brocken des weißen verdächtigen Zeugs fallen auf den Holzboden. „Chili, schau, Schnee! Komm her, komm wir müssen runter, raus!“ Raus! Das Wort kennt Hund! In Windeseile poltert sie die Treppe herunter, dicht gefolgt vom Frauchen, direkt hin zur Terrassentür. Frauchen hat schon die dicken flauschigen Schuhe in der Hand und reißt die Tür auf. Hund stürmt auf die Terrassen und bleibt dann abrupt stehen. Frauchen zögert nicht so lange. Lachend läuft sie direkt in das weiße Etwas und ruft nach Hund: „Chili…nun komm schon!“

Misstrauisch setzt Hund eine Pfote vor die andere und nähert sich dem Schnee. Nase voraus, Kopf tief gebeugt, Augen zusammengekniffen…ganz langsam.

Als ihre Nase das erste Mal auf das kalte weiße Nass trifft, reißt Hund erschrocken die Augen auf. Das fühlt sich an wie Regen, wie eine Pfütze, wie ein Bach, wie das Meer, nur fluffiger, viel weicher! Mutiger fällt die erste Pfote in den Schnee, dann die nächste! Hund schaut zu Frauchen, der Schwanz wedelt, die Augen sind weit aufgerissen, sie hechelt glücklich. Frauchen hat schon die nächste Überraschung in der Hand. Eine Kugel aus dem Schnee, einen Schnee-Ball!! Sie wirft ihn, direkt zu Hund, Hund springt und rennt und ist glücklich!

Mittlerweile steht auch Herrchen im Garten, lächelt und wirft Frauchen ihre Handschuhe zu. Kaum angezogen ruft Frauchen Hund zu sich, nimmt sie fest in den Arm, gibt ihr einen dicken Kuss auf die feuchte Nase und flüstert ihr ins Ohr: „Das ist dein erster Schnee, mein Schatz. Und das ist dein erstes Weihnachtsgeschenk.“

The End…

(Alle Rechte am Text und am Foto von Chili bei Katharina Knobloch)

Vielen lieben Dank an Katharina Knobloch für diese schöne virtuelle Schneeballschlacht. Was für ein Abenteuer für einen kleinen und jungen Hund und schön, dass wir mit dabei sein durften.

Morgen lesen einen schönen Artikel vom Franziska Knabenreich über das erste Weihnachten mit ihrer geliebten Hildegard. Ihr kennt sie wahrscheinlich schon aus dem VOX-Haustiermagazin „hundkatzemaus“ und von ihrem Blog Feingemacht – Natürliche Fellpflege für ihren Hund.

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Ein Gedanke zu “Der erste Schnee … von Katharina Knobloch

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