Fröhliche! Waunachten .. von Alexandra Palme

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Heute öffnet Alexandra Palme vom Münchner Stadthundemagazin Isarhunde – Zamperl in the City das zwölfte Türchen unseres kleinen Adventskalenders Wauzige Wuffnacht 2015. Es gibt nämlich ein Weihnachten vor dem Hund und es gibt eines nach dem Hund. Alexandra und ihr Rüde Mika haben für uns die häufigsten Weihnachts-Fails gesammelt, damit Ihr Euch auf die Feiertage vorbereiten könnt. Freut Euch mit uns auf einen neuen vorweihnachtlichen und unterhaltsamen Artikel. …

Weihnachten vor und nach dem Hund – dass das zwei ganz unterschiedliche Feste sein können, ist den meisten Nicht-Hundemenschen sicher nicht bewusst. Ich kann mich noch gut an unser erstes Weihnachtsfest mit Mika erinnern: Er war damals erst einen guten Monat bei uns und es gab gleich das volle Fest-Programm.

„Der arme Hund!“, wird jetzt manch einer denken. Und ich gebe den Kritikern Recht: Das war alles wenig durchdacht und sicherlich auch recht stressig für den Bub. Aber ganz ehrlich: Auch ich habe ein bisschen Mitleid verdient. Denn wider meinen Erwartungen von perfekten Feiertagen im Kreise der Familie und in Begleitung meines Fellbeiners, wurden meine Nerven auf eine ganz schöne Zerreißprobe gestellt. Kurz gesagt: Wir nahmen von einem vollgekotzten (pardon!) Mietwagenkofferraum bis hin zum in Mikas Magen verschwindenden Keksteller so ziemlich jede Katastrophe mit, die sich an Weihnachtstagen mit Hund so anbietet.

Ich weiß, dass wir damit nicht alleine sind. Deshalb habe ich die typischen Weihnachts-Fails mit Hund für euch gesammelt – sodass ihr euch bestens auf die Feiertage vorbereiten könnt!

Frauli schau, ich hab' tollen Weihnachtsbaumschmuck

Frauli schau, ich hab‘ tollen Weihnachtsbaumschmuck

1. Oh, Tannenklo: Ein Baum ist ein Baum, ob er nun draußen oder drinnen steht – oder nicht? Manch Rüde nutzt also die Gelegenheit und erklärt die hart erkämpfte, schnurgerade gewachsene Nordmann-Tanne kurzerhand zu seinem Eigentum – indem er genüsslich sein Bein daran hebt.

So wird’s lustiger: Statt Weihnachtskugeln kleine Zielscheiben als Deko in den Baum hängen – vielleicht trifft Bello ja!

So geht’s gut: Ein aufmerksames Auge auf Gewächs und Vierbeiner sowie schnelles Reaktionsvermögen (evtl. kurz in die Hände klatschen) können Wunder wirken. Baum höher legen auch. Alternativ kann man sein Glück mit einem unechten Baum versuchen.

Hey, ich hab' gesagt: Das ist mein Baumschmuck

Hey, ich hab‘ gesagt: Das ist mein Baumschmuck

2. Scherben bringen Glück: So ein Nadelbaum ist einfach herrlich, zum Beispiel für die schnelle Wellness-Peeling-Behandlung zwischendurch. Und während Hund sich genüsslich am Grün schubbert, geht der unten hängende Baumschmuck den Weg allen Irdischen und verabschiedet sich mit Schwung Richtung Boden zerschnittene Pfoten nicht ausgeschlossen.

So wird’s lustiger: Statt klassischem Christbaumschmuck und –kugeln vor allem im unteren Bereich des Baums Gummitierchen und Flummis aufhängen. Bruchgefahr ausgeschlossen und der Vierbeiner hat sicher seinen Spaß damit, wenn er etwas runterwirft!

So geht’s gut: Baum erhöht aufstellen und auf Baumschmuck (und ganz besonders auf echte Kerzen!) zumindest bis zur Wedelhöhe des Hundes verzichten.

Soll ich Dir eins abgeben?

Soll ich Dir eins abgeben?

3. Schöne Bescherung: Die Geschenke liegen bereits liebevoll verpackt und feinsäuberlich gestapelt unterm Baum, ganz so wie man es sich vorstellt. Und während die Menschen noch bei Raclette, Fondue oder Kartoffelsalat und Würstchen zusammensitzen oder die Christmette besuchen, schaut Fiffi mal eben, ob sich in den Packerln nicht doch etwas für ihn versteckt.

So wird’s lustiger: In alle Geschenkverpackungen noch ein paar Quietschies einarbeiten – aber nur, wenn man nicht zu geräuschempfindlich ist!

So geht’s gut: Geschenke auf einem Tisch außer Reichweite deponieren – dann wird auch Fail 1 nicht so schlimm. Und am besten dem Hund tatsächlich noch ein eigenes Päckchen packen, vielleicht gefüllt mit ein paar weihnachtlichen Hundekeksen, das er gaaaanz genüsslich und alleine auspacken darf!

Okay - Ups - Kaputt! - Zum Glück aus Pappe

Okay – Ups – Kaputt! – Zum Glück aus Pappe

4. Schlacht am kalten Büffet: Der Weihnachtsbraten steht schon fertig angerichtet auf der Arbeitsplatte in der Küche? Der Süßigkeitenteller hübsch gefüllt auf dem Couchtisch? Da kann Hund doch leicht auf die Idee kommen, seine (natürlich immer viel zu kleine) Futterration ein bisschen aufzustocken…

So wird’s lustiger: Etwas Leckeres, aber nicht zu schnell Essbares am Tischtusch festknoten, damit die Fellnase gleich filmreif den gesamten Tisch abdeckt.

So geht’s gut: Essen sicher außerhalb der Reichweite zwischenlagern, ganz besonders, wenn Alkohol an den Speisen oder in der Schokolade ist – und „außerhalb“ der Reichweite bezieht sich auch auf die Reichweite, die Hund hat, wenn er sich auf die Hinterbeine stellt…

Tut mir leid, ich mach's auch bestimmt nie wieder

Tut mir leid, ich mach’s auch bestimmt nie wieder

5. Liebes böses Christkind: Die Kinder sitzen schon gespannt um den Weihnachtsbaum, da klingelt es und herein schneit: das Christkind. Oder wahlweise: der Weihnachtsmann. Wauzi nimmt seinen Job als Wachhund aber auch an Heiligabend ernst und hat sich unversehens, zack, in die Wade dieses merkwürdig gewandeten, möglicherweise noch bärtigen Besuchers verbissen.

So wird’s lustiger: Statt Weihnachtsmann- oder Christkindkostüm ein Sumoringerkostüm bei der Bescherung tragen. Damit sind Hundeattacken zumindest besser abgefedert…

So geht’s gut: Wenn der Besitzer selbst den Part des Weihnachtsbesuchs übernimmt, den Hund einfach im Vorfeld schon mal an die ungewohnte Aufmachung gewöhnen. Wenn jemand ‚von außerhalb‘ bestellt wird und der Hund eher unsicher Fremden gegenüber ist, dann lieber mit ihm während der Bescherung rausgehen.

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Die Liste ließe sich sicher noch beliebig weit fortsetzen – schließlich kann jede Katastrophe oder Peinlichkeit, die im Alltag mit Hund droht, auch an Weihnachten passieren. Wie sich alles durch das Zusammenleben mit unseren geliebten Vierbeinern ein klein wenig verändert, so auch die besinnlichen Tage zu (Vor-)Weihnachtszeit, die dann manchmal gar nicht mehr so besinnlich, dafür aber umso lustiger sind – nun, jedenfalls rückblickend.

Sicher ist auf jeden Fall: Unsere Fellnasen sind für so manche Überraschung gut – und das ist doch vielleicht das schönste Geschenk an Weihnachten!

(Alle Rechte am Text und an den Fotos bei Alexandra Palme)

Vielen lieben Dank an Alexandra Palme und Mika für Eure hündischen Weihnachtstipps.

Morgen lesen wir von Cornelia Nyhof und ihrer Bully-Hündin Wilma, die einen großen Haufen auf moderne kynologische Einsichten macht und zu Weihnachten die Übernahme der Weltherrschaft plant. Die beiden betreiben gemeinsam das interessante und unterhaltsame Hundeblog Fiffibene.

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