Weihnachten mit pupsenden Hunden und fehlenden Geschenken … von Anna Lenz

1Anna Lenz von Canistecture – dem Hundeblog mit Herz für schwierige Hunde – öffnet für uns heute das fünfzehnte Türle unseres Adventskalenders Wauzige Wuffnacht 2015. Wir freuen uns auf einen neuen vorweihnachtlichen Artikel mit Hundepupsen, fehlenden Geschenken und der wunderbaren Einsicht: An erster Stelle stehen die Menschen und Tiere, die man liebt und die man gerne um sich hat. Was wäre Weihnachten ohne sie? …

Aufstehen, strecken und doch wieder ins Bett huschen. Heute ist der Tag der Tage. Heute ist Weihnachten. Weihnachten der Tag der Familie und der Tag der Katastrophen, Missgeschicke und verschwundener Geschenke.

Weihnachten ist der Tag im Jahr an dem der Hund den Christbaum mit der Laterne verwechselt. Der Tag, an dem die Gans auf wundersame Weise vom Tisch direkt in das Maul des unschuldigen Hundes läuft. Der Tag, an dem im Jahr die meisten Katastrophen, Missgeschicke und Peinlichkeiten passieren und der Tag an dem man sich trotz allem was passiert ist, aufs Sofa fallen lässt, mit dem Hund kuschelt und lächelt.

Weihnachten mit der eigenen kleinen Familie

DSC_0014Seit nun schon vier Jahren – Wow, Wahnsinn wie die Zeit rennt – feiere ich Weihnachten nicht mehr zusammen mit meinem Papa und seiner Frau, sondern mit meiner eigenen kleinen Familie und ich habe die Weihnachtszeit und das Weihnachtsfest noch nie so sehr genossen wie in diesen vier Jahren und das wohlgemerkt trotz der schon oben erwähnten Pannen. Diese vier Jahre haben meinen Blick auf Weihnachten geändert. Es ist nicht mehr das Fest der Fassade, sondern der Tag an dem irgendwie jeder aufgekratzt ist und sich auf den Abend freut.

Es ist aber auch ein Tag, der einen nachdenklich stimmt. Ein Tag an dem man zu Ruhe kommt und doch irgendwie unter Dauerstrom steht. Geschenke gibt es bei uns keine und wenn dann nur eine Kleinigkeit für die Hunde. Da es keine Geschenke gibt, gibt es auch keine Bescherung und trotzdem ist Weihnachten bei uns für mich perfekt. Perfekt unperfekt, denn an diesem Tag passiert mindestens eine Panne.

Rückblick: Weihnachten 2012

Unser erstes gemeinsames Weihnachten. Wir sind bei meinem Papa, Iggy sitzt neben mir, Lemmy ein bisschen abseits. Geschenkübergabe. Und auf einmal flüchten alle aus dem Wohnzimmer. Was ist passiert?

Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, das Iggy eine Lebensmittelunverträglichkeit hat und so hat sie in einer Tour gepupst und das waren keine kleinen, süßen Pupse (wie sie zu einem Hund gepasst hätten, dessen Ohren größer sind als er selbst), das waren wirklich Stinkbomben. So ging das also den ganzen Abend, immer mal wieder musste man vor diesem kleinen Hund mit den gigantischen Ohren flüchten.

Rückblick: Weihnachten 2013

Da bei meinem Papa zuhause ein großes Fest mit allen Verwandten anstand, haben wir uns entschlossen Weihnachten gemeinsam mit der Mutter von meinem Freund zu feiern.

Geplant war als Abendessen leckere Würstchen mit Kartoffelsalat. Also so richtig traditionell.

Gegen 18 Uhr haben wir alles hergerichtet und irgendwie hat irgendwer (*hust* es war mein Herzensmann *hust*) vergessen die Tür in die Küche zu schließen. Auf zauberhafte Weise gelangten die Würstchen vom Tisch auf den Boden und in den Magen von Lemmy. So geschah es also, dass von unseren Würstchen um 19 Uhr als wir essen wollten nichts mehr übrig war. Das Abendessen wurde kurzer Hand umgewandelt und es gab Kartoffelsalat mit vielen Lachern und danach einfach unglaubliche Mengen an Plätzchen.

Rückblick: Weihnachten 2014

Letztes Weihnachten feierten wir wieder bei der Mutter von meinem Freund. Die Geschenke waren schon wunderschön unter dem Baum platziert, darunter war auch ein Geschenk vom Arbeitgeber vom Herzensmann. Was wir bei der Sache nicht bedacht hatten war, dass sich in diesem besagten Geschenk eventuell Essenssachen befinden könnten.

So kam es, dass sich die zwei Pappnasen (besser bekannt als Lemmy und Iggy), in einem unbeobachteten Moment, das Geschenk unter die Nägel gerissen und es komplett (zumindest den essbaren Inhalt) vernichtet haben. Darunter waren verschiedenen sauteuere Würste, Brot und Plätzchen. Die nächsten Tage haben die zwei kugelrunde Bäuche geschoben und wurden mit bösen Blicken von meinem Freund gestraft. Auch aus diesem Vorfall haben wir gelernt, denn unsere Geschenke stehen nicht mehr schön arrangiert unter dem Weihnachtsbaum, sondern in Sicherheit auf dem Tisch.

Weihnachten 2015:
(c) Julia Singer

(c) Julia Singer

Was dieses Jahr ansteht, ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass es für mich kein Weihnachten ohne die Hunde wäre, denn die Hunde sind es, die mich auch unter dem Jahr auf den Boden der Tatsachen holen und zeigen was wirklich wichtig ist. Und da steht an erster Stelle weder Geschenke, noch ein perfektes Essen oder das perfekte Outfit – was es ehrlich gesagt unter uns Hundehalter doch eh nicht gibt, schließlich verirrt sich immer mindestens ein Hundehaar auf die Klamotten.

An erster Stelle stehen die Menschen und Tiere, die man liebt und die man gerne um sich hat.

Also ist Weihnachten doch vor allem für eines gut: Um sich darüber im Klaren zu werden, wie viel Glück jeder von uns hat mit all den großen Dingen, aber auch den Kleinigkeiten, im Leben hat. Vielleicht läuft ja nicht immer alles perfekt, aber es gibt immer Menschen und auch Tiere im Leben, die das Leben verdammt lebenswert machen und das auch in einem Raum der nach Pups stinkt, in dem die Gans in den Schlund des Hundes gewandert ist und wo der Baum zur mobilen Toilette für den Hund wird.

Und jetzt bin ich gespannt, zeigt mir, dass ich nicht die einzige bin in der solche Pannen passieren und erzählt mal, welche Pannen euch beziehungsweise euren Hunden schon so alles passiert sind.

Ich wünsche Euch eine unglaublich schöne restliche Weihnachtszeit mit viel Liebe. …

(Alle Rechte am Text und an den Fotos bei Anna Lenz)

Vielen lieben Dank an Anna Lenz für diesen schönen Text und das Aufschuppsen des fünfzehnten Kalendertürchens.

Morgen lesen wir von Thomas Riepe vom Hundwissenblog Klartext Hund und er macht einen kleinen Zeitsprung über Weihnachten hinweg, denn bald ist auch wieder Silvester – für viele Hunde ein Grauen und er gibt Tipps, wie wir damit umgehen können. …

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