Ein Moment … von Katharina Queißer

„Von einem geschäftigen Morgen bis zum Tod meiner Hunde und der Veränderung in meinem Gesicht war es nur ein Augenschlag. Es gab kein “darauf vorbereiten“, es gab kein Heute noch ein letztes Mal. Es hat einfach aufgehört, das Leben mit den beiden und es gab nichts was mich hätte trösten können. Der Stille folgten Tränen, den Tränen folgte Wut, der Wut folgten Erinnerungen und als es zu Leer wurde, kam Pepino.“ (Katharina Queißer)

Heute schreibt Katharina Queisser in unserer Reihe Abschied für länger: Das Leben, die Liebe und der Tod über die Unberechenbarkeit des Schicksals und über einen Moment in ihrem Leben, der alles veränderte. Sie ist Inhaberin des Zentrums für Hundewissen – Fortbildung für Trainer und Hundehalter in Limburg an der Lahn. … Wir wünschen Euch viele besinnliche Gedanken und viel Freude beim Lesen dieses tollen Artikels!


See und Strand


 

Ein Tag der normaler nicht hätte sein können, der am frühen Morgen mit einer Fahrt mit meinem Hunden zu Hundeschule begann und zwei Stunden später in der totalen Finsternis endete.

Nie in meinem ganzen Leben werde ich diesen Tag vergessen, nie wird diese Wunde richtig heilen, nie werde ich mir verzeihen, dass ich am Ende nicht ganz unschuldig war.

Nur mal kurz die paar Minuten… Hunde ins Auto in den Kofferraum, Hundeschule und rasch , rasch zurück nach Hause.

Die rote Ampel habe ich nicht wahrgenommen, das Auto welches von rechts, viel zu schnell an kam, auch nicht. Sekunden die alles verändern, wo dir dass Leben alles aus der Hand nimmt, ohne zu zögern und gnadenlos. An diesem Tag veränderte sich alles. Meine Hündin starb direkt am Straßenrand, mein Rüde war aus dem Kofferraum katapultiert worden und rannte panisch über die Straße – zwei Tage später wurde er auf der Autobahn von einem Auto erfasst und war sofort tot

Wie sich das anfüllt wenn man dann nach 9 Stunden OP aufwacht und das eigene Gesicht nicht mehr so ist wie es mal war, vermag ich nicht mehr zu beschreiben. Soviel Leere brennt alles weg und die Hoffnung dass Bobby es schafft und gefunden wird, starb am 2ten Tag im Krankenhaus.

Wahrheit tut weh, Leere macht stumm, Trauer lässt wenig zu.

Von einem geschäftigen Morgen bis zum Tod meiner Hunde und der Veränderung in meinem Gesicht, war es nur ein Augenschlag. Es gab kein “darauf vorbereiten“, es gab kein „heute noch ein letztes Mal“. Es hat einfach aufgehört, das Leben mit den beiden und es gab nichts was mich hätte trösten können.

Der Stille folgten Tränen, den Tränen folgte Wut, der Wut folgten Erinnerungen und als es zu Leer wurde, kam Pepino.

Aus heutiger Sicht weiß ich dass auch ich sehr angeschlagen war, mit all meinen Baustellen. Wir habe uns gefunden weil es uns beiden so schlecht ging und wir einander helfen wollten und das hat letztendlich die Sonne wieder herein gelassen. 13 Jahre ist das her und die Trauer hat immer noch ihren Platz. Sally und Bobby, zwei Hunde die einen festen Platz haben, in der Trauer, in der Erinnerung, im Erlebten.

Verlust lässt sich nicht abstreifen wie eine alte Jacke. Mittlerweile hängt Sie im Schrank, an einem festen Platz, der zu meinem Leben gehört.

(Alle Rechte an Text und Foto bei Katharina Queißer)


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