Weine nicht, ich sterbe nur! … von Sylvia Raßloff

“Ich hoffe, dass du irgendwann einfach müde wirst von diesem Leben, weil jeder Tag hier ein bisschen dunkler wird und deine Seele wegfliegt, wenn du träumst. Dass du in meinen Armen einschläfst und ich diesen Funken Erleichterung ganz tief in mir spüren werde, weil es gut ist. Dass du mir eines Tages sagen wirst: Weine nicht, ich sterbe nur! Wir sehen uns wieder, auf den grünen Wiesen dort, wo unser aller wahres Zuhause ist. Wo alles so leicht ist und wir wieder jung…“ (Sylvia Raßloff)

Sylvia Raßloff, Expertin für Tierkommunikation, Tierpsychologin und Therapeutin für Energetische Verfahren, schrieb für uns den sechszehnten Artikel unserer Reihe Abschied für länger: Das Leben, die Liebe und der Tod. Sie findet wunderbare Worte für das, was wir alle kennen: Die Angst vor dem Abschied, vor dem Unausweichlichen und  vor der Leere danach. Wir wünschen Euch besinnliche Momente und gute Inspirationen beim Lesen dieses bewegenden Textes …


Es ist Freitag der dreizehnte. Es ist kurz nach zwölf und der letzte Termin, den wir bekommen konnten. Ich stehe hier in der Tierklinik an einen Metalltisch gepresst, um dich zu halten, und schaue in deine Augen. Dein Blick in diesem Moment, trifft mich mitten in die Seele.

Starr schaust du mich an, hilfesuchend, voller Angst:

„Solange du da bist, ist alles gut.“
Solange ich da bin.
„Ich bin doch hier.
Alles ist gut, meine Maus.
Alles wird gut.
Ich bin ja da.“

Das sage ich immer wieder in Gedanken zu dir, unsere Blicke ganz fest aneinander geheftet und ich bekomme gar nicht mit, was um uns herum geschieht. Und plötzlich, plötzlich spüre ich diesen Stich im Herzen, der durch Mark und Bein geht. Plötzlich habe ich diese Bilder vor Augen, die Gedanken im Kopf, diese Erinnerung, diese Vorahnung und diese Angst, dass es genau so sein wird, irgendwann oder heute? Wird es so sein? Völlig unverhofft, als Notfall, „plötzlich“, dass ich dich anschaue und dir unter Tränen sage, dass alles gut ist, während ich dich halte. Und du vertraust mir, dass ich nur das Beste für dich entscheide, dass alles gut wird, während ich mit den Tränen kämpfe. Und dem Mut, diesem verzweifelten Mut, den ich irgendwo hervorzukramen versuche. Irgendwie zu vertrauen, dass ich hier, in diesem Moment das Beste tue: über Leben und Tod zu entscheiden.

Liebe wird aus Mut gemacht:

Füreinander dazusein, immer und durch alle Zeiten. Besonders am Ende des Weges werden wir ihn brauchen, um sie zu tragen, wenn ihre Beine versagen. Um sie zu halten und stark zu sein, so wie sie es für uns getan haben, ein Leben lang! Der Tod sitzt auf unserer linken Schulter. Ab irgendwann oder ganz plötzlich.
„Und plötzlich sind sie alt?“ Nein, nicht plötzlich, doch wir versuchen die kleinen Zeichen zu ignorieren, das Unausweichliche weit von uns zu schieben, solange es geht. Die grauen Härchen im Gesicht oder ist es nur das Licht? Acht Jahre bist du jetzt bei uns. Zwei oder gar vier Jahre, man weiß es nicht genau, waren deine Vergangenheit, die nicht so schön war, bevor du zu uns kamst. Acht Jahre! Wo sind sie hin? Acht Jahre! Es klingt so lang: Acht Sommer und acht Winter dagegen machen schmerzhaft bewusst, wie schnell sie im Strudel des Lebens verflogen sind.

Bereits, wenn wir ein Tier zu uns holen, wissen wir, dass es uns nicht unser Leben lang begleiten wird. Doch für all das, was sie uns geben – die Bereicherung, mit Tieren zu leben – sind wir bereit, unsere Herzen zu verschenken. Wohl wissend, dass sie gebrochen werden, irgendwann. Irgendwann! Aber doch noch nicht jetzt? Wir hatten doch zu wenig Zeit! Wir wollten doch noch so viel machen, so viel erleben, so viel genießen… und zusammen sein. Egal, wie viele Jahre es sind, es ist immer zu früh, denn die Zeit mit unseren Lieben verstreicht genau so, wie unser eigenes Leben. Leise, unbemerkt anfangs, doch die Uhr hängt da über der Tür! Sie tickt, unaufhaltsam. Daneben der Spruch: „Das Leben ist zu kurz, um Träume immer wieder auf Irgendwann zu verschieben“ Ich muss schlucken und es schmeckt bitter, während plötzlich so vieles bewusst wird. Ja, wir denken immer, wir hätten noch Zeit, bis wir einen Weckruf bekommen. Wir selbst oder für unsere Tiere, noch bevor wir überhaupt Zeit hatten, alt zu werden. Uns vorzubereiten und die Wege langsamer zu gehen, während die Berge steiler werden. Innezuhalten und Zwiegespräche zu führen. Uns zu erinnern, wortlos in des anderen Augen zu versinken und uns vorzubereiten: Für die Zeit danach.

Sylvia und Filli
Sylvia Raßloff mit ihrer Filli
Ich könnte tausende Geschichten aufschreiben.

Von Menschen und Tieren, mit denen ich gesprochen habe: Vorher, während und danach! Es sind so viele, die sich nicht verabschieden konnten. Die schlimmsten Abschiede sind die, die es gar nicht gab. So viele Leidensgeschichten: Gekämpft, gehofft, verloren, viel zu früh oder einfach zu spät? Das Ringen um den richtigen Zeitpunkt. Auch die, wo es Probleme gab während des Einschläferns. So viel unendliches Leid und zu oft bleibt ein Meer aus Tränen, so viel Schmerz, so viele Fragen. „Habe ich alles richtig gemacht? War es zu früh? War es zu spät? Kannst du mir verzeihen?“ Doch dies ist unsere Geschichte, jetzt, hier, in diesem Moment, den wir alle irgendwann erleben werden und niemand weiß, wann es sein wird. Irgendwann ist es zu spät oder wir zu schwach, um all das nachzuholen, was wir nicht lebten. Nein, der Tod kommt nicht irgendwann plötzlich. Wir sterben jeden Tag ein kleines Stück. „Gib jedem Tag die Chance, etwas Besonderes zu sein.“ Wir wissen es, und doch wird es uns oft erst bewusst, wenn es zu spät ist. Ja, ich habe meinen Schneemann vergessen, den aus längst vergangenen Tagen, und das Lachen, viel zu oft. Doch immer warst du da, still an meiner Seite und Du schautest mich oft an, während ich mich so oft selbst vergaß. Stille Dialoge: „Ja, ich weiß…“ hab ich so oft zu dir gesagt. Du hast mich so Vieles gelehrt, auch das Lachen und mit dir zusammen wieder Kind zu sein. Immer warst du da für mich, für uns, durch alle Zeiten, einfach immer! „Wir werden ihnen nie all das zurückgeben können, was sie für uns tun, aber wir sollten es zumindest versuchen.“ Habe ich dich glücklich gemacht? All das erfüllt, was du dir für dein Leben wünschtest? Ich weiß, dass Ihr Tiere so liebevoll, so bedingungslos seid, dass wir euch oft wichtiger sind, als Ihr selbst. Dass Ihr keine Grenze zieht zwischen euch und uns, dass unsere Gefühle immer auch eure sein werden, unser Glück immer auch eures. „Waren wir zusammen genug glücklich?“ Bis jetzt? Heute? Hier?

„Einmal noch…“

Das ist der Titel eines Textes, den ich schrieb für diese Zeit. Das Gefühl, danach, wenn diese innigste aller Bitten nicht mehr erhört wird. Einmal noch, das würden wir uns wünschen, die Zeit zurückzudrehen und alles nochmal intensiver zu erleben. Einmal noch die Nase in deinem Fell zu vergraben, deinen Geruch zu riechen. Einmal noch! Und wir erinnern uns, wie oft wir „Später… Nicht jetzt!“ gesagt haben. Wie oft wir keine Zeit hatten und so Vieles versäumten. Einmal noch! Doch das Leben hat keinen Rückwärtsgang, es kann so schnell vorbei sein, so schnell, zu spät. Und es ist das Schwerste von allem! Der Abschied von unseren Tieren! Weil sie immer für uns da waren, als treueste und beste Freunde, uns begleiteten, durch Dick und dünn. Jeden Weg mit uns gegangen sind, ohne zu zögern, ohne zu fragen. Uns immer geliebt haben, bedingungslos und so unperfekt, wie wir eben sind. Weil sie uns so nah sind, wie niemand sonst in unserem Leben. Weil sie uns kennen, unsere tiefsten Gefühle, unsere schwächsten Momente und uns alles, aber auch alles verzeihen. Weil sie uns verziehen haben, dass wir nur menschlich sind. Weil sie uns den Moment erleben lassen, ins Hier und Jetzt katapultiert, mit einem Lachen. Ja, sie sind Meister des Augenblicks und an manchen Tagen der Grund, überhaupt aufzustehen. Weil sie immer da sind, uns so viel Trost und so viel mehr geben. So viel mehr für uns tun, als die meisten Menschen in unserem Leben. Weil sie uns niemals verletzen und immer nur gut sind, besser oft als wir. Weil sie uns zurückführen zu uns selbst und weil wir so viel von ihnen lernen können, wenn wir bereit sind, ihnen zuzuhören. Über das, was das Wichtigste ist im Leben: Liebe zu geben!

Es sind die ohne Schuhe

Sie sind das Beste, was uns je passieren konnte, höre ich so oft, und es stimmt. Es sind die ohne Schuhe, die uns niemals enttäuschen und uns all das geben, was unbezahlbar ist. Irgendwann kommen sie in unser Leben. Vielleicht, weil wir ewig Suchende sind, weil wir spüren, dass etwas fehlt. Und sie verändern alles! Sie füllen eine Leere in uns, von der wir nicht wussten, dass wir sie hatten. Sie lassen diesen Teil unserer Seele erwachen und verändern uns, für immer. Wer jemals ein Tier geliebt hat, für den wird ein Leben ohne niemals mehr vollkommen sein.Ja, es ist das Schwerste von allem, irgendwann vielleicht über Leben und Tod entscheiden zu müssen. So stark zu sein, um das loszulassen, was wir am meisten lieben. Abschied und Sterben ist unsere größte Lernaufgabe. Denn der Abschied von unseren Tieren macht uns immer auch unsere eigene Endlichkeit bewusst. Am liebsten schieben wir diesen Gedanken weit weit weg von uns, hoffen, dass alles immer so weitergeht, wie es war. Doch wir müssen uns damit beschäftigen, ob wir wollen oder nicht. Denn niemand weiß, wann der Zeitpunkt ist, wann wir das Ticket in der Hand halten werden, zum Land hinter der Regenbogenbrücke und vielleicht ist es vorherbestimmt: im Buch der Seele geschrieben. Ich weiß, dass nicht wir es sind, die das entscheiden, und dass es etwas Größeres gibt, das uns alle auffängt: Unser aller wahres Zuhause, wo wir alle herkommen und wo wir wieder hingehen, wenn die Zeit gekommen ist, diesen Körper zu verlassen.

Werden wir – gemeinsam – das Rufen deiner Seele hören, wenn es soweit ist?

Werde ich mir genauso sicher sein, wie bei allen anderen Menschen und Tieren, die ich auf dem Schwersten aller Wege begleitet habe? Das frage ich mich, während ich hier stehe, neben dir. Wir haben noch einen Aufschub bekommen, Nachspielzeit sozusagen und ich sehe, wie sie dich herunterheben von diesem Tisch. Wie in Trance sehe ich das und ich kann mich noch gar nicht wieder richtig fühlen. Ich spüre nur, wie all die Anspannung, all die Angst, all das Stark sein für dich in mir heruntersackt. Ich bin müde und so unendlich erleichtert. Ich hoffe, dass du irgendwann einfach müde wirst von diesem Leben, weil jeder Tag hier ein bisschen dunkler wird und deine Seele wegfliegt, wenn du träumst. Dass du in meinen Armen einschläfst und ich diesen Funken Erleichterung ganz tief in mir spüren werde, weil es gut ist. Dass du mir eines Tages sagen wirst: “Weine nicht, ich sterbe nur! Wir sehen uns wieder, auf den grünen Wiesen dort, wo unser aller wahres Zuhause ist. Wo alles so leicht ist und wir wieder jung.” Dass du sagen wirst, dass unsere Liebe uns verbindet. Wie das Licht, dass ich sehen kann, wenn ich in den Himmel schaue und meine Augen dich verzweifelt suchen werden, so wie du heute meine. Und dass uns dieses Licht den Weg leuchtet, um uns wiederzufinden. Dass Seelen, die zusammengehören, sich nicht verlieren können, niemals.

Das hoffe ich, das du eines Tages zu mir sagst, was ich schon weiß: Dass die Angst aus deinen Augen gewichen ist, damit ich weiß, dass ich dich loslassen kann. Voller Vertrauen, weil es dort heller ist, und wärmer als hier. Ich weiß, es wird weh tun, unendlich weh. Du nimmst so viel mit, einen Teil von mir, so viel von meinem Leben. Alles wird leer sein, ohne dich. Kalt! Eine Leere, im Haus, im Herzen, im ganzen Leben. Eine Leere, die kein Mensch je ausfüllen kann. Nur Tiere können das! Ich weiß, dass die Trauer wie ein großer Felsbrocken ist, der uns anfangs zu ersticken droht. Doch wir hacken ihn Stück für Stück kleiner und irgendwann stecken wir uns die kleinen Brocken in die Tasche. Mal sind sie leichter und an anderen Tagen wieder schwerer. Erinnerungen, Augenblicke im Herzen, die uns mit der Ewigkeit verbinden: Dein Geruch, als wäre es gestern gewesen. Und ich wünsche mir, dass irgendwann der Tag kommt, wo ich auf der Suche nach dir wieder in den Himmel schaue und plötzlich neben mir eine Stimme höre: „Ich bin doch hier. Alles ist gut.“ Nein, wir können uns nicht verlieren!

Ich spüre, wie Tränen von meinen Wangen tropfen.

„Ohne sie hätte die Seele keinen Regenbogen,“ denke ich und wische sie weg. Es ist verrückt, sie schmecken immer gleich. Tränen der Trauer und Tränen des Glücks. Ich muss lächeln: Liebe wird aus Mut gemacht und gemeinsam können wir alles schaffen, auch loszulassen. Irgendwann! Wenn wir vertrauen, dass unsere Liebe den Tod überdauert, dass wir uns länger lieben dürfen, als leben zu können. Heute ist nicht der Tag und ich bin so dankbar, für jede Stunde, jede Minute, die du bei uns bist. So kostbar jeder Augenblick! Und ich möchte die ganze Welt umarmen und hinausrufen: „Lasst uns tanzen, solange uns die Füße tragen und glücklich sein!“ Jeder Tag ist ein Geschenk!

Ganz plötzlich habe ich es eilig. „Komm Maus, wir gehen nach Hause. Wir haben noch so viel vor.“

(Alle Rechte am Text, den Fotos und dem Video bei Sylvia Raßloff)



13 Gedanken zu “Weine nicht, ich sterbe nur! … von Sylvia Raßloff

  1. Ich lese diesen Artikel und bin nur noch am Heulen.
    Meine kleine Amy wurd vor fast zwei Jahren im Alter von zwei Jahren tot gebissen, sie hatte keine Chance, es ging sehr, sehr schnell, und ist in meinen Armen gestorben.
    Ich vermisse sie bis heute noch sehr, und dank meiner Tierkommunikatorin, weiß ich nun, dass sie jetzt endlich, nachdem ich sie nicht gehen lies, auf der höchsten Ebene angekommen ist.
    Durch sie habe ich auch meine neue Hündin Lily gefunden, aus dem Tierschutz, da es wohl meine Lebensaufgabe ist, Tiere besonders Hunde, nach Misshandlungen zu rehabilitieren.
    Sie wurde mir angekündigt und hat mich gefunden.
    Genau, wie der Pflegehund, der momentan bei uns lebt.
    Trotzdem vermisse ich meine Amy immer noch jeden Tag schmerzlich, und ich bin mir sicher, das wir uns eines Tages finden werden.
    Ich bewundere die Arbeit von euch Tierkommunikatoren sehr und hoffe zukünftig noch weitere Berichte von Dir lesen zu können.
    Herzlichst Kate

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  2. Ich stehe gerade vor dieser schweren Entscheidung unseren Landes gehen zu lassen. Es tut unsagbar weh..Er ist erst 2,5 Jahre bei uns.Er kommt aus Portugal und sollte dort getötet werden. Landes War nur ein Skelett. Er konnte kaum auf den Beinen stehen. Aber wir haben es geschafft, das er sich erholt. Er hatte wieder richtig Lebensfreude. Jetzt hat er Herzprobleme,Wasser in der Lunge und Verdacht auf Lymdrüsenkrebs. Ich merke, das sein Lebenswillen erloschen ist. Er will nicht mehr fressen, wo er immer als erster da war, wenn es was zu futtern gab.Ich bin schon mit einigen unserer Tiere den Weg gegangen, aber man fragt sich immer wieder,ist es jetzt der richtige Zeitpunkt.

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    1. Von Herzen wünsche ich Dir – euch – viel Kraft in dieser schweren Zeit und das richtige Gefühl für den richtigen Zeitpunkt.
      Vielleicht können homöopathische Mittelchen wie Crataegus D6 bei Herzproblemen inkl. Wasser helfen? Mein Rexi ist immer gut darauf angesprochen.
      Ob diese ganzen Untersuchungen immer gut und förderlich sind, weiß ich nicht. Sie schwächen das System und können Krebs (durch das Anpieksen) zum Ausbruch bringen.
      Alles Gute wünsche ich euch allen, einschließlich eurem Landes. Und alles Liebe.

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  3. Ich kann kaum noch Text erkennen, so sehr laufen meine Tränen..
    Neben mir liegt mein Balu auf dem Sofa, endlich hat er Schlaf gefunden. Er ist jetzt 15 Jahre und fast 7 Monate. Im Dezember hatte er einen Schlaganfall, da dachte ich schon, es geht nun mit ihm zu Ende..
    Er ist beim Fressen einfach umgefallen und nicht mehr aufgestanden. Zuerst war er sehr verkrampft und aufgeregt, hechelte und hatte vielleicht Angst, vielleicht Schmerzen, ich weiß es nicht. Doch dann wurde er plötzlich ganz ruhig, atmete entspannt mit geschlossenen Augen und versuchte kein bisschen, sich zu bewegen geschweige denn aufzustehen.
    Damals war ich mir sicher, dass sein Leben nun zu Ende geht.
    Ich hatte mit meiner Tierärztin telefoniert, und sie riet mir, ihn einfach ein wenig in Ruhe zu lassen und einfach nur bei ihm zu sein.
    Als sich an seinem Zustand nichts änderte, beschloss ich mich anzuziehen, um ggf. mit ihm zum TA zu fahren, falls es nötig sein sollte.
    Als ich im Bad war hörte ich das Geklapper des Fressnapfes. Er hatte sich tatsächlich wieder aufgerappelt und den Rest aus seinem Napf gefuttert!
    Seit diesem Tag geht er schwankend durchs Leben, meistens langsam, manchmal flotter. Sein zu Hause ist noch wichtiger geworden, sein Körbchen und die gemeinsamen Abende auf der Couch auch.
    Die Treppe zum Schlafzimmer trage ich ihn nun abends hoch, und morgens wieder herunter, was früher undenkbar war. Heute nimmt er diese Hilfe gerne an.
    In der Zeit von Dezember bis heute gab es immer wieder einen Tag, an dem ich mir wieder sicher war, dass es wohl der letzte ist. Und jedes Mal hat sich mein Stehaufmännchen wieder aufgerappelt.
    Einerseits ist es so schön, dass es bis jetzt immer wieder weiter gegangen ist, aber es tut auch weh, dieses Bangen und Hoffen. Manchmal dachte ich, wäre es nur schon vorbei, damit ich endlich trauern kann. Und dann schäme ich mich, solche Gedanken gedacht zu haben, das ist doch wieder purer Egoismus!
    Gerade träumt mein Guter neben mir, strampelt ganz leicht mit den Hinterbeinchen, während ich hier schreibe..
    In den 15 Jahren seines Lebens gab es schon einige dramatische Episoden von Krankheit und Überlebenskampf, so dass ich in Gedanken schon sehr oft im Garten ein Loch gegraben habe. Jedes Mal hat er den Kampf gewonnen. Wie lange wird er noch hier sein? Wie wird es ohne ihn sein? Ich will es mir eigentlich immer noch nicht vorstellen, obwohl der Tag kommen wird.
    Mein größter Wunsch möge in Erfüllung gehen: ich will bei ihm sein in seiner letzten Stunde, und ich wäre sehr dankbar, wenn er selbst entscheiden würde, wann er gehen will, ohne Spritze.
    Balu, ich umarme Dich, und alle Hunde und Besitzer, die eine Umarmung und Trost gebrauchen können.

    Ulrike

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    1. Liebe Ulrike,
      die Gedanken und Gefühle, wie du sie beschreibst, sind – denke ich – ganz normal.Auch ich habe manchmal so gedacht. Und es sogar manchmal laut gesagt. Hinterher schämte ich mich immer, und weinte. Es zeigte sich doch vor allem die Furcht davor, wenn er nicht mehr da wäre. Immer öfter ließ mein Wuffi sich dolle umarmen und bereitete mich langsam darauf vor.
      Ganz sicher wird er sich frei entscheiden – wenn bei dir keine Entscheidung ansteht, über die hinaus er dich begleiten möchte. Oder etwas ähnliches. Ich bin der Meinung, dass die Fellnasen sicher sein wollen, dass sie Frauchen / Herrchen mit möglichst guten Gefühlen zurücklassen. Ich hatte mit meinem Wuffi einen Deal geschlossen, dass er mir einen anderen tierischen Begleiter schickt, wenn er „von dort“ sieht, dass ich jemanden brauche …. Der kam dann – über Umwege – in Form eines kleinen Katers, der ganz ähnliche Eigenschaften hat wie mein Wuffel …. Vielleicht kannst du etwas ähnliches mit deinem machen, damit er sicher ist, dass es dir gut geht und er dir auf diese Art Dankeschön sagen kann.
      Danke für Umarmung und Trost, dies auch für dich 🙂
      Alles Liebe
      Martina

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    2. Heute bin ich hierher zurück gekommen, weil ich das große Bedürfnis habe, unsere „Geschichte“ zu Ende zu erzählen.
      Ich hatte überhaupt kein Gefühl mehr, wie lange mein erster Eintrag zu dem bewegenden Text von Sylvia Rassloff zurückliegt. Als ich eben nachschaute war ich ein wenig erschrocken. Anfang August erst, irgendwie hab ich mir vorgestellt, es wäre ewig viel Zeit vergangen, wie man sich doch täuschen kann..

      Ich sitze hier, weine mir die Augen aus dem Kopf, mein geliebter Balu ist nun schon eine ganze Woche tot. Ich muss das so ausdrücken und das geschriebene Wort „tot“ mit eigenen Augen lesen. Vielleicht hilft es.

      Wenn ich am 3. August schon gewusst hätte, dass meinem Hund gerade noch 5 Wochen bleiben, ich hätte die Zeit noch viel intensiver mit und bei ihm verbracht.
      Genau diese entscheidende Botschaft von Frau Rassloff habe ich wohl nicht ernst genug genommen, nicht genug verinnerlicht, und das tut verdammt weh, mindestens so weh, wie der eigentliche Verlust meines Hundes. Er wird nie mehr zurück kommen. Diese Endgültigkeit ist so derart grausam, nein, eigentlich ganz natürlich, ich empfinde sie nur als grausam.

      Ich beobachte, dass die Trauer, der Schmerz innerhalb dieser Woche von Tag zu Tag stärker wird. Am Anfang habe ich die Tragweite des Verlustes wohl gar nicht richtig realisiert, dafür schĺägt sie jetzt erbarmungslos zu.

      War ich in Balus letzter Stunde seines Lebens so verdammt sicher das Richtige zu tun, so werden die Zweifel von Tag zu Tag größer, dass es wirklich der richtige Zeitpunkt war. Und es kann mir niemand sagen, es hat schließlich nur einer in diesem alten, gebrechlichen Körper gesteckt, und eben dieser ist nicht mehr da.

      Anfang letzter Woche dachte ich noch öfter als sonst, dass er bestimmt nicht mehr lange hier sein wird. Nachts hat er regelmäßig gehechelt, fand oft keine richtige Position zum Schlafen. Ich bin dann meistens aus dem Bett zu seinem Körbchen gekrabbelt (es stand direkt neben dem Nachttisch) und habe meine Hände auf ihn gelegt und versucht, ihn zu beruhigen. Dann entspannte er sich und schlief wieder ein.
      Wenn sein Atem gleichmäßig und ruhig war, konnte ich auch wieder einschlafen.
      Am Dienstag oder Mittwochmorgen, ich weiß es nicht mehr genau, wachte ich durch mein eigenes Weinen auf, ich hatte einen schlimmen Traum.

      Mein Hund war neben mit hergelaufen, an einer stark befahrenen Straße, lief plötzlich vor ein Auto, wurde erfasst und gegen ein anderes Auto geschleudert. Dann saß er plötzlich auf einem Anhänger, der von einem Auto gezogen wurde. Er saß da, schaute mich an, während er immer weiter wegfuhr, wurde kleiner und kleiner. Bevor er ganz aus meinem Blickfeld verschwunden war, wachte ich durch mein Schluchzen auf.

      Ich dachte noch, wie kann ich nur solch einen schrecklichen Traum träumen.

      Am Mittwoch ging es Balu morgens nicht gut. Er lag ganz unentspannt in seinem Körbchen, konnte sich gar nicht einrollen, sondern lag ganz gerade, irgendwie verströmte er eine gewisse Unruhe. Ich gab ihm die doppelte Menge Schmerzmittel, was ihm offensichtlich etwas Erleichterung brachte.

      Ich rief die Tierärztin an und teilte ihr mit, dass ich Balu bald erlösen wolle. Sie fragte, ob sich sein Zustand denn so sehr verschlechtert habe. Ich sagte, dass er mittlerweile jede Nacht Probleme beim Liegen habe und ich ihn lieber in Kürze relativ entspannt und geplant gehen lassen wolle, anstatt zu warten, bis sich sein Zustand so drastisch verschlimmert, dass jede weitere Minute zur Qual werden würde.
      Während dieses Telefonates war ich mit Balu im Wald. In den letzten Tagen lief er nur ein kleines Stück und wollte gleich nach dem erledigten Geschäft zurück, manchmal waren wir gerade nur 5 Minuten unterwegs.
      An diesem Morgen lief er vor, drehte sich nach mir um, wurde nicht müde und hatte offensichtlich große Lust zu Laufen.
      Ich war total verunsichert. Ging es doch wieder aufwärts? Ich beschloss, dass sein Ende doch noch nicht so bald sein durfte und schrieb der TA eine Nachricht.
      Am nächsten Tag war sein Zustand wieder etwas schlechter, ich war wieder unsicher.
      Abends konnte er wieder schlecht liegen, hechelte, ließ sich wieder beruhigen und schlief ein. Um 1.30 Uhr stand er hechelnd neben dem Bett, wollte nicht mehr in sein Körbchen. Ich trug ihn runter, wollte ihn in den Garten lassen, er blieb in der Wohnung stehen. Ich legte ein Leckerchen vor ihn, das mochte er nicht. Ich war geschockt. Das gab es noch nie. Dann schwankten seine Hinterbeinchen, er konnte sich kaum noch aufrecht halten. Als er hinten fast nicht mehr stehen konnte, ging plötzlich alles wie automatisch. Ich suchte die Nr. der Klinik, sagte, ich wolle meinen Hund erlösen, zog mich an und fuhr mit ihm los.
      Er war vor dem Klinikeingang so schwach,dass er nicht mehr stehen konnte. Ich trug ihn herein und hielt ihn fest bis er endgültig eingeschlafen war.
      Es riss mir fast das Herz aus dem Brustkorb. Ich hatte so sehr gehofft, dass er von selbst einschlafen würde, doch am Ende hatte ich nicht den Mut, diesen letzten Gang alleine mit ihm zu Hause durchzustehen.
      Es ist so schwer zu entscheiden, bis zu welchem Punkt man seinem Tier Schmerzen zumuten kann, andererseits stelle ich mir die Frage, ob eine Seele überhaupt in die nächste Dimension reisen kann, wenn sie durch Narkosemittel gelähmt oder betäubt wird.
      Dann kamen Gedanken wie: was wäre, wenn es ihm ein paar Stunden später doch nochmal besser gegangen wäre? Habe ich vielleicht doch zu überstürzt gehandelt?

      So geht es hin und her, einmal denke ich, der Traum, sein Zustand in der letzten Nacht, es war mehr als klar..
      und dann wieder, habe ich ihm überhaupt genug Gelegenheit zum selbständigen Entscheiden gegeben?

      Ich würde so gerne meinen Frieden mit meiner Entscheidung schließen können.

      Balu, ich werde Dich immer lieben, mein kleiner Freund……..

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      1. Liebe Ulrike,
        mein geliebter Rex ist schon seit dem 13.6. tot – und heute weine ich vielleicht das 1. Mal richtige Tränen der Trauer, ermutigt durch Ihren Bericht. Rex hatte gespürt, dass er bald gehen würde und ließ sich oft sitzend umarmen – das mochte er sonst nicht soo gern. Und ihm liefen Tränen aus den Augen. Ich meinte, seine Stimme zu hören:“ ich komm bald wieder „.

        Eins ist ganz sicher: auch mit Narkosemittel im Blut wechselt die Seele die Dimension; sie ist dann ganz frei. Bei Tieren geht es viel einfacher als bei Menschen, denn sie denken weniger – für sie ist der Tod einfach zum Leben dazu gehörig. Und das ist er auch.

        Ihre Zweifel an der Entscheidung kann ich Ihnen nicht nehmen. Bei Rex war es so, dass ich ihn 2 mal schon hatte erlösen wollen, doch die TÄ haben sich geweigert – obwohl er immer wieder einfach umfiel und nur noch auf stärkste äußere Reize reiagierte. Als es dann soweit war, konnte er nicht mehr aufstehen; sicher war es der xte Schlaganfall nach 2maliger Einnahme von Schmerzmitteln, die sein Blut sehr stark verdünnt haben. Vermutlich in Kombination mit einem erst kurz vor seinem Ableben ausgebrochenen Krebs. Rex lag dann also so da, mit leerem Blick, da gab es wirklich keine Zweifel mehr. Er hatte auch vor dem Weg zum TA schon unter sich gemacht.

        Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Liebe. Ach, und Rex hat mir über seine Hundetrainerin einen alten Kater in mein Leben gebracht. Oft nehme ich Verhaltensweisen wahr, die auf Rexis Anwesenheit schliessen lassen.
        Vielleicht kann Ihnen ein solcher Deal mit Ihrem Balu (er hört Sie wo er ist – wie alle Hunde und Katzen es tun) auch helfen ?!

        Alles Liebe
        Martina

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      2. Liebe Martina,
        ich habe gestern zum schlafen ein Nackenkissen von Balu mit ins Bett genommen. Trotz Wäsche ist noch ein schwacher Hauch seines Geruchs zurückgeblieben. Ich habe irgendwie etwas besser schlafen können, und heute Morgen zum ersten Mal seit er gegangen ist das Gefühl gehabt, er würde noch in seinem Körbchen neben mir liegen.Ich konnte ihn richtig spüren..
        Danke für Deine Worte!

        Liebe Grüße

        Ulrike

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  4. Danke für die wunderbaren Wort, sie berühren tief ins Herz uns die Seele. Mein treuer Freund Cimaro, steht auch am Ende seines Daseins. Er ist am 22. Aprli 15 Jahre geworden, vor drei Jahren hatte er einen Schlaganfall und ich hätte nie gedacht das er heute immer noch bei mir ist. Nun hatte er vor bald drei Wochen den ersten epileptischen Anfall und vor einer Woche den Zweiten. Ich dachte immer ich hätte Cimaro frei gegeben um seine Weiterreise antreten zu dürfen. Doch wie es scheint, ist es auf Herzens ebene meiner Seits noch nicht vollzogen. Ich bin jetzt ganz bewusst am lösen unsere Bänder, die verhindern, dass er seinen Weg in die Andeswelt gehen kann.
    Diese wunderbaren Worten helfen mir dabei sehr Danke

    Herzlichst

    Franziska Rihs

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  5. Vielen Dank für diesen wunderbaren Text. Mein geliebter Wuffi wurde 15,5 Jahre alt, von denen er 6,5 mit mir verbracht hat und ich mit ihm sein durfte. Er hat mich durch die schwersten Zeiten meines Lebens begleitet und hat mich unendlich viel gelehrt. Ja, auch ich habe die Zeichen der Zeit gern ignoriert, sein zum Schluß gaaanz weißes Gesicht, wie tapfer er immer gelaufen ist, und 14 Tage bevor er ging – am 13.06.2016 – waren die Zeichen deutlicher, Oh Nein – ich war hin- und hergerissen zwischen dem Sehen und Wegschauen. Einige Tage bevor er ging schaute er mich soo unendlich lieb an und Tränen liefen aus seinen Augen „Ich muss gehen“ … auf der anderen Seite des Regenbogens wartete schon seit 9 Monaten eine Hündin, die mal eindringlicher, mal gedulidger immer da war… 3 Tage bevor er ging wollte ich mit dem Auto wegfahren und meine liebe Fellnase mitnehmen, mit leuchtenden Augen kam er so schnell er konnte (es war trotzdem langsam). Er konnte nicht mehr einsteigen. Entsetzen in seinen Augen. Dann wollte ich ihn hinein heben – das tat ihm weh, er hat geknurrt. Keine Möglichkeit ihn mitzunehmen. Dieser traurige Blick geht mir noch heute durch … Danach war alles anders, er baute mehr ab, fiel öfter einfach hin, kam nicht mehr allein hoch. Eine wichtige persönliche Entscheidung musste ich treffen – das tat ich und sagte ihm meine Entscheidung. Als er sah, dass ich das auch so meinte, schnaufte er erleichtert und baute massiv im Lauf des Nachmittags ab. Am Abend war ich kurz weg. Als ich wiederkam, hatte er wohl in der Zwischenzeit versucht aufzustehen und ist schwer runtergekracht, konnte nicht mehr allein stehen – ein gaanz leerer Blick, hoffnungslos. Der Tierarzt kam und Ich habe ihn erlösen lassen – als er seine 1. Narkose-Spritze bekam, donnerte es laut und der Himmel öffnete seine Schleusen, so dass die Siele innerhalb von 3 Minuten überliefen. Er entspannte sich endlich und deutlich, konnte sogar nochmal pupsen. Dann ist er in meinen Armen eingeschlafen. Und auf die Regenbogenbrücke gesprungen, wo die Hündin sich riieesig über ihn freute und mindestens noch 6 andere Tiere auf ihn warteten.
    Ich hab mir hinterher viele Gedanken gemacht, über den Zeitpunkt, hätte ich vorher etwas besser machen können, sein Leiden vermindern können und so weiter. Heute weiß ich, dass seine Zeit wirklich an dem Tag abgelaufen war. Es hatte sich herausgestellt, dass er 4 Erkrankungen hatte, die jede für sich tödlich geendet hätte, ungefähr zur gleichen Zeit – ich hätte ihm nichts wirklich erleichtern können, die Ärztin hatte gesagt, dass es zum Schluss oft so ist bei den Tieren.
    Wie Sie so gut geschrieben haben: wenn man hinhört, dann bekommt man mit was für das Tier gut ist, wann der Zeitpunkt ist. Und im Allgemeinen stellt sich alles als richtig gemacht heraus. Und eine würdige Trauerzeit haben unsere Fellnasen allemal verdient. Wir auch. Und wir sollten sie uns gönnen; und dem Tier die Ehre erweisen, einen Großteil der Lücke in uns mit seiner Liebe und dem Gelehrten zu füllen. Dann war es für alle gut.
    In Liebe und Dankbarkeit
    Martina

    Gefällt 1 Person

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