Die gewaltlose Gewalt

„‬Natürlich muss man Grenzen setzen.‭ ‬Manche Leute übertreiben es ein wenig mit der positiven Verstärkung und halten jedes Nein,‭ ‬jede Grenze für eine aversive Trainingsmethode.‭ ‬Auch Tiermütter tadeln ihre Jungen,‭ ‬dazu haben sie jedes Recht.‭ ‬Ein Tadel ist keine Strafe,‭ ‬eher ein Signal zum Aufhören.‭ ‬…‭“ (‬Karen Pryor,‭ ‬2014‭)


TiffiWenn es möglich wäre,‭ ‬aus dem Menschen mit einem kleinen Schlag auf den Hinterkopf einen guten und umsichtigen Menschen zu machen,‭ ‬wir würden in einer wunderbaren Welt leben.‭ ‬Jedes Kind bekäme gleich nach seiner Geburt einen kleinen Klapps und keiner würde sich drüber aufregen.‭ ‬Es würde in einer Welt leben in der das Wort‭ ‚‬Gewalt‭‘ ‬ein Fremdwort ist.‭ ‬Wenn es nun auch noch möglich wäre,‭ ‬jeden Hund mit einem ebensolchen Stupps zu einem folgsamen Hund zu machen,‭ ‬der Hund würde in einer freien Welt leben.‭ ‬Jeder Welpe bekäme nun auch gleich einen Klapps und würde in der Zukunft immer auf Rufen herankommen.‭ ‬Er würde alles was er gerade tut umgehend unterlassen,‭ ‬wenn man es von ihn verlangt.‭ ‬Wir würden nicht nur in einer Welt ohne Hundetrainer leben,‭ ‬wir würden in einer Welt leben in der niemals das Wort‭ ‚‬Gewalt‭‘ ‬ausgesprochen oder gar aufgeschrieben worden wäre.‭ ‬Dieses Wort würde nicht existieren‭! ‬Unsere Hunde könnten immer frei herum laufen weil sie folgsam sind und die Menschen würden sie gewähren lassen weil sie umsichtig sind.‭ ‬Wäre das nicht toll‭!

Gewalt ist eine schlimme Sache‭! ‬Aber es ist einfach zu sagen,‭ ‬man wäre für‭ ‚‬Gewaltlosigkeit‭’‬,‭ ‬denn wer außer ein paar kranker Zeitgenossen stellt sich schon dahin und plädiert öffentlich für Gewalt.‭ ‬Auf Gewalt zu verzichten ist eine gute Sache,‭ ‬eine Einstellung zum Leben,‭ ‬zum Miteinander und zum Frieden.‭ ‬Gewaltverzicht ist ein Ziel,‭ ‬dass man in seinem Leben hoch halten kann‭ (‬oder besser:‭ ‬sollte‭!)‬,‭ ‬aber ist wirklich alles Gewalt was augenscheinlich als Gewalt erscheint‭? ‬Gewalt ist in unserer Welt allgegenwärtig,‭ ‬in den großen und in den kleinen Dingen.‭ ‬Gewalt ist ein Prinzip der Natur:‭ ‬Leben,‭ ‬töten und leben Lassen‭! ‬Wir Menschen vergessen es nur sehr schnell,‭ ‬weil wir in einer Welt leben in der uns die großen Gewalten von Polizei,‭ ‬Militär,‭ ‬Gerichten,‭ ‬Behörden abgenommen und von uns fern gehalten werden.‭ ‬Die kleinen Gewalten wie ein Anrempler im Supermarkt,‭ ‬die Pöbelei des ungeliebten Nachbarn,‭ ‬das Hupen des genervten Autofahres im Stau‭ ‬-‭ ‬das alles ignorieren wir nur allzu gerne.‭ ‬Wir reden nicht gerne darüber,‭ ‬weil es nicht in unser Konzept eines gewaltlosen Lebens passt.‭ ‬Wir möchten es nicht sehen,‭ ‬keiner findet es toll und wir alle haben gelernt damit zu leben.‭ ‬Wir haben uns dran gewöhnt,‭ ‬es nicht mehr wahrzunehmen‭! ‬Dabei tut es uns nicht im geringsten weh und in den meisten Situationen verstehen wir,‭ ‬dass wir persönlich überhaupt nicht gemeint waren.‭

Milow der HalunkeWenn uns einer im Supermarkt an der Kasse mit seinem Einkaufswagen von hinten anschuppst,‭ ‬finden wir das nicht toll und drehen uns erbost um.‭ ‬Lächelt der Verursacher uns dann an und entschuldigt sich,‭ ‬ist die Sache vergessen.‭ ‬Grinst er uns blöde an und schuppst noch einmal nach,‭ ‬dann meckern wir oder rufen gleich die Polizei und verklagen diesen Menschen wegen Körperverletzung.‭ ‬Wie auch immer:‭ ‬Ein und dieselbe Handlung erleben wir als verschieden,‭ ‬je nachdem wie unser Gegenüber sich verhält und wie wir es verstehen.‭ ‬Einmal erleben wir Gewalt und einmal nicht‭! ‬In einer dritten Situation hat er uns vielleicht mit seinem Einkaufwagen angestuppst,‭ ‬weil wir geträumt hatten und es Zeit wird,‭  ‬unsere Waren endlich mal auf Band zu packen.‭ ‬Uns wurde etwas gezeigt,‭ ‬wir haben es verstanden,‭ ‬den Stupps nicht als Gewalt gespürt und uns entschuldigt‭ ‬-‭ ‬womöglich noch bedankt.‭ ‬Es ist also immer der soziale Zusammenhang,‭ ‬der unseren Handlungen einen Sinn gibt:‭ ‬Die Absicht des Handelnden,‭ ‬die Situation‭ (‬oder Beziehung‭) ‬in der gehandelt wird,‭ ‬unsere Wahrnehmung der Handlung und unsere Möglichkeiten diese zu verstehen‭! ‬Passt alles zusammen und macht für uns einen Sinn,‭ ‬erleben wir keine gewalttätige Handlung,‭ ‬obwohl körperlicher Einsatz‭ (‬Gewalt‭) ‬im Spiel war‭ ‬-‭ ‬und unter Umständen haben wir sogar etwas dazu gelernt‭!

Der Hund als soziales Lebewesen ist genau wie wir in der Lage,‭ ‬die‭ (‬sozialen‭) ‬Zusammenhänge von Handlungen zu verstehen.‭ ‬Er sucht wie wir selber in den Handlungen anderer nach einer Bedeutung für seine eigenen Bedürfnisse und sein eigenes Handel im sozialen Verband.‭ ‬Macht eine körperliche Einwirkung auf ihn in seinen Augen einen Sinn und erkennt er Alternativen kann er sehr gut damit umgehen,‭ ‬ohne sich als Opfer von Gewalt zu fühlen.‭ ‬Nicht anders machen es Hunde unter sich,‭ ‬wenn sie einem anderen Informationen zu seinem Verhalten geben wollen.‭ ‬Das hat nichts mit Strafe,‭ ‬Angst oder sogenannten Schreckreizen zu tun.‭ ‬Es handelt sich um eine Maßregelung im Sinne einer Korrektur oder Einschränkung‭ (‬Begrenzung‭)‬,‭ ‬eine sehr direkte Form des sozialen Lernens in der der Hund jederzeit die Möglichkeit hat,‭ ‬sein Verhalten aus eigener Entscheidung zu ändern oder beizubehalten.‭ ‬Macht die Maßregelung Sinn‭ ‬-‭ ‬und seitens eines ranghöheren Wesens wird es‭  ‬immer Sinn machen‭ ‬-‭ ‬wird der Hund folgen:‭ ‬Er hat für sein zukünftiges Verhalten aktiv etwas gelernt was es ihm ermöglicht,‭ ‬reibungsloser im sozialen Verband zu leben‭!

Luni Luninata Lunip?hWird der Hund‭ ‬von Fraule allerdings mit lecker Keks in der Hand oder einem erlernten Signal abgerufen,‭ ‬dann kommt er zum Fraule weil es lecker Keks gibt oder weil das erlernte Siganal ihm Appetit auf lecker Keks (oder einer anderen Belohnung) gemacht hat, welcher in der Regel beim Fraule vorzufinden ist.‭ ‬Aber die Information,‭ ‬dass Kläffen am Zaun vom Fraule unerwünscht ist,‭ ‬wird ihn vorenthalten.‭ ‬Der Hund hat was sein unerwünschtes Verhalten betrifft‭ ‬nichts gelernt,‭ ‬er wurde ausschließlich manipuliert‭ ‬-‭ ‬ohne jede Chance,‭ ‬einen Zusammenhang zwischen richtigem und falschem Verhalten herstellen zu können.‭ ‬Er wurde einfach nur abgelenkt oder auf einen Reiz konditioniert,‭ ‬der mit dem ursprünglichen Verhalten so viel zu tun hat wie eine Bananenschale mit einer Packung Nudeln‭ ‬-‭ ‬nämlich rein gar nichts‭! ‬Und wenn der Hund es doch schafft,‭ ‬eine Verbindung zwischen Kläffen und Keks herzustellen,‭ ‬ist es so richtig blöd gelaufen:‭ ‬dann kläfft der Hund dann erst recht am Zaun herum,‭ ‬damit er seinem Fraule wieder eine solch tolle Freude bereiten kann und einen lecker Keks dafür bekommt.‭ ‬Knapp daneben ist auch vorbei‭! ‬Einen smarten Anschuppser,‭ ‬eine kurze und deutliche Zurechtweisung oder eine körperliche Begrenzung zum Zaun hätte der gleiche Hund ohne jeden Zweifel verstanden‭ ‬-‭ ‬ohne es dem Menschen übel zu nehmen,‭ ‬wenn es nicht so gemeint war und dem Hund Alternativen angeboten wurden‭! Soziales Lernen findet im Gegensatz zur Dresssur im sozialen Kontext statt, durch das Annehmen und Lösen von Konflikten und durch die dazugehörige Kommunikation. Im Zusammenhang mit o.g. Zitat empfiehlt Karen Pryor übrigens jedem, der mit dem Hundetraining über ausschließliche positive Bestätigung ‬anfängt, zunächst mit Hühnern oder Fischen zu üben. Die Lernenden sollen so begreifen, dass die Konditionierung von Verhalten nichts, aber auch rein gar nichts, mit Intelligenz zu tun hat. Es ist eine reine Dressur, mehr nicht!

Milow der HalunkeIch jedenfalls laufe nicht durch den Supermarkt und schiebe jedem einen Keks rein,‭ ‬der mich gerade nicht mit seinem Einkaufwagen anrempelt‭ ‬-‭  ‬und abgesehen davon,‭ ‬dass das ziemlich teuer für mich werden würde:‭ ‬Wer würde mich verstehen‭? ‬Vielleicht wäre ja der eine,‭ ‬der mich in der Kassenschlange dann doch wieder anschuppst,‭ ‬enttäuscht,‭ ‬weil er jetzt keinen Keks bekommt.‭ ‬Vielleicht wäre er aber auch sehr frustriert,‭ ‬würde nachdenklich werden und von selber drauf kommen.‭ ‬Vielleicht haben ihm meine Kekse sowieso nie geschmeckt und er ist froh,‭ ‬dass er von mir bei der Kekszuteilung übersehen wurde.‭ ‬Wahrscheinlich aber geht ihm die ganze Sache tangetial-quer am Popo vorbei und bei der nächsten Gelegenheit habe ich wieder eine Einkaufskarre am Gesäß kleben.

(Das vorangestellte Zitat von Karen Pryor stammt aus einen von Katharina von der Leyen geführten Interview, veröffentlicht im Dogs-Magazin 01/2014)


Luna & MilowMoin Moin!

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18 Gedanken zu “Die gewaltlose Gewalt

  1. Wenn schon Zitate, dann doch bitte vollständige:
    Hier der vollständige Absatz:

    „Eine Strafe wäre nur sinnvoll, wenn ein Tier sich absichtlich falsch benähme. So funktionieren Tiere aber nicht. Dementsprechend können Tiere Strafen nicht verstehen, sie verwirren sie nur und verlangsamen sofort den Lernprozess, weil ein anderer Teil des Gehirns angesprochen wird. Die Bewertung von Strafe beim Lernen kann zu Missverständnissen führen: Es bedeutet zwar, dass im Training mit positiver Verstärkung Strafen nicht stattfinden. Man kann nicht strafen für etwas, was der Hund nicht besser wissen kann. Man würde auch kein zweijähriges Kind dafür bestrafen, dass es die Tapete mit Lippenstift vollmalt, sondern eher zusehen, dass es in Zukunft keinen Lippenstift mehr findet. Es für diese Handlung zu strafen, würde nichts bewirken, weil ein zweijähriges Kind den Wert von Tapete und den Zusammenhang von Lippenstift und Wandfarbe nicht versteht.„Natürlich muss man Grenzen setzen“, sagt Pryor, „manche Leute übertreiben es ein wenig mit der positiven Verstärkung und halten jedes Nein, jede Grenze für eine aversive Trainingsmethode. Auch Tiermütter tadeln ihre Jungen, dazu haben sie jedes Recht. Ein Tadel ist keine Strafe, eher ein Signal zum Aufhören. Man muss dem Tier ein konditioniertes Warnsignal beibringen, das bedeutet: Lass das! Es gehört zur normalen Kommunikation unter sozialen Lebewesen. Man muss aber verstehen, dass man einem Tier damit kein Verhalten beibringt. Man unterbricht nur etwas.“

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  2. Hallo Severine,

    ich schließe mich Miriam voll und ganz an – mit positiver Bestärkung zu arbeiten, bedeutet keinesfalls, den Hund als Automaten zu betrachten, sondern ihn dazu zu ermutigen, mit dem Mensch als seinem Sozialpartner zu kooperieren und ihn auch mal als Hund mit hündischen Bedürfnissen ernstzunehmen statt immer blinden Gehorsam auf die eigenen Befehle einzufordern. Außerdem behaupten nicht alle, die positiv arbeiten, dass ein deutliches „Nein“ schon eine Misshandlung des Hundes ist. Natürlich weise ich meine Hunde darauf hin, wenn sie etwas nicht tun sollen. Dafür braucht es aber keine (oder nur in Ausnahmefällen) körperlichen Korrekturen. Wenn mich im Supermarkt jemand anrempelt, um mich darauf hinzuweisen, dass ich weitergehen soll, werde ich auch sauer, weil ich die körperliche Manipulation als unangenehm empfinde und der-/diejenige mich auch einfach hätte freundlich darauf hinweisen können. Außerdem arbeite ich, genauso wie viele, die den Schwerpunkt auf positives Arbeiten setzen, sehr viel mit meiner Körpersprache und setze keinesfalls nur Leckerli als Belohnung ein, sondern auch kontextuelle und damit letztlich soziale Verstärker. Und ich persönlich finde die Idee vermessen, dass mein Hund auf meine Befehle hören soll, nur weil ich ich bin – ich kann es sehr gut mit meinem Selbstbild vereinbaren, ihn dafür auch mal zu belohnen. Natürlich belohnen Hunde sich untereinander nicht, aber sie verlangen auch nicht voneinander, an lockerer Leine zu gehen oder auf Ruf zu kommen. Und meine Hunden korrigieren sich übrigens so gut wie nie wirklich körperlich – wirklich nur im Notfall. In der Regel reicht ihnen ein Blick oder ein Zähnefletschen zum Kommunizieren.

    Liebe Grüße,
    Jasmin

    PS: Ich habe recht lange mit körperlichen Korrekturen gearbeitet, und seit ich das nicht mehr mache, sind meine Hunde so viel fröhlicher und haben so viel mehr Spaß am Lernen. 🙂

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  3. Pingback: Die gewaltlose Gewalt (Die Fabelschmiede) – LüneDogs

  4. Hallo Severine,

    ich habe deinen Artikel nun mehrfach gelesen und lange überlegt, ob ich etwas drauf antworte.
    Erstmal vorweg möchte ich anmerken, dass auch Hühner eine gewisse soziale Kompetenz haben. Sie leben in einem Verband zusammen und interagieren somit auch miteinander und das nicht weniger komplex als andere Tiere. Ebenso interagieren sie mit den Menschen die sie kennen und sind auch in der Lage ihr Verhalten und ihre Kommunikation je nachdem ob sie mit Huhn oder Mensch zu tun zu haben anzupassen. Hier ist seit vielen Jahren ein Zusammenleben von Hühnern und Menschen und ich kann nur sagen, dass jedes einzelne Huhn seinen ganz eigenen Charakter hat und meiner Erfahrung nach sind diese Tiere alles andere als dumm, nur sind sie in ihrer Art so anders, als man es von Hund oder Katz gewöhnt ist, dass die Kommunikation uns Menschen oft schwer fällt. So jedenfalls meine Erfahrungen und Beobachtungen. Das nur mal am Rande.
    Aber zum eigentlichen Thema. Ich selber erlebe bei meinen Tieren nicht, dass sie durch positive Bestärkung zu Reiz-Reaktions-Maschinen werden. Im Gegenteil. Durch die postivie Bestärkung habe ich persönlich einen ganz anderen Blick auf meine Tiere bekommen. Meine Tiere dürfen eine Meinung haben und auch mal „Nein“ sagen und das tun sie auch. Vielleicht sollte ich an Beispielen erklären wie es hier gehandhabt wird.
    Mein Pony hasst stillstehen. Beim Putzen wurde in der Vergangenheit rumgehampelt ohne Ende. Nichts hat geholfen keine Korrektur kein Ignorieren des Verhaltens, kein Wechsel der Bürsten absolut gar nichts. Mittlerweile habe ich ihm durch ein Inititorsignal die Möglichkeit gegeben mir zu sagen, wann er bereit ist geputzt zu werden. Seither steht er beim Putzen still. Allerdings sagt er auch ganz deutlich, wenn es ihm reicht bzw. wenn er gar nicht geputzt werden möchte. Das akzeptiere ich. Er hat Mitspracherecht gewonnen und seither ist er hier deutlich kooperativer. Wenn er allerdings keine Lust mehr hat, dann kann ich ihm auch an Leckerchen bieten was ich möchte, er macht nicht mit. Und das ist für uns gut so.
    Durch die postivie Bestärkung haben meine Tiere gelernt selber nach Lösungen zu suchen, mitzudenken und eigene Entscheidungen zu treffen. Sie sind weit davon entfernt Automaten zu sein, die wenn man den richtigen Knopf drückt das gewünschte Ergebnis ausspucken. Ich persönlich finde das für unser Zusammenleben auch gut so.
    Meine Tiere können sich benehmen. Sowohl Hund wie Pony sind gesellschaftsfähig, aber beide haben ihre Meinung und sagen die auch ohne Angst vor Konsequenzen.
    Was dein Zaunbeispiel angeht, wäre die Übung hier einfach falsch aufgebaut und alles was der Hund lernt ist in diesem Fall, dass er an den Zaun rennen und kläffen soll, dann zu Frauchen rennen und eine Belohnung abholen. Ein Aspekt bei der postiven Bestärkung ist, dass ich den Fokus auf das Verhalten richte, was ich gerne hätte. Also ruhiges Verhalten am Zaun und nicht auf das was ich nicht haben möchte. Genau diese Sichtweise hilft mir persönlich auch eine positive Grundeinstellung meinen Tieren und Situationen gegenüber zu halten, was die Tiere durchaus bemerken.
    In diesem Artikel wird nur ein Aspekt beleuchtet und das ist die Konditionierung. Diese Konditionierung kann man durchaus kritisch sehen, aber wenn man ganz ehrlich ist, hat eine Konditionierung in irgndeiner Form meistens statt gefunden und zwar unbewusst. Ich kenne so viele Hunde, die auf das Rascheln der Leckerchentüte konditioniert sind zwar meistens vom Halter unbewusst, aber es ist so. Kaum raschelt eine Tüte steht der Hund da und will ein Leckerchen. An sich ist daran auch nichts schlimmes, auch wir Menschen sind auf gewisse Dinge konditioniert. Das kann ich jetzt bewusst nutzen oder eben auch nicht. Willen- und Gedankenlos macht so eine Konditionierung nicht.
    Liebe Grüße
    Miriam

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    • Huhu Miriam,ich sehe gerade, dass durch unserem Umzug nach WordPress so ziemlich alle Kommentare durcheinander gekommen sind. Irgendwie ist meine Antwort auf ‚Dich‘ verschwunden. Bitte entschuldige, ich werde alles nachholen!

      Liebe Grüße zurück, Severine

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  5. Huhu Johanna,

    das ist ja toll hier von Dir zu lesen und, dass der Text Dir gefällt, dass freut mich ganz besonders. Da ich Deine Art der Arbeit mit Hunden so sehr schätze, ist das ein riesiges Kompliment für mich …. Dankeschön dafür! 🙂

    Herzlichste Grüße zurück
    Sevi

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  6. Danke für den schönen Artikel … ich ziehe ja gerne Vergleiche mit der Kindererziehung *gg* ich locke mein krabbelndes Baby ja auch nicht mit Keksen vom heißen Herd weg sondern nehme es und setze es woanders hin und sage „Nein, heiß“ 🙂

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  7. Huhu Mara, schön dass Du hier warts und Danke für Deinen Kommentar. …

    … und von wegen mittelalterlich! Die von den ‚Gewaltlosen‘ so oft so genannte Theorie des sozialen Lernens fusst im Kern auf Laboruntersuchungen an Tieren, die mehr als einhundert Jahre zurück liegen – mithin auf Tierversuchen! Wer ist da mittelalterlich? 😉

    Viele liebe Grüße zurück
    Severine und die Wuffs

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  8. Tip zum kommnentieren in diesem Blog: Die eigene Meinung ist hier immer herzlich willkommen. Sehr gerne mit eigenen Worten dargestellt, was auch kein Problem sein sollte, wenn man die selbst empfohlene Literatur auch gelesen und verstanden hat!

    Der Text von Frau Zaitz ist mir hinlänglich bekannt und er wimmelt voller Vorurteile. Wie kommst Du darauf dass ich Vorurteile gegenüber dem Hundetraining mit positiver Verstärkung habe? Darum geht es in dem Artikel dch gar nicht! Vorurteile, oder was?

    Dennoch Danke für den Besuch und den Kommentar

    Severine mit der Wuffstock Band

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  9. Ich weiß, so isses nicht gemeint, aber ich musste gerade an das Ergebnis denken, wenn man Hunde nur positiv mit Leckerchen trainiert…damit ließen sich viele Probleme lösen, denn irgendwann ist Hund dann so fett, dass er nichts mehr anstellen kann 🙂 (und zur falls jemand den Humor nicht versteht: dieser Kommentar ist absolut ernst gemeint…nicht 😉 )

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  10. Liebe Severine,
    ich kann mich Anke nur anschließen!
    „Gewalt“ ist halt ein mit negativen Emotionen belastetes Wort. Genauso wie „Aggression“, die eine Funktion hat und wichtig ist.
    Man schimpfe mich ruhig dem Mittelalter entsprungen, aber: hier wird nicht ausschließlich gelobt. Wenn hund Bockmist baut, gibt es ein Abbruchkommando. Und wenn das mit ausgerecktem pubertärem Mittelfinger ignoriert wird, gibt es zusätzlich einen Knuff. Keinen Keks. Den gibt es, wenn dieselbe Situation beim nächsten mal anständig über die Bühne geht. 😉
    Liebe Grüße,
    Mara und Abra

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  11. Danke Severine! Ich teile deine Sicht der Dinge, absolut! Diese Sicht der Dinge setzt voraus, einen Hund für ein recht intelligentes Wesen zu halten. Und das tue ich, ebenso wie du …

    Ein herzlicher Gruß
    Anke

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Na, dann mal ran an die Tasten und einen Pfotenabdruck dagelassen!

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